Mit dem Auto zum Kreuzfahrtschiff

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(verpd) Ein Reisender, der zu einer Kreuzfahrt mit dem Auto anreist und dieses aus seiner Sicht einem Mitarbeiter der Reederei übergibt, hat einen Anspruch auf Schadenersatz, wenn er das Fahrzeug nach seiner Rückkehr beschädigt vorfindet. Das hat das Amtsgericht München mit einem kürzlich veröffentlichten Urteil entschieden (122 C 21221/14).

Ein Mann hatte bei einem großen Kreuzfahrtunternehmen eine Schiffsreise ab und bis Genua gebucht. Für die An- und Abreise lieh er sich den Pkw seiner Mutter. Dazu buchte er zusammen mit der Kreuzfahrt einen von dem Veranstalter angebotenen Parkservice, für den er 90 € bezahlte.

Bei Reiseantritt übergab er das Fahrzeug im Abfahrtshafen einem vermeintlichen Mitarbeiter der Reederei. Doch als ihm das Auto nach der Kreuzfahrt zurückgegeben wurde, stellte er diverse tiefe Kratzer an den hinteren Türen sowie am linken hinteren Radkasten fest.

Tiefe Kratzer

Die Reparaturkosten in Höhe von rund 2.000 € machte die Mutter als Halterin des Fahrzeugs gegenüber den Kreuzfahrtunternehmen geltend. Das Unternehmen bestritt jedoch jegliche Verantwortung für die Beschädigungen.

Es behauptete, lediglich als Vermittlerin eine kostenpflichtige Reservierung eines Stellplatzes vorgenommen zu haben. Der Parkplatz selber gehöre nicht ihr. Der Reisende habe vielmehr einen Mietvertrag mit dessen Betreiber abgeschlossen.

Gegen diese Entscheidung wehrte sich die Kfz-Halterin vor Gericht. Das Münchener Amtsgericht gab ihrer Schadenersatzklage in vollem Umfang statt.

Eine Frage des äußeren Anscheins

Nach Überzeugung des Gerichts ist zwischen dem Sohn der Klägerin und dem Kreuzfahrtunternehmen ein Verwahrungsvertrag zustande gekommen. Für den Sohn war nämlich nicht erkennbar, dass das Unternehmen lediglich eine Reservierung eines Stellplatzes auf einem öffentlichen Parkplatz vermittelt hat, zumal von seinem Bordkonto ein Betrag von 90 € für „Parking“ abgebucht wurde.

Es kommt hinzu, dass die Fahrzeugübergabe in einem abgegrenzten Areal in unmittelbarer Nähe zum Kreuzfahrtterminal stattfand und für den Sohn nicht erkennbar war, dass das Auto nicht von einem Mitarbeiter des Kreuzfahrtunternehmens übernommen wurde. Auch im Reisekatalog waren keine entsprechenden Hinweise vorhanden. Die Klägerin hat daher nach all dem einen Anspruch auf Ersatz des ihr entstandenen Schadens durch die Beklagte.

Übrigens: Wer als Autobesitzer eine Verkehrsrechtsschutz-Police hat, kann das Kostenrisiko für Gerichtsverfahren bei Streitigkeiten rund um das Fahrzeug wie beispielsweise in dem genannten Fall abdecken. Denn wenn der Rechtsschutz-Versicherer Aussichten auf Erfolg sieht und eine Deckungszusage erteilt, übernimmt er unter anderem die für die Durchsetzung von berechtigten Schadenersatzansprüchen notwendigen Anwalts-, Gerichts- und Sachverständigenkosten. Und zwar auch dann, wenn der Prozess verloren geht.

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