Für welche Fahrzeuge die Autoversicherung günstiger wird

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(verpd) Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat mit der Veröffentlichung der Einstufungen in die neuen Typklassen bekannt gegeben, welche Tarifumstellungen auf die Autofahrer zukommen. In der Kfz-Haftpflichtversicherung bleibt für gut zwei Drittel der Fahrzeugmodelle alles beim Alten, in der Voll- und Teilkaskoversicherung für knapp jedes zweite Modell.

Ein unabhängiger Treuhänder überprüft laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) jedes Jahr die Schadenverläufe der vorhandenen Fahrzeugmodelle – aktuell sind es rund 26.000 verschiedene Pkw-Modelle. Auf dieser Basis wird eine Neueinstufung in die Typklassen vorgenommen, die für die Versicherungs-Unternehmen unverbindlich ist. Ausschlaggebend ist dabei das jeweils aktuelle Typklassenverzeichnis, das vor Kurzem vom GDV veröffentlicht wurde.

Die Versicherungsprämien in der Kfz-Haftpflicht- oder Kaskoversicherung hängt unter anderem von der jeweiligen Typklasseneinstufung des versicherten Pkws ab.

Typklasse und Prämienhöhe

Die Typklassen spiegeln nach Angaben des GDV „die Schaden- und Unfallbilanzen eines jeden in Deutschland zugelassenen Automodells wider“. Im Bereich Kfz-Haftpflichtversicherung wird dies hauptsächlich von der Fahrzeugart und der Fahrweise der jeweiligen Pkw-Fahrer beeinflusst. In Kasko werden darüber hinaus auch örtliche Besonderheiten wie etwa Diebstahlhäufigkeit, Sturm- und Hagel- sowie Glasschäden, Fahrzeugbrände oder die Anzahl der Wildunfälle berücksichtigt.

16 Typklassen gibt es für die Kfz-Haftpflichtversicherung (Typklasse 10 bis 25), 25 für die Vollkaskoversicherung (Typklasse 10 bis 34) und 24 für die Teilkaskoversicherung (Typklasse 10 bis 33). Wurden für ein Automodell gegenüber den Vorjahren weniger Schäden gemeldet und entschädigt, wird es in eine niedrigere Typklasse eingestuft und umgekehrt. Je niedriger die Typklasse, desto günstiger ist die Versicherungsprämie.

Bei neuen Kfz-Versicherungsverträgen werden die Versicherungsprämien nach dem neuesten Typklassenverzeichnis ab dessen Veröffentlichung eingestuft. Die Veröffentlichung erfolgt meist Anfang September eines Jahres. Für bestehende Kfz-Policen ändern sich die Versicherungsprämien entsprechend der neuen Typklasseneinstufung jeweils zur Hauptfälligkeit. In der Regel wird die nächste Hauptfälligkeit für die meisten Kfz-Policen der 1.1.2016 sein.

Aktuell nur wenige Umstufungen in Kfz-Haftpflicht

In der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung bleibt nach Angaben des GDV bei der Typklasseneinstufung für rund 70 Prozent der Fahrzeugmodelle alles beim Alten. Für rund jedes sechste Modell gab es eine Verschlechterung, für etwa jedes siebte eine Verbesserung.

Umstufungen um mehr als eine Typklasse gab es nur in wenigen Fällen, teilte der GDV weiter mit. Als Beispiel für eine besonders große Verschlechterung führt der Versichererverband das Modell Mercedes-Benz 204 (C 180, 115 kW) an, das für 2016 mit Typklasse 18 drei Klassen schlechter eingestuft wird als im Jahr zuvor. Zwei Klassen verschlechtert hat sich der Kia RP (Carens 1.6, 99 kW – aktuell Typklasse 17). Für eine ganze Reihe von Fahrzeugmodellen gab es nach GDV-Angaben eine Verbesserung um zwei Stufen.

So finden sich der Audi 8V (A3 Sportback 1.6 TDI, 77 kW), der Ford JK8 (B-MAX 1.0, 74 kW), der Opel J-A (Mokka 1.6, 85 kW) sowie der Renault R (Captur 1.5 DCI, 81 kW) aktuell in Typklasse 16 wieder. Zwei Klassen besser eingestuft wurden zudem der Nissan J11 (Qashqai 1.6 DCI, 96 kW – Typklasse 14), der VW AUV (Golf VII Variant 2.0 TDI, 110 kW – Typklasse 14), der Mitsubishi CW0 (Outlander 2.0, 110 kW – Typklasse 17) und der Ssangyong CK (Korando 2.0 Diesel, 129 kW – Typklasse 20).

Gewinner und Verlierer in Vollkaskoversicherung ...

In der Voll- und Teilkaskoversicherung werden jeweils rund 45 Prozent der Fahrzeuge in andere Typklassen eingestuft: Ganz überwiegend gab es nach den Daten des Versichererverbands bessere Einstufungen. In Vollkasko schneiden rund 8,6 Millionen Fahrzeuge besser ab, während nicht einmal 800.000 Pkw in eine schlechtere Typklasse eingestuft wurden.

Als Beispiele für besonders große Herunterstufungen in der Vollkasko nennt der GDV den Nissan J11 (Qashqai 1.6 DCI, 96 kW – von Typklasse 23 in 19), den VK Subaru SJ (Subaru Forester 2.0 D, 108 kW – von Typklasse 24 in 21), den Opel J-A (Mokka 1.6, 85 kW – von Typklasse 20 in 17) und den Seat 5F (LEON 1.4 TSI, 90 kW – von Typklasse 22 in 19).

Gleich um fünf Klassen schlechter eingestuft wurde der Mazda BL (Mazda 3 FLH 2.0, 88 kW), der sich aktuell in der Vollkasko-Typklasse 25 wiederfindet. Verschlechterungen um zwei Klassen gab es in Vollkasko für die Modelle BMW 3C (420D Coupe, 135 kW – Typklasse 26), Kia RP (Carens 1.6, 99 kW – Typklasse 21), JLR LW (Range Rover Sport 3.0 TD, 215 kW – Typklasse 34) sowie Mercedes-Benz 204 (C 180, 115 kW – Typklasse 26), wie der Versichererverband weiter mitteilte.

... und in der Teilkaskoversicherung

In der Teilkasko wurden 5,3 Millionen Autos in eine bessere und 300.000 Pkws in eine schlechtere Typklasse eingestuft. In diesem Bereich verschlechterten sich insbesondere der JLR LW (Range Rover Sport 3.0 TD, 215 kW – von Typklasse 28 in 33) sowie der Lexus HAL1(A) (Lexus RX450 Hybrid, 183 kW – von Typklasse 26 in 30), während der Suzuki GF (Alto 1.0, 50 kW) mit Typklasse 17 drei Klassen besser abschneidet.

Der GDV bietet im Internet ein Suchportal an, bei dem jeder selbst feststellen kann, in welche Typklasse sein Fahrzeug nach dem neuesten Typklassenverzeichnis eingestuft ist.

Hat man den Fahrzeugschein zur Hand, empfiehlt sich die sogenannte „Einfache Suche“, wenn nicht, kann man mithilfe der Automarke sowie der genauen Typbezeichnung, der Motorleistung und des Hubraums die jeweilige Typklasse mit der „Komplexen Suche“ ermitteln.

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