Das hat es mit den Typklassen auf sich

 - 

(verpd) Jedes Pkw-Modell ist für die Kfz-Haftpflicht- und Kasko-Versicherung in je eine bestimmte Typklasse eingruppiert. Unter anderem bestimmt diese Einstufung die Höhe des Kfz-Versicherungsbeitrages.

Insgesamt gibt es bis zu 16 Typklassen in Haftpflicht (Typklasse 10 bis 25) und 31 Typklassen in Kasko (Typklasse 10 bis 40). Diese spiegeln das unterschiedliche Schadenbild wider, das die Versicherer für die verschiedenen Autos aus der Schadenstatistik ablesen. Jedes Pkw-Modell ist in der Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkasko-Versicherung unabhängig voneinander in eine Typklasse eingruppiert.

Die PS sind nicht maßgebend

In der Haftpflichtsparte galt bis vor einigen Jahren noch eine Beitragsberechnung nach Motorstärke. Im Typklassentarif sind dagegen die tatsächlichen Unfallerfahrungen maßgeblich. Deshalb sind zum Beispiel typische Anfänger- oder Vielfahrer-Fahrzeuge relativ teuer und PS-starke Liebhaber-Karossen vergleichsweise billig.

In der Kasko-Versicherung sind außer der Häufigkeit von Schadensfällen die Anschaffungskosten (bei Totalverlust, zum Beispiel Diebstahl) und die Reparaturkosten (bei Beschädigungen) maßgeblich.

Regelmäßige Anpassung

Typisch ist, dass neue Baureihen, die eher von versierten Fahrern erworben werden, günstiger eingestuft sind als die Vorgängermodelle, die eher von Anfängern gefahren werden. Die Einstufungen werden jährlich zum 1. Oktober überprüft und führen ab der nächsten Hauptfälligkeit (das ist meistens der 1. Januar) zu höheren oder niedrigeren Beiträgen.

Bei Preiserhöhungen besteht ein Kündigungsrecht innerhalb eines Monats nach Erhalt der entsprechenden Mitteilung. Dabei gilt es zu beachten, dass Änderungen der Typklassen durchweg von allen Versicherern in die Tarife eingearbeitet werden, die Typklassen-Verschlechterungen lassen sich also nicht durch einen Versichererwechsel vermeiden.

Nach der Einstufung fragen

Experten raten deshalb, vor dem Autokauf nach der Einstufung zu fragen, um Überraschungen zu vermeiden, denn selbst ähnliche Fahrzeuge sind oft in unterschiedliche Typklassen eingestuft. Die Autoversicherer bieten im Internet eine entsprechende Informationsmöglichkeit an.

Ein typisches Beispiel für solche Differenzen ist bei Volkswagen die Modellreihe des Golfs. Während zum Beispiel eine Modellvariante des Golf V mit 140 PS die Typklasse 15 in der Haftpflicht hat, ist eine andere Variante des Golf V mit der gleichen PS-Zahl in Typklasse 18 deutlich höher eingestuft, was letztendlich auch eine höhere Prämie bedeutet.

Weitere News zum Thema

  • Verhängnisvolle Filmaufnahmen aus dem Auto

    [] Wer mit einer in seinem Auto angebrachten Kamera andere Verkehrsteilnehmer filmt, verstößt selbst dann gegen das Bundesdatenschutz-Gesetz, wenn dadurch ein Straftäter überführt wird. Er kann daher mit einer Geldbuße bestraft werden. Das hat das Amtsgericht München mit einem kürzlich veröffentlichten Urteil entschieden (Az. 1112 OWi 300 Js 121012/17). mehr

  • Den Weihnachtsbaum sicher mit dem Auto transportieren

    [] Schon bei der Auswahl des Christbaums sollte man auch daran denken, wie man ihn unbeschadet und gefahrlos nach Hause transportiert. Wer das gute Stück mit dem Auto befördern will, sollte unter anderem auch auf die passende Größe des Baumes achten, anderenfalls kann unter anderem ein Bußgeld drohen. mehr

  • Crash mit zugeschneitem Felsblock

    [] Der Betreiber eines Parkplatzes ist nicht dazu verpflichtet, große Steine oder Felsblöcke, die sich auf einer Grünanlage neben einer Parkbucht befinden, von Schnee zu räumen, damit sie von den Nutzern des Platzes besser wahrgenommen werden können. Das hat das Amtsgericht München mit einem veröffentlichten Urteil entschieden (Az. 161 C 22917/15). mehr

  • Kfz-Unfall: Video kontra Lügner

    [] (verpd) Aufzeichnungen von Kameras, die in Fahrtrichtung fest auf dem Armaturenbrett eines Autos installiert sind – sogenannte Dashcams – dürfen in der Regel in einem Zivilprozess verwertet werden. Das hat das Oberlandesgericht Nürnberg mit einem Hinweisbeschluss entschieden und damit ein Urteil des Landgerichts Regensburg bestätigt (Az. 13 U 851/17). mehr

  • Fahrerflucht: Hilfe für die Opfer

    [] (verpd) Wer bei einem Verkehrsunfall einen Schaden erlitten hat und diesen nicht beim Unfallverursacher geltend machen kann, weil dieser unerkannt geflüchtet ist oder keinen Versicherungsschutz hat, kann unter Umständen trotzdem eine Entschädigung erhalten. Ansprechpartner ist in solchen Fällen der Verein Verkehrsopferhilfe e.V. (VOH). Dies gilt auch, wenn ein Kfz-Fahrer vorsätzlich mit seinem Fahrzeug Personen- oder Sachschäden herbeiführt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.