Damit Schiffsdiebe nicht weit kommen

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(verpd) Laut Bundesverband Wassersportwirtschaft e.V. gibt es in Deutschland rund eine Million Segler und 1,2 Millionen Motorbootfahrer. Auch Diebe finden Gefallen an den zum Teil recht wertvollen Booten und Jachten. Allerdings können die Schiffsbesitzer selbst dafür sorgen, dass Gauner mit dem gestohlenen Eigentum nicht weit kommen.

Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. stehlen jedes Jahr europaweit Diebe versicherte Wasserfahrzeuge und Zubehör in Höhe von rund 130 Millionen Euro. Das Wiederfinden des Diebesgutes wird dadurch erschwert, dass, anders als bei Autos, Lkws und Motorrädern, Boote und Jachten nicht einheitlich gekennzeichnet sind.

Eine ausführliche Beschreibung der Schiffsmerkmale ist daher umso wichtiger, denn nach einem Diebstahl kann dies die Identifikation eines Bootes und die Fahndung der Polizei erheblich erleichtern. Um keine wichtigen Daten und Merkmale zu vergessen, empfiehlt sich das Ausfüllen eines Bootspasses. Je genauer und umfassender die Beschreibung von Boot und Zubehör, desto höher sind nach Angaben von Sicherheitsexperten die Chancen, dass das Eigentum aufgefunden und der Dieb gefasst wird.

Detaillierte Beschreibung entlarvt Diebesgut

Ein solcher Bootspass ist in der Regel bei jedem Schiffsversicherer erhältlich, kann aber auch auf den Internetseiten für Skipper des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) kostenlos heruntergeladen werden.

Im Bootspass werden umfassende Daten, die zur polizeilichen Fahndung, aber auch für die Diebstahlmeldung beim Bootsversicherer hilfreich und notwendig sind, abgefragt. Unter anderem sind hier vom Schiffseigner der Name des Bootes, technische Daten, Besonderheiten und Merkmale, wie nicht serienmäßige Ausstattung, und Beschädigungen einzutragen. Der Bootspass sollte zudem immer auf dem neuesten Stand gehalten und beispielsweise der nachträgliche An- oder Einbau von Zusatzgeräten oder erledigte größere Reparaturen nachgetragen werden.

Da jedes Jahr alleine in Deutschland rund 1.000 Bootsmotoren geklaut werden, ist es auch wichtig, die im Bootspass abgefragten Motordaten, wie eventuell vorhandene Motornummer, Antriebsnummer, Reparaturnummer am Propeller sowie sonstige Nummern einzutragen.

Bilder und zusätzliche Gravuren

Es ist auch sinnvoll, das Boot sowie dessen Besonderheiten, aber auch das Schiffszubehör, aus verschiedenen Perspektiven zu fotografieren und die Bilder dem Bootspass beizulegen. Der ausgefüllte Bootspass sollte zur eigenen Sicherheit mehrmals kopiert und an unterschiedlichen Plätzen – nicht nur im Boot – griffbereit aufbewahrt werden.

Sicherheitsexperten raten zum eigenen Schutz zudem, Boote, Motoren und sonstiges Zubehör zusätzlich noch gravieren zu lassen und die Nummern ebenfalls in dem Bootspass zu vermerken. Mittlerweile bietet die Wasserschutzpolizei in fast allen Bundesländern entsprechende Gravuraktionen an, um Diebe abzuschrecken. Schon alleine der Hinweis, dass das Boot graviert wurde, schreckt manche Diebe ab.

Doch auch wer ein Boot kaufen möchte, kann sich vor Hehlerware schützen. Nach Angaben des GDV ist besondere Vorsicht geboten, wenn ein Boot ohne Rumpfnummer (CIN – Craft Identification Number) oder mit einer überarbeiteten Individualnummer angeboten wird. Zudem sollten vor dem Kauf immer Herkunft und Besitzverhältnisse des Bootes geklärt sein.

Sinnvolle Versicherungslösungen für Boot und Besitzer

Übrigens: Grundsätzlich gilt, wer mit einem Boot einen Unfall verursacht und einen anderen schädigt, haftet auch dafür – egal wie hoch die Schadenkosten sind. Eine Sportboot-Haftpflichtpolice, die den Eigentümer, aber auch alle zur Bedienung des Bootes berechtigten Personen absichert, übernimmt solche Schäden, wehrt aber auch ungerechtfertigte Forderungen ab.

Wer den Schaden ersetzt bekommen möchte, wenn sein Motor- oder Segelboot geklaut oder durch Brand, höhere Gewalt, Diebstahl, Unfall, Kentern und Sinken beschädigt wird, sollte eine Bootskasko-Versicherung abschließen. Je nach Vereinbarung besteht der Versicherungsschutz sogar bei Land- und Fährtransporten innerhalb Europas sowie bei Schäden durch Konstruktions-, Fabrikations- und Materialfehler.

Bei Booten, die nicht älter als fünf Jahre sind, kann meist optional auch der Neuwert versichert werden. Erstattet wird dabei nicht nur der Marktwert, also der Wert des Bootes oder Schiffszubehörs zum Zeitpunkt des Unfalles oder Diebstahls, sondern der tatsächliche Preis, den man für den Neukauf der beschädigten Sache bezahlen müsste. Auch eine Kostenübernahme für eine eventuelle Wrackbeseitigung kann vereinbart werden.

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