Damit die Versicherung im Schadenfall problemlos leistet

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(verpd) Besteht für einen Schaden ein entsprechender Versicherungsschutz, hat der Versicherte ein Recht auf die vertraglich vereinbarte Entschädigung. Allerdings gibt es für den Versicherungsnehmer im Schadenfall neben Rechten auch Pflichten. Nur wenn diese eingehalten werden, steht einer unproblematischen Schadensabwicklung nichts im Wege.

Jeder Kunde, der einen Versicherungsvertrag abgeschlossen hat, muss sogenannte Obliegenheiten erfüllen. Wer diese Pflichten, die in den Paragrafen 19 bis 32 VVG (Versicherungs-Vertragsgesetz) sowie in den Allgemeinen Versicherungs-Bedingungen des jeweiligen Vertrages geregelt sind, nicht einhält, muss mit rechtlichen Nachteilen bezüglich seines Versicherungsschutzes rechnen.

Im schlimmsten Falle ist bei der Verletzung einer Obliegenheitspflicht der Versicherer sogar leistungsfrei oder könnte die Höhe der Schadenersatzleistung in einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis kürzen.

Pflichten vor...

Beispielsweise muss ein Versicherungskunde bei der Beantragung einer Versicherungspolice wahrheitsgemäß die Antragsfragen beantworten. Verletzt der Antragssteller diese Obliegenheit, kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten.

Besteht bereits ein Versicherungsvertrag, darf der Versicherungsnehmer keine Gefahrerhöhung ohne Einwilligung des Versicherers vornehmen oder deren Vornahme durch einen Dritten gestatten. Ist dies nicht möglich, muss er die Gefahrerhöhung unverzüglich dem Versicherer melden. Eine Gefahrerhöhung wäre es beispielsweise, wenn an einem Wohnhaus wegen Renovierungsarbeiten ein Gerüst angebracht wird, da dies das Einbruch-Diebstahl-Risiko erhöhen würde.

... und nach Eintritt eines Schadenfalls

Auch wenn bereits ein Versicherungsschaden eingetreten ist, hat der Kunde einige Pflichten. Der Versicherte muss zum Beispiel alles Zumutbare unternehmen, damit ein Schaden so gering wie möglich ausfällt. Geht beispielsweise bei einem Sturm ein Fenster zu Bruch, könnten notdürftige Reparaturen, wie das Anbringen einer Plane, um das Eindringen von Regen in das Gebäude zu verhindern, den Gesamtschaden deutlich verringern.

Bei Schäden, die der Versicherte einem anderen beispielsweise mit dem Pkw oder durch eine sonstige Ungeschicklichkeit zufügt, gilt eine besondere Regelung. Hier darf kein Schuldbekenntnis abgegeben oder unterschrieben werden, ohne dass der Versicherer der Haftpflicht-Police, die für den Schaden zuständig ist, also beispielsweise die Kfz- oder die Privathaftpflicht-Versicherung, dem zustimmt. Da ansonsten eine Abwehr von unberechtigten Forderungen, die ein Haftpflichtversicherer ebenfalls übernimmt, dadurch erschwert wäre.

Wahrheit und Vollständigkeit

Nach Eintritt eines Schadens muss der Schaden zudem so schnell wie möglich der Versicherungs-Gesellschaft mündlich oder schriftlich gemeldet werden. Dabei müssen die Fragen des Versicherers vollständig und wahrheitsgemäß, auf Verlangen auch schriftlich, beantwortet werden.

Das Schadensbild darf, soweit dies möglich ist, nicht verändert werden, damit der Versicherer den Schadenumfang und die Ursache untersuchen kann. Ist dies nicht möglich, sollten Bilder und/oder Beschreibungen vom Schadenort und dem eingetretenen Schaden erstellt werden. Zudem sind angeforderte Belege, soweit das dem Geschädigten zuzumuten ist, beizubringen.

Rechtzeitige Meldung ist wichtig

Je nach Versicherungsart gibt es unterschiedliche Fristen, die bei der Schadensmeldung eingehalten werden müssen. Jeder Versicherungsfall, der zum Haftpflichtschaden werden könnte, muss – auch wenn noch keine Schadenersatzansprüche gegen den Versicherten erhoben worden sind – dem Versicherer innerhalb einer Woche angezeigt werden. Das Gleiche gilt, wenn gegen die in der Versicherungspolice abgesicherte Person Haftpflichtansprüche geltend gemacht werden.

Wird gegen den Versicherten ein staatsanwaltschaftliches, behördliches oder gerichtliches Verfahren eingeleitet, ein Mahnbescheid erlassen oder ihm gerichtlich der Streit verkündet, muss er dies unverzüglich melden. Unverzüglich bedeutet im Übrigen, dass ein Schaden, nachdem er bemerkt wurde, sofort beziehungsweise ohne schuldhafte Verzögerungen dem Versicherer mitgeteilt wird.

Schäden, die unverzüglich gemeldet werden müssen

Brand- oder Wildschaden, die die Teil- oder Vollkaskoversicherung betreffen und voraussichtlich eine bestimmte, in den Versicherungs-Bedingungen geregelte Schadenhöhe überschreiten, müssen unverzüglich der Polizei angezeigt werden. Das Gleiche gilt für Diebstahlschäden. Diese müssen zudem auch umgehend dem Versicherer gemeldet werden.

Auch über Schäden, welche die Gebäude- oder die Hausratversicherung betreffen, muss der Versicherer unverzüglich informiert werden. Beruhen die Schäden auf strafbaren Handlungen Dritter, wie Raub oder Einbruch-Diebstahl, muss zudem eine unverzügliche Anzeige bei der Polizei erfolgen.

Wenn es um das Leben oder die Gesundheit geht

Bei der Unfallversicherung muss nach einem Unfall, der voraussichtlich eine Leistungspflicht herbeiführt, der Verletzte unverzüglich einen Arzt hinzuziehen und den Versicherer unterrichten. Hat der Unfall den Tod zur Folge, muss dies innerhalb von 48 Stunden dem Versicherer gemeldet werden, selbst wenn der Unfall bereits angezeigt war.

Bei der Lebensversicherung gilt ebenfalls eine unverzügliche Meldepflicht bei Tod einer versicherten Person. Zudem müssen neben einer amtlichen Sterbeurkunde ein ausführliches, ärztliches oder amtliches Zeugnis über die Todesursache sowie die Versicherungspolice im Original eingereicht werden.

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