Mit Fähnchen am Pkw und Autokorsos die EM feiern

 - 

(verpd) Wird eine kleine oder große Fahne falsch am Auto angebracht oder fährt man damit zu schnell, kann sich das schmückende Accessoire ungewollt vom Pkw verabschieden und einen nachfolgenden Verkehrsteilnehmer schädigen.

Es kann jedoch auch sein, dass ein im Fenster eingeklemmtes Fähnchen einen Kfz-Diebstahl begünstigt. In beiden Fällen stellt sich die Frage, inwieweit solche Schäden durch die Kfz-Versicherung gedeckt sind.

Die Fußball-Europa- und -Weltmeisterschaften der letzten Jahre haben gezeigt, dass immer mehr Kfz-Besitzer in dieser Zeit ihr Fahrzeug mit Fähnchen und anderen Accessoires in Nationalfarben schmücken. Doch nicht selten landen beispielsweise die Fähnchen im Straßengraben. Insbesondere Fähnchen mit einem Plastikstecker, die im Fensterspalt befestigt werden, brechen häufig ab.

Wer auf der Autobahn oder Landstraße fährt, sollte besonders vorsichtig sein, denn in der Regel halten die kleinen Fahnen vom Material her den Belastungen einer höheren Geschwindigkeit nicht stand. Deshalb raten Sicherheitsexperten, die Flaggen-Deko für Fahrten außerhalb der Stadt, insbesondere auf der Autobahn, komplett zu entfernen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Wenn Fähnchen und sonstiger Fan-Schmuck das Auto zieren

Zwar zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung normalerweise den Schaden, wenn die EM-Dekoration sich selbstständig macht und zum Beispiel ein anderes Auto beschädigt oder einen Fußgänger verletzt. Allerdings könnte der Kfz-Haftpflichtversicherer seinen Versicherungskunden bis zu einer Höhe von 5.000 € in Regress nehmen, wenn beispielsweise ein abgebrochenes Fähnchen kein zugelassenes beziehungsweise vom TÜV genehmigtes Kfz-Zubehör ist.

Bleibt durch die Befestigung einer Fahne das Autofenster nur einen kleinen Spalt offen, ist das Diebstahlrisiko erhöht. Ein solcher Schaden gilt dann als grob fahrlässig verursacht. Zwar ist ein Einbruch-Diebstahl im Rahmen einer Teil- oder auch Vollkasko-Versicherung normalerweise mitversichert, doch bei grober Fahrlässigkeit kann der Versicherer die Schadenleistung anteilig um die Schadenhöhe kürzen, die im Zusammenhang mit der groben Fahrlässigkeit steht.

Prinzipiell dürfen große Flaggen, Wimpel und sonstige Dekorationen nur so angebracht sein, dass sie nicht die Sicht des Fahrers behindern. Sie dürfen beispielsweise nicht die Frontscheibe bedecken. Grundsätzlich gehört es nämlich zu den Verkehrssicherheits-Pflichten eines jeden Autofahrers, eine uneingeschränkte Sicht sicherzustellen. Außerdem sind Riesenbanner, die an einer langen Stange aus dem Fenster ragen, verboten, denn gemäß Paragraf 22 Straßenverkehrsordnung dürfen Fahrzeug samt Ladung – also Fahne – nicht breiter als 2,55 Meter sein.

Feiernd im Autokorso unterwegs

Außerdem ist zu beachten, dass die Verkehrsregeln auch eingehalten werden müssen, wenn man gemeinsam mit anderen Autofahrern mit Schrittgeschwindigkeit durch Städte oder Orte fährt, um den Sieg der eigenen Mannschaft zu feiern. Auch als Teilnehmer eines Autokorsos darf man zum Beispiel nicht eine rote Ampel überfahren oder alkoholisiert ein Kfz steuern.

Des Weiteren müssen Autofahrer und Pkw-Insassen angeschnallt bleiben und dürfen sich während der Fahrt nicht aus dem Fenster lehnen. Zudem darf keine Person während der Fahrt auf der Motorhaube oder im Kofferraum sitzen.

Kommt es zu einem Unfall, bei dem sich der Fahrer oder Pkw-Insasse, der die Verhaltensregeln missachtet hat, verletzt, muss der Betroffene damit rechnen, dass sein Verhalten als Mitschuld angerechnet wird und die Schadenersatzansprüche entsprechend gekürzt werden.

Weitere News zum Thema

  • Verhängnisvolle Filmaufnahmen aus dem Auto

    [] Wer mit einer in seinem Auto angebrachten Kamera andere Verkehrsteilnehmer filmt, verstößt selbst dann gegen das Bundesdatenschutz-Gesetz, wenn dadurch ein Straftäter überführt wird. Er kann daher mit einer Geldbuße bestraft werden. Das hat das Amtsgericht München mit einem kürzlich veröffentlichten Urteil entschieden (Az. 1112 OWi 300 Js 121012/17). mehr

  • Den Weihnachtsbaum sicher mit dem Auto transportieren

    [] Schon bei der Auswahl des Christbaums sollte man auch daran denken, wie man ihn unbeschadet und gefahrlos nach Hause transportiert. Wer das gute Stück mit dem Auto befördern will, sollte unter anderem auch auf die passende Größe des Baumes achten, anderenfalls kann unter anderem ein Bußgeld drohen. mehr

  • Crash mit zugeschneitem Felsblock

    [] Der Betreiber eines Parkplatzes ist nicht dazu verpflichtet, große Steine oder Felsblöcke, die sich auf einer Grünanlage neben einer Parkbucht befinden, von Schnee zu räumen, damit sie von den Nutzern des Platzes besser wahrgenommen werden können. Das hat das Amtsgericht München mit einem veröffentlichten Urteil entschieden (Az. 161 C 22917/15). mehr

  • Kfz-Unfall: Video kontra Lügner

    [] (verpd) Aufzeichnungen von Kameras, die in Fahrtrichtung fest auf dem Armaturenbrett eines Autos installiert sind – sogenannte Dashcams – dürfen in der Regel in einem Zivilprozess verwertet werden. Das hat das Oberlandesgericht Nürnberg mit einem Hinweisbeschluss entschieden und damit ein Urteil des Landgerichts Regensburg bestätigt (Az. 13 U 851/17). mehr

  • Fahrerflucht: Hilfe für die Opfer

    [] (verpd) Wer bei einem Verkehrsunfall einen Schaden erlitten hat und diesen nicht beim Unfallverursacher geltend machen kann, weil dieser unerkannt geflüchtet ist oder keinen Versicherungsschutz hat, kann unter Umständen trotzdem eine Entschädigung erhalten. Ansprechpartner ist in solchen Fällen der Verein Verkehrsopferhilfe e.V. (VOH). Dies gilt auch, wenn ein Kfz-Fahrer vorsätzlich mit seinem Fahrzeug Personen- oder Sachschäden herbeiführt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.