In welchen Regionen die Kfz-Versicherung günstiger wird

In welchen Regionen die Kfz-Versicherung günstiger wird

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(verpd) Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) ändert sich aufgrund der aktualisierten Regionalstatistik in 2015 die Kfz-Versicherungsprämie nur für wenige Autofahrer. Wie bereits in den Vorjahren weisen einige Regionen in Deutschland besonders günstige Schadensbilanzen auf, was sich positiv bei den Versicherungsprämien auswirkt.

Jedes Jahr im Spätsommer veröffentlicht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) eine neue Regionalstatistik. Ein unabhängiger Treuhänder überprüft dazu jedes Jahr die Schadenverläufe der regionalen Zulassungsbezirke. Auf dieser Basis wird eine Neueinstufung in die Regionalklassen vorgenommen, die für die Versicherungs-Unternehmen unverbindlich ist und ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden kann. In der Regel ist dies der 1.1.2015, so der GDV.

Die Regionalklassen werden unter anderem beeinflusst vom Fahrverhalten der Autofahrer, der Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge und den örtlichen Straßenverhältnissen. Für die Voll- und Teilkasko-Versicherung werden darüber hinaus örtliche Besonderheiten wie etwa Diebstahlhäufigkeit, Sturm- und Hagelschäden oder Anzahl der Wildunfälle berücksichtigt. Für die Kfz-Haftpflicht-Versicherung gibt es zwölf Regionalklassen, für die Teilkaskoversicherung neun und für die Vollkaskoversicherung 16.

Für drei Viertel bleibt in der Kfz-Haftpflicht alles beim Alten

Die Regionalklassen-Einstufung erfolgt nach dem ermittelten Indexwert – der Index bezieht sich nach Angaben des GDV auf den Bundesdurchschnitt mit dem Wert 100. Wenn der Wert darunter liegt, wird die Region günstiger als der Bundesdurchschnitt eingestuft; wenn er darüber liegt, wird es teurer. In der Kfz-Haftpflichtversicherung entspricht der Bundesdurchschnitt 100 der Regionalklasse 6, in Vollkasko der Regionalklasse 4 und in Teilkasko der Regionalklasse 7.

In diesem Jahr hat es wie in den Vorjahren nach Angaben des GDV nur wenige Umstufungen gegeben. In der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung bleibt die Regionalklassen-Einstufung in knapp 75 (Vorjahr: 65) Prozent der Landkreise unverändert. Jeweils rund jeder achte Kreis wurde hoch- beziehungsweise heruntergestuft. Darüber hinaus weist der GDV eine Rangliste der 16 Landeshauptstädte hinsichtlich der Regionalklassen-Einstufung in Haftpflicht aus.

Auf dem Spitzenplatz liegt wie im Vorjahr Schwerin. Mit einem erneut verbesserten Indexwert von 80,54 ist Schwerin die einzige Landeshauptstadt in Regionalklasse eins. Dahinter folgt Erfurt (Regionalklasse drei) vor Kiel und Bremen, die in Regionalklasse vier eingestuft sind. Am anderen Ende der Rangliste finden sich in gleicher Reihenfolge wie im Vorjahr die vier Landeshauptstädte München, Hamburg, Berlin und Wiesbaden wieder, die sich allesamt im Index verschlechterten und auf Werte zwischen 123,89 und 125,81 kamen.

Deutliches Ost-Süd-Gefälle bei Haftpflicht-Regionalklassen

Bei den Haftpflicht-Regionalklassen zeigt sich ein weiteres Mal ein deutliches Ost-Süd-Gefälle. So liegen von den zehn günstigsten Regionen acht in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern. Auf den niedrigsten Indexwert kommt der brandenburgische Kreis Prignitz.

Dahinter folgt der Kreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) vor dem niedersächsischen Kreis Lüchow-Danneberg sowie den beiden brandenburgischen Kreisen Ostprignitz-Ruppin und Oberspreewald-Lausitz. Diese fünf Regionen sind alle in Regionalklasse eins eingestuft und kommen auf Indexwerte zwischen 69,88 und 74,26.

Die Hälfte der zehn teuersten Regionen liegt hingegen in Bayern. Auf den höchsten Wert kommt erneut der bayerische Kreis Augsburg (Indexwert 129,74), gefolgt von dem bayerischen Kempten/ Allgäu (Indexwert 126,99) und den beiden hessischen Kreisen Offenbach und Wiesbaden (Indexerte 126,18 und 125,81). Danach folgt Berlin mit dem Indexwert 125,72. Diese fünf Regionen liegen mit ihren Indexwerten allesamt in Regionalklasse zwölf.

Weniger Umstufungen in Kasko

In der Kaskoversicherung wurde rund jeder vierte Zulassungsbezirk umgestuft, wobei knapp über die Hälfte in eine bessere Regionalklasse eingestuft wurde. Dies gilt nach GDV-Angaben insbesondere für zahlreiche niedersächsische Zulassungsbezirke.

Diese sind in den Top Ten der günstigsten Regionen in der Vollkaskoversicherung gleich acht Mal vertreten. Die Regionen mit den niedrigsten Indexwerten sind Wesermarsch in Barke, Ammerland und Wittmund, die allesamt in Regionalklasse eins eingestuft sind und auf Werte von unter 78 kamen.

Die zehn teuersten Kreise liegen bis auf eine Ausnahme alle in Bayern, angeführt von Ostallgäu und Garmisch-Partenkirchen mit Indexwerten von deutlich über 140. Auch Berlin, Miesbach, Rottall-Inn, Kaufbeuren, Passau/Land und Freyung-Grafenau finden sich in der höchsten Klasse (Regionalklasse neun) wieder.

Die günstigsten Teilkasko-Regionen

Ein anderes Bild zeigt sich in Teilkasko, in der die Rangliste der Bezirke mit den niedrigsten Regionalklassen von der nordrhein-westfälischen Region Münster/ Westfalen angeführt wird. Ebenfalls in Regionalklasse eins eingruppiert sind Erlangen und Würzburg (beide Bayern).

Die teuerste Region ist erneut das bayerische Ostallgäu (Regionalklasse 15), in der der Indexwert deutlich auf fast 220 angestiegen ist. Dahinter folgen die bayerischen Regionen Garmisch-Partenkirchen und Rottal-Inn (Regionalklasse 13) mit Werten von fast 190.

Wer wissen will, in welche Regionalklasse der jeweilige Wohnort in der Kfz-Haftpflicht-, Voll- oder Teilkasko-Versicherung aktuell eingestuft ist, kann dies online unter www.gdv.de/regionalklassen-abfrage prüfen. Bei einer Änderung der Regionalklasse werden die Vertragskunden automatisch von ihrem Kfz-Versicherer informiert.

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