Neues Notrufsystem für Pkws holt automatisch Hilfe

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(verpd) Ein neu entwickeltes automatisches Notrufsystem lässt sich in Verbindung mit einem bluetoothfähigen Smartphone und einer 12-Volt-Buchse beziehungsweise einem Zigarettenanzünder in fast allen Autos einsetzen. Es erkennt eine Kollision des Fahrzeugs und meldet den Unfall automatisch an eine Notrufzentrale. Der Pkw-Fahrer kann aber auch bei anderen Notfällen manuell einen Pannen- oder Notruf auslösen.

Ziel des von der deutschen Versicherungswirtschaft entwickelten Notrufsystems ist es, dass bei einem Autounfall eine schnelle Hilfe gewährleistet wird, und zwar auch dann, wenn weder der verunglückte Autofahrer noch eine andere Person von sich aus Hilfe holen können.

Peter Slawik, Vorsitzender des Fachausschusses Kraftfahrtversicherung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), erklärte vor Kurzem bei der Vorstellung des als „Unfallmeldedienst“ bezeichneten Systems: „Dank des Unfallmeldedienstes werden die Rettungskräfte in vielen Fällen deutlich schneller am Unfallort sein als bisher. So helfen wir, Leben zu retten und Verletzte so schnell wie möglich zu versorgen – denn in einem Notfall kommt es auf jede Minute an.“

Technische Voraussetzungen

Das Notrufsystem selbst ist ein Stecker, der an jedem handelsüblichen Zigarettenanzünder von Pkws, der dem Industriestandard-Norm SAE J563 entspricht, also einer 12-Volt-Buchse, betrieben werden kann. Zudem benötigt der Nutzer ein bluetoothfähiges Android-Smartphone ab Version 2.3.4 oder ein iPhone ab Modell 5 und iOS 8, auf dem eine für den Unfallmeldedienst entwickelte Unfallmelde-App installiert ist. Damit lässt sich der Unfallmeldedienst in fast allen Neu- und Gebrauchtwagen einsetzen.

Bei einem Aufprall des Autos registriert der im Stecker integrierte Beschleunigungssensor die Kollision und die Aufprallstärke und erkennt aus den Daten, ob es sich um einen leichten oder schweren Unfall handelt.

Der Stecker sendet diese Daten an die entsprechende Unfallmelde-App, die auf dem Smartphone des Autofahrers installiert ist. Die App wiederum meldet dann den Unfall unter Nennung der aktuellen Position des Fahrzeugs und der letzten Fahrtrichtung an eine Notrufzentrale.

Automatische Hilfe nach schweren Unfällen

Laut GDV wird gleichzeitig „eine Sprechverbindung zwischen der Notrufzentrale und dem Autofahrer am Unfallort hergestellt. Im Fall eines schweren Unfalls leitet die Notrufzentrale sofort Rettungsmaßnahmen ein.“ Das heißt, selbst wenn der Unfallfahrer bewusstlos ist oder aus anderen Gründen der Notrufzentrale keine weiteren Angaben machen kann, wird automatisch der Rettungsdienst verständigt.

Ein Autofahrer kann aber auch nach einem leichten Unfall, einer Panne oder einem sonstigen Notfall einen Notruf über die Unfallmelde-App manuell auslösen. „Registriert der Unfallmeldestecker nur einen leichten Aufprall oder löst der Autofahrer einen manuellen Pannenruf aus, nimmt der jeweilige Kfz-Versicherer den Unfall auf und organisiert Hilfe“, so der GDV. Der Unfallmeldedienst, also der entsprechende Stecker und die App, sind laut GDV bei den am Notrufsystem teilnehmenden Kfz-Versicherern erhältlich.

Der GDV rechnet damit, dass in Kürze die meisten der hierzulande vertretenen Kfz-Versicherer den Unfallmeldedienst anbieten. Der Preis für das Notrufsystem wird von jedem Anbieter selbst festgelegt. Wer sich für den Unfallmeldedienst interessiert, sollte sich nach Angaben des GDV direkt an seinen Kfz-Versicherer wenden. Weitere Informationen zum Notrufsystem gibt es online unter www.unfallmeldedienst.de, einem Webportal des GDV Dienstleistungs-GmbH & Co. KG, dem technischen Betreiber des Unfallmeldedienstes.

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