Der richtige Versicherungsschutz für Pedelecs und E-Bikes

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(verpd) Insgesamt gibt es in Deutschland rund 2,1 Millionen Elektrofahrräder. Prinzipiell sollte man damit nur mit einem passenden Versicherungsschutz unterwegs sein, um nach einem selbst verschuldeten Unfall oder auch, wenn das Rad geklaut wird, nicht tief in die eigene Tasche greifen zu müssen.

Alleine letztes Jahr wurden laut Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV) 480.000 neue Elektrofahrräder hierzulande gekauft. Abhängig von der Art des Elektrorades dürfen manche nur gefahren werden, wenn eine Kfz-Haftpflichtversicherung dafür besteht. Diese kommt für Schäden auf, die man mit dem versicherten Elektrorad bei anderen verursacht hat. Außerdem lehnt sie unangemessene Schadensforderungen Dritter ab.

Doch auch wer keine Kfz-Haftpflicht für sein Elektrorad benötigt, sollte sich absichern, da er bei einem selbst verschuldeten Unfall gemäß Paragraf 823 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) mit seinem gesamten Vermögen haftet. Auch die finanzielle Absicherung eines Diebstahls kann sinnvoll sein, denn der Preis für ein Elektrorad liegt bei bis zu 4.000 €.

Elektrofahrräder mit Tretunterstützung bis 25 km/h

Rechtlich gilt ein Fahrrad mit Elektromotor, der eine maximale Motorleistung von 250 Watt hat und den Fahrer beim Treten maximal bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützt, als Fahrrad. Dies gilt auch dann, wenn das Elektrorad eine Schiebe- und Anfahrhilfe ohne Treten bis 6 km/h bietet. 95 Prozent aller verkauften Elektroräder sind sogenannte Pedelecs, also Fahrräder mit Motorunterstützung bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h. Damit darf zum einen auf Radwegen gefahren werden und zum anderen benötigt man dafür keine eigene Kfz-Versicherung.

Wer allerdings einen Unfall baut und dadurch einen anderen schädigt, muss den entstandenen Schaden aus der eigenen Tasche zahlen, wenn im Rahmen einer privaten Haftpflicht-Police kein entsprechender Versicherungsschutz vorhanden ist. Empfehlenswert ist es daher, bei der privaten Haftpflichtversicherung – sofern eine besteht – nachzufragen, ob diese Schäden mit abgedeckt sind. Ist dies nicht der Fall, kann dieses Risiko beitragsfrei oder gegen einen kleinen Zuschlag mitversichert werden.

Finanzieller Schutz bei Diebstahl

Das Diebstahlrisiko eines Pedelecs kann in vielen Hausratversicherungs-Policen – teils gegen einen kleinen Prämienaufschlag – mit eingeschlossen werden. Je nach Tarif gibt es bei der Versicherungssumme, mit der das E-Rad abgedeckt ist, sowie beim Versicherungsumfang Unterschiede. In manchen Policen ist das Pedelec nur bis zu einer bestimmten Summe abgesichert.

Auch der Diebstahlschutz eines ordnungsgemäß gegen Diebstahl abgesicherten E-Bikes kann zum Beispiel auf die Zeit zwischen 6 bis 22 Uhr beschränkt sein. Oftmals gibt es jedoch die Option, eine höhere Entschädigungsleistung und/oder einen zeitunabhängigen Schutz zu vereinbaren. Möglich ist aber auch eine eigenständige Fahrradversicherung. Eine derartige Police deckt je nach Vertragsvereinbarung nicht nur das Diebstahlrisiko, sondern gegebenenfalls auch Vandalismusschäden oder sogar Schäden am Bike durch einen Sturz oder Unfall ab.

Wann ein Versicherungs-Kennzeichen notwendig ist

Für E-Bikes und S-Pedelecs ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung vorgeschrieben, die durch ein Versicherungs-Kennzeichen nachgewiesen wird. Ein E-Bike ist ein Elektrofahrrad, das bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h alleine von der Motorleistung angetrieben wird, ohne dass man in die Pedale treten muss. Ein S-Pedelec ist ein Elektrorad mit einer Tretunterstützung bis 45 km/h mit oder ohne Anfahrhilfe.

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