Noch nicht volljährig und trotzdem mit dem Auto fahren

 - 

(verpd) Fahranfänger ab 18 bis 25 Jahren haben laut Statistischem Bundesamt, das mit Abstand höchste Unfallrisiko im Straßenverkehr. Diese Unfall-Wahrscheinlichkeit sinkt um rund 30 Prozent, wenn sie bereits mit 17 Jahren am begleitenden Fahren teilgenommen haben, wie Erfahrungswerte zeigen. Jugendliche benötigen hierfür einen entsprechenden Führerschein sowie eine oder mehrere Personen, die sie beim Fahren bis zum 18. Lebensjahr begleiten.

BF 17 (begleitetes Fahren ab 17) heißt der Führerschein, der jugendlichen Fahrern das begleitete Fahren erlaubt. Hierfür muss der angehende Autofahrer die normale Ausbildung für die Klasse B beziehungsweise Klasse BE (Pkw mit Anhänger) in der Fahrschule durchlaufen und die theoretische und praktische Fahrprüfung bestehen. Anmelden können sich Jugendliche in der Fahrschule ab einem Alter von 16,5 Jahren.

Nach bestandener Prüfung darf der Jugendliche dann mit der entsprechenden „Prüfungsbescheinigung“ Auto fahren – allerdings nur in Begleitung eines Erwachsenen. Dieser muss einige Kriterien erfüllen und namentlich in der Prüfungsbescheinigung eingetragen sein. Übrigens: Fährt ein BF-17-Inhaber ohne Begleitung, begeht er einen Verkehrsverstoß, der ein Bußgeld, einen Punkt im Flensburger Fahreignungsregister (FEAR) sowie den Widerruf der Fahrerlaubnis nach sich zieht.

Der Begleiter ist kein Fahrlehrer

„Für Fahranfänger ist das Autofahren mit den Eltern oder anderen eingetragenen Begleitpersonen ein entspannter und sicherer Start in die Fahrpraxis“, ist Hendrik Pistor, Experte beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR), überzeugt. Schließlich gilt: Mehr Erfahrung am Steuer bedeutet letztendlich auch mehr Sicherheit beim Fahren.

Die Begleiter, deren Anzahl übrigens nicht begrenzt ist, müssen einige Kriterien erfüllen: Sie müssen 30 Jahre oder älter sein und seit mindestens fünf Jahren eine Fahrerlaubnis der Klasse B (bei älteren Führerscheinen der Klasse 3) besitzen. Zudem darf der Begleiter maximal einen Punkt im FEAR haben, während der Fahrt nicht unter Drogeneinfluss stehen und eine Blutalkohol-Konzentration unter der 0,5-Promillegrenze aufweisen.

Eine Schulung ist für den Begleiter nicht vorgeschrieben, allerdings bieten viele Fahrschulen Informationsabende zur Vorbereitung auf das begleitende Fahren an. Hierbei gibt es in der Regel auch Verhaltenstipps für die Erwachsenen, schließlich sollen die Jugendlichen von deren Erfahrung und Voraussicht profitieren. Wichtig: Begleitpersonen dürfen nicht ins Fahren eingreifen; das heißt, sie sind keine Fahrlehrer und sollen sich auch nicht wie solche verhalten.

Versicherung informieren

Um Probleme mit der Versicherung zu vermeiden, muss bei jedem Pkw, den der BF-17-Inhaber fährt, mit der entsprechenden Kfz-Versicherung vereinbart sein, dass ein jugendlicher Fahrer das Fahrzeug nutzen darf. Einige Kfz-Versicherer erlauben dabei das begleitende Fahren ohne Prämienaufschlag.

Wenn allerdings der junge Fahrer das 18. Lebensjahr vollendet hat und alleine mit dem Auto unterwegs sein möchte, muss vorab kontrolliert werden, ob in der Versicherungspolice nicht eine Einschränkung hinsichtlich des Fahrerkreises, zum Beispiel, dass alle Fahrer mindestens 23 Jahre alt sein müssen, besteht. Eine Erweiterung dieses Fahrerkreises auf ab 18-Jährige ist in aller Regel mit einem Prämienaufschlag verbunden.

Weitere Informationen zum Thema begleitetes Fahren liefert der Internetauftritt www.bf17.de, eine Webseite der Deutschen Verkehrswacht e.V. (DVW).

Weitere News zum Thema

  • Zusammenstoß mit Autotür

    [] (verpd) Stößt ein vorbeifahrendes Fahrzeug gegen die Tür eines geparkten Autos, hat es zu einer Schadenteilung zu kommen, wenn nicht geklärt werden kann, wann die Tür geöffnet wurde. Das hat das Amtsgericht Frankenthal mit Urteil entschieden (Az. 3a C 176/16). mehr

  • Wie Biker bei der Kfz-Versicherung sparen können

    [] (verpd) Die Motorradsaison hat begonnen. Wer sich bereits vor der Anmeldung des Bikes entsprechende Gedanken macht, kann dafür sorgen, dass das eigene Motorrad gut, aber dennoch günstig versichert ist. mehr

  • Speziell für Schönwetter-Fahrzeuge

    [] (verpd) Kfz-Halter, die ihr Auto, ihr Motorrad oder auch ihr Wohnmobil nur in einem bestimmten Zeitraum des Jahres, beispielsweise von März bis Oktober fahren möchten, kommen mit einem Saisonkennzeichen in den Genuss diverser Vorteile. Denn sie sparen damit Kfz-Steuern und Versicherungsprämien, ohne das Fahrzeug ständig an- und abmelden zu müssen. mehr

  • Von den teuren Folgen einer Spritztour mit dem Dienstwagen

    [] (verpd) Ein Beschäftigter, der sein Dienstfahrzeug ohne Erlaubnis seines Arbeitgebers zu privaten Zwecken nutzt, kann für die Folgen eines dabei durch einen Wildunfall entstandenen Schadens in Anspruch genommen werden. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz hervor (Az. 5 K 684/16.KO). mehr

  • Parkhausunfall: Mitverschulden trotz Vorfahrt?

    [] (verpd) Wer in einem Parkhaus Opfer einer Vorfahrtsverletzung wird, muss sich wegen der dortigen Besonderheiten in der Regel trotz allem ein hälftiges Mitverschulden anrechnen lassen. Das geht aus einem veröffentlichten Urteil des Amtsgerichts München hervor (Az. 333 C 16463/13). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.