Diebstahlschutz für Schiffe und Schiffszubehör

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(verpd) Jedes Jahr zahlen deutsche Versicherer zweistellige Millionenbeträge als Schadensersatz für gestohlene Boote und entwendetes Zubehör an ihre Kunden. Die Polizei gibt Tipps, was Schiffsbesitzer zum Schutz vor Dieben tun können.

Eine abgelegene Steganlage und/oder ein unzulänglicher Diebstahlschutz von Schiffen und Schiffszubehör erleichtert Dieben oftmals ihr kriminelles Handeln. Alleine letztes Jahr wurden fast 300 Schiffe und über 1.300 Außenbordmotoren in Deutschland gestohlen.

Immer ausreichend absperren

Die Polizei erklärt, wie ein umfassender Diebstahlschutz aussehen kann: Zum einen sollten abgelegene Steganlagen vermieden werden, zum anderen ist es hilfreich, wenn Stegnachbarn und Hafenmeister über eine längere Abwesenheit informiert werden, damit diese wachsamer sind. Prinzipiell sollte das Boot auch bei kurzer Abwesenheit abgeschlossen und keine Wertgegenstände zurückgelassen werden.

Gegen einen Komplettdiebstahl hilft unter anderem eine Einbruchmeldeanlage mit akustischen und/oder optischen Signalen, die im Falle des Falles direkt eine Notserviceleitstelle informiert. Eine versteckte Absperrung der Benzinzufuhr sowie eine Wegfahr- und Lenkradsperre, aber auch neben der Liegeplatzvertäuung eine zusätzliche Sicherung mit Stahlketten erschwert einen Diebstahl erheblich.

Steht das Boot auf einem Trailer, sollte dieser gegen Diebstahl unter anderem durch eine Kupplungssicherung, durch Radkrallen oder aber auch durch Stahlständer als Radersatz und eine zusätzliche Absicherung mit Ketten gesichert werden.

Mit Schlössern gegen den Diebstahl von Außenbordmotoren

Um einen Teildiebstahl zu verhindern, können beispielsweise Außenbordmotoren mit besonders schwer zu knackenden Schlössern, wie einem VdS- oder gleichwertig zertifiziertem Schloss, das über die Knebelschrauben reicht, gesichert werden.

Auch für verbolzte Schiffsmotoren gibt es spezielle Sicherheitsschlösser in Form von Spezialbolzen oder Überwurfsicherungen.

Leicht demontierbares oder tragbares Zubehör wie Ferngläser oder ein transportabler Tank sollten bei längerer Abwesenheit nicht an Bord bleiben. Die Polizei rät zudem, die Gardinen am Schiff geöffnet zu lassen, damit Kriminelle gleich erkennen, dass im Schiffsinneren nichts Wertvolles zu stehlen ist.

Mit Ortungssystem und Bootspass zum Boot

Ist es trotz aller Vorsicht dennoch zu einem Diebstahl gekommen, hilft ein verbautes Ortungssystem beim Wiederauffinden. Eine ausführliche Beschreibung der Schiffsmerkmale erleichtert zudem die Identifikation eines Bootes und somit auch die Fahndung der Polizei. Um keine wichtigen Daten und Merkmale zu vergessen, empfiehlt sich diesbezüglich das Ausfüllen eines Bootspasses. Je genauer und umfassender die Beschreibung von Boot und Zubehör, desto höher sind nach Angaben von Sicherheitsexperten die Chancen, dass das Eigentum aufgefunden und der Dieb gefasst wird.

Einen solchen Bootspass gibt es in der Regel kostenlos beim jeweiligen Schiffsversicherer, aber auch zum Herunterladen auf den Internetseiten für Skipper des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), sowie bei der Polizei unter www.polizei-beratung.de. Im Bootspass werden unter anderem der Name des Bootes, technische Daten sowie Besonderheiten und Merkmale wie Beschädigungen oder eine nicht serienmäßige Ausstattung abgefragt.

Der Pass sollte immer auf dem neuesten Stand gehalten und beispielsweise der nachträgliche An- oder Einbau von Zusatzgeräten oder erledigte größere Reparaturen vermerkt werden. Auch die im Bootspass abgefragten Motordaten, wie eventuell vorhandene Motornummer, Antriebsnummer, Reparaturnummer am Propeller sowie sonstige Nummern sind einzutragen, denn das erleichtert die Fahndung bei einem möglichen Teilediebstahl.

Individuelle Codierung

Ebenfalls hilfreich sind Fotos vom Schiff und vom Schiffszubehör aus verschiedenen Perspektiven, die zusammen mit dem Bootspass aufbewahrt werden. Der ausgefüllte Bootspass sollte zur eigenen Sicherheit mehrmals kopiert und an unterschiedlichen Plätzen – nicht nur im Boot – griffbereit aufbewahrt werden.

Die Polizei rät zudem bei Booten, Außenmotoren und anderem hochwertigen Zubehör, das aus festem Material wie Metall oder hartem Kunststoff besteht, eine zusätzliche individuelle Nummer eingravieren (codieren) zu lassen und diese ebenfalls im Bootspass zu vermerken.

Mittlerweile bietet die Wasserschutzpolizei in fast allen Bundesländern entsprechende Codierungen an, um Diebe abzuschrecken. Schon alleine der Hinweis, dass das Boot codiert wurde, schreckt manche Diebe ab.

Vorsicht vor gestohlenen Schiffen

Auch wer ein Boot kaufen möchte, sollte sich vor Hehlerware schützen. Nach Angaben des GDV ist besondere Vorsicht geboten, wenn ein Boot ohne Rumpfnummer (CIN – Craft Identification Number) oder mit einer überarbeiteten Individualnummer angeboten wird. Zudem sollten vor dem Kauf immer Herkunft und Besitzverhältnisse des Bootes geklärt sein. Die Wasserschutzpolizei Konstanz hat in dem kostenlos herunterladbaren Flyer „Gestohlene Boote“ die wichtigsten Punkte zusammengefasst, wie man sich beim Kauf eines Schiffes vor Betrug schützen kann.

Übrigens: Der Verlust oder die Beschädigung eines Motor- oder Segelbootes durch Diebstahl, aber auch durch Feuer, höhere Gewalt, Unfall, Kentern und Sinken kann mit einer Bootskaskoversicherung abgesichert werden. Je nach Vertragsvereinbarung leistet der Versicherer auch bei Schäden, die bei Land- und Fährtransporten innerhalb Europas und/oder als Folge eines Konstruktions-, Fabrikations- und Materialfehlers entstanden sind.

Optional wird häufig auch eine Neuwertversicherung für Boote, die nicht älter als fünf Jahre sind, angeboten. Erstattet wird dann nicht nur der Marktwert, also der Wert des Schiffes zum Zeitpunkt des Unfalles oder Diebstahls, sondern der tatsächliche Preis, den man im Versicherungsfall für den Neukauf der versicherten Sache bezahlen müsste. Auch eine Kostenübernahme für eine eventuelle Wrackbeseitigung kann vereinbart werden.

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