Hoher Schaden pro gestohlenen Pkw

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(verpd) Die Anzahl der geklauten kaskoversicherten Autos ist nach der aktuellen Diebstahlstatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. letztes Jahr im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen. Die durchschnittliche Schadenhöhe von über 15.600 Euro pro gestohlenen Wagen und die Gesamtentschädigungs-Summe in Höhe von 291 Millionen Euro haben sich auf neue Rekordwerte erhöht. In vielen Bundesländern wie auch Großstädten waren Steigerungen bei Schadendurchschnitt, Schadensumme und/oder Schadenhäufigkeit zu verzeichnen.

Wer als Autobesitzer für seinen Wagen eine Voll- oder auch Teilkaskoversicherung abgeschlossen hat, erhält unter anderem wenn das versicherte Fahrzeug geklaut wurde, den Schaden vom Kfz-Versicherer ersetzt. Die Zahl der entwendeten kaskoversicherten Pkws ist im vergangenen Jahr um rund 4,3 Prozent auf 18.659 gestiegen. Dies ist der jüngsten vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) veröffentlichten Diebstahlstatistik für 2015 zu entnehmen.

Durchschnittsschaden auf Rekordhöhe

Die durchschnittliche Entschädigung pro gestohlenes Fahrzeug ist ein weiteres Mal auf einen neuen Rekordwert von rund 15.600 Euro gestiegen. Die gesamte Entschädigungssumme, die die Kfz-Versicherer aufgrund von Pkw-Diebstählen gezahlt haben, hat sich nach einem leichten Rückgang von 2013 auf 2014 nun um 6,6 Prozent auf den neuen Höchstwert von 291 Millionen Euro von 2014 auf 2015 erhöht.

Im Vergleich zu 2007, hier lag im Durchschnitt der Schaden pro gestohlenen Pkw bei rund 10.800 Euro und der Gesamtschaden bei 178,3 Millionen Euro, zeigt sich jeweils eine kräftige Zunahme. So haben die Versicherer letztes Jahr eine fast zwei Drittel höhere Gesamtschadenssumme gehabt. Zudem ist der Durchschnittsschaden pro Pkw um fast 50 Prozent angestiegen.

Der Schaden pro Diebstahl ist in allen Bundesländern bis auf Hessen in 2015 im Vergleich zu 2014 gestiegen. Auf den höchsten Wert kommt Hamburg mit über 21.600 Euro, gefolgt von Hessen mit gut 19.400 Euro. Am niedrigsten ist der Schadendurchschnitt den GDV-Daten zufolge im Saarland und in Sachsen-Anhalt mit jeweils durchschnittlich rund 12.500 Euro Schaden für ein gestohlenes Auto in 2015.

Mehr Diebstähle in der Hälfte aller Bundesländer

In acht Bundesländern sind die Pkw-Diebstähle zahlenmäßig angestiegen, wie aus den GDV-Daten weiter hervorgeht. Den größten Zuwachs an geklauten kaskoversicherten Wagen gab es 2015 in Niedersachsen, hier waren es fast 17,6 Prozent mehr als in 2014, gefolgt von Hamburg mit einem Zuwachs von 14,3 Prozent.

Zweistellige Zuwachsraten bei den gestohlenen kaskoversicherten Autos gab es darüber hinaus in Thüringen (11,4 Prozent), Sachsen-Anhalt (10,7 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (10,5 Prozent).

Im Gegensatz dazu hat sich die Diebstahlzahl der kaskoversicherten Autos im Saarland nach einem Zuwachs von 2013 auf 2014 um 21,8 Prozent von 2014 auf 2015 verringert. In Sachsen gab es einen Rückgang um 6,7 Prozent und in Baden-Württemberg sowie Schleswig-Holstein von jeweils gut fünf Prozent.

Hohe Unterschiede bei der Schadenhäufigkeit

Die statistische Schadenhäufigkeit lag mit 0,5 gestohlenen Pkws pro 1.000 kaskoversicherte Autos auf dem Vorjahresniveau. In den vergangenen Jahren gab es hier keine auffälligen Schwankungen, die Werte lagen immer zwischen 0,5 und 0,6 gestohlenen Wagen pro 1.000 kaskoversicherte Pkws. In acht Bundesländern sind in 2015 im Vergleich zu 2014 die Pkw-Diebstähle von kaskoversicherten Autos zahlenmäßig angestiegen, wie aus den GDV-Daten weiter hervorgeht.

Berlin ist und bleibt mit einer Schadenhäufigkeit von unverändert 3,5 gestohlenen Pkws je 1.000 kaskoversicherten Autos die Hauptstadt der Autodiebe, wie die Daten des GDV weiter zeigen. Dahinter folgt mit einer in etwa halb so großen Schadenhäufigkeit Hamburg. Ebenfalls hoch ist das Diebstahlrisiko in Brandenburg mit 1,3 gestohlenen Pkws pro 1.000 kaskoversicherte Wagen.

Im Mittelfeld liegen Sachsen mit 0,8, Sachsen-Anhalt mit 0,7, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen mit je 0,6 sowie Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit jeweils 0,5 geklauten Autos pro 1.000 kaskoversicherte Pkws. Relativ niedrig ist die durchschnittliche Klaurate in Hessen mit 0,4, in Thüringen mit 0,3 und in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland mit jeweils 0,2 gestohlenen Wagen pro 1.000 kaskoversicherte Autos. Das geringste Diebstahlrisiko gibt es mit einer Schadenhäufigkeit von 0,1 entwendeten Autos je 1.000 kaskoversicherte Pkws in Bayern.

Diebstähle in den Großstädten

Auch in den deutschen Großstädten mit mehr als 300.000 Einwohnern ist der Schadendurchschnitt fast überall gestiegen. Spitzenreiter sind Frankfurt und Düsseldorf mit knapp über beziehungsweise unter 26.000 Euro. Lediglich in Duisburg sind es weniger als 14.000 Euro.

Die meisten Autodiebstähle gab es laut GDV in Berlin mit über 3.200 gestohlenen kaskoversicherten Wagen sowie in Hamburg (knapp 1.100 entwendete Pkws), in Nürnberg und Stuttgart waren es hingegen unter 50 geklaute kaskoversicherte Autos. Bei der Schadenhäufigkeit pro 1.000 kaskoversicherte Pkws liegt ebenfalls Berlin mit 3,5 geklauten Autos auf dem unrühmlichen Spitzenplatz. Dahinter folgen relativ dicht beieinander Hamburg, Hannover, Leipzig und Dresden mit Klauraten zwischen 1,8 und 1,4 pro 1.000 kaskoversicherte Wagen.

Besonders niedrig ist das Diebstahlrisiko in München mit 0,3 sowie in Nürnberg und Stuttgart mit jeweils 0,2 gestohlenen Autos pro 1.000 kaskoversicherte Pkws.

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