Darauf sollte man beim Kauf eines Gebrauchtwagens achten

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(verpd) Personen, die in älteren Fahrzeugen verunglücken, erleiden häufiger schwere Verletzungen als in modernen Pkws. Das hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) bei einer Analyse ihrer Unfalldatenbank festgestellt. Beim Kauf eines Gebrauchtwagens sollte man daher besonders auf sicherheitsrelevante Merkmale achten.

Beim Kauf eines gebrauchten Wagens gibt es einiges zu prüfen, damit man zum einen lange Freude am neu erworbenen Fahrzeug hat, und zum anderem auch die Sicherheit für die Insassen des Fahrzeuges im Falle eines Unfalles nicht zu kurz kommt. Kfz-Experten raten, dass bei der Besichtigung eines älteren Pkws am besten ein Fachmann dabei sein sollte.

Um Mängel an einem Auto zu entdecken, ist es wichtig, dass der Pkw am Tage und bei gutem Wetter besichtigt wird. Auf keinen Fall bei Regen, da man zum Beispiel auf einem nassen Lack Kratzer und Beulen nur schwer erkennen kann. Zuerst sollte man die Papiere prüfen, also ob die Fahrgestellnummer mit dem Kfz-Brief übereinstimmt, was im letzten Hauptuntersuchungs-Bericht (HU- oder auch TÜV-Bericht genannt) steht, und welche Inspektionen laut Serviceheft gemacht wurden.

Vorsicht bei Autos, die 17 Jahre und älter sind

Nach Angaben der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zeigt die Unfallstatistik, dass ältere Autos mit einem Baujahr vor 1997 bei ähnlichen Unfällen deutlich stärker deformiert werden als jüngere Pkws.

Unabhängig vom Alter des Fahrers steige bei alten Fahrzeugen für die Insassen zudem das Risiko, schwere Verletzungen zu erleiden, deutlich an.

Ist das Auto älter als 17 Jahre, ist nach den Analyseergebnissen das Risiko des Fahrers, schwer verletzt zu werden, viermal so groß wie in einem neueren Pkw. Ein Grund ist sicher, dass Airbags und ESP erst verstärkt nach 1997 zur Standardausstattung gehören.

Mehr Sicherheit ab Baujahr 2000

Auch Crashtests, die vom UDV durchgeführt wurden, zeigen den Sicherheitsunterschied zwischen neuen und älteren Pkws. So kollabierte die Fahrgastzelle eines 1997 gebauten Autos bei gleichen Testbedingungen, wie einer Geschwindigkeit von 60 km/h, während die eines 2004 hergestellten Pkws erhalten blieb. Der Dummy im älteren Wagen war damit deutlich höheren Belastungen ausgesetzt, die in der Realität schwerste oder sogar tödliche Verletzungen bedeuten würden, als beim neueren.

Der UDV empfiehlt beim Autokauf darauf zu achten, dass am besten Pkws ab Baujahr 2000 gekauft werden. Denn erst ab Ende der 90er-Jahre haben sich Verbraucher-Crashtests etabliert, die zu mehr Sicherheit führten.

Auch gebrauchte Autos sollten immer mit Airbags und einem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) ausgestattet sein. Die Webseite www.udv.de/esp zeigt, welche Modelle über ESP verfügen. Prinzipiell müssen zudem alle Sicherheitsgurte funktionsfähig und in Ordnung sein. Der im Internet herunterladbare Flyer „Sichere Autos kaufen“ des UDV gibt weitere Tipps für den Autokauf.

Sicherheitsrelevante Kriterien

Hinsichtlich der Sicherheit gilt es zudem zu überprüfen, ob die Sicherheitsgurte, alle Bremsen – also auch die Handbremse – und alle Lichter am Fahrzeug funktionieren. Die Scheinwerfer sollten frei von Steinschlägen, Rissen oder Feuchtigkeit sein. Auch alle sonstigen Funktionen wie Scheibenwischer, elektrische Fensterheber, Blinker, Warnblinklicht, Heizung, Klimaanlage, Schiebedach und/oder Radio/Audioanlage sind zu kontrollieren.

Außerdem ist es wichtig, die Reifen und Felgen, Karosserie und Motor zu prüfen. Die Reifen sollten keine Risse haben und über genügend Profil von mindestens vier Millimetern verfügen. Ist das Profil einseitig abgefahren, kann dies auf einen Fahrwerksschaden hindeuten.

Neben Steinschlägen, Beulen und Kratzern an der Karosserie sollte man auch auf den Lackzustand achten. Ist der Lack an einer Stelle anders als am Rest des Autos, kann dies bedeuten, dass aufgrund eines Unfalles nachlackiert wurde. Unfallverdächtig ist zudem, wenn die Spaltmaße bei den Türen, an der Kofferraumklappe und der Motorhaube unterschiedlich breit sind. Um einen Wagen nach Rost abzusuchen, sollten typische Korrosionsstellen an den Kotflügeln, den Türkanten, -falzen und -schwellen, den Bodenblechen im Innenraum und am Unterboden inspiziert werden.

Probefahren gehört dazu

Bezüglich des Motors sagen der Zustand der Schläuche sowie der Stand der Flüssigkeiten bei Öl und Kühlmittel viel über die Pflege und Wartung eines Autos aus. Bei Autos mit angeblich wenig Laufleistung deuten stark abgenutzte Gas- und Bremspedalgummis sowie ein abgewetztes Lenkrad auf etwas anderes hin.

Ist der Motorinnenraum ohne jeglichen Schmutz, muss man davon ausgehen, dass das Fahrzeug einer Motorwäsche unterzogen wurde. Mögliche Öllecks lassen sich daher häufig nicht durch eine reine Sichtkontrolle erkennen.

Wichtig ist eine Probefahrt. So lässt sich beispielsweise feststellen, ob die Gänge problemlos eingelegt werden können, die Kupplung und die Bremse ruckelfrei funktionieren, die Stoßdämpfer in Ordnung sind oder eine Reifenunwucht vorhanden ist. Zudem sollte man auf auffällige Geräusche, die durch einen Defekt am Motor, am Getriebe oder am Auspuff oder infolge beschädigter Tür- oder Fensterdichtungen entstehen können, hören.

Hilfe von Experten

Hilfreiche Checklisten für den Kauf eines Gebrauchtwagens bieten unter anderem die TÜV Nord Gruppe, aber auch Onlinefahrzeugmärkte wie mobile.de oder autoscout24.de. Wer sichergehen möchte, dass ein Wagen in Ordnung ist, kann mit dem Verkäufer auch eine neutrale Prüfung des Fahrzeugs durch einen Kfz-Spezialisten vereinbaren. Das können eine Kfz-Werkstatt oder auch andere Kfz-Spezialisten wie zum Beispiel die Dekra e.V., ein Technischer Überwachungsverein, die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH oder sonstige Kfz-Sachverständige sein.

Für einen seriösen Verkäufer dürfte dies kein Problem sein, wenn die Kosten dafür der Käufer trägt. Da es trotz aller Vorsicht dennoch zu Problemen mit dem neuen „Gebrauchten“ kommen kann, sind Streitigkeiten mit dem Verkäufer nicht auszuschließen. Inhaber einer Verkehrsrechtsschutz-Police müssen beim Ärger mit einem gekauften Fahrzeug das Kostenrisiko eines eventuell notwendigen Gerichtsprozesses jedoch nicht selbst tragen.

Die Rechtsschutz-Versicherung prüft nämlich zum einen, ob überhaupt Erfolgsaussichten bestehen, und gibt dann, wenn dies positiv beschieden wird, eine Leistungszusage. Sie übernimmt dann unter anderem die anfallenden Anwalts-, Gerichts- und eventuell Sachverständigenkosten bei Vertragsproblemen rund um das Kfz. Versichert sind über eine solche Police zudem auch andere Streitfälle, beispielsweise wenn man nach einem Unfall beim Unfallgegner Schmerzensgeld und Schadenersatzansprüche geltend machen muss.

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