Auch bei Sommerhitze sicher Auto fahren

 - 

(verpd) Zu große Hitze kann nicht nur die Straßen schädigen, wie in den vergangenen Jahren sogenannten Blow-ups, also Hitzeschäden am Straßenbelag, die zum Beispiel auf Autobahnen vorgekommen sind, zeigen. Unterschiedliche Untersuchungen belegen, dass sich auch das Konzentrations- und Reaktionsvermögen von Autofahrern durch hohe Temperaturen verschlechtern kann, was ebenfalls das Unfallrisiko erhöht.

Nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrats e.V. (DVR) haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass Hitze das Unfallrisiko beim Autofahren deutlich erhöht. So ergab eine Studie beispielsweise, dass bei einer Auto-Innenraumtemperatur ab 27 Grad Celsius die Anzahl der Unfälle durchschnittlich um sechs Prozent steigt. Herrscht eine Innenraumtemperatur ab 32 Grad Celsius, sind bereits 13 Prozent und ab 37 Grad Celsius sogar rund 33 Prozent mehr Unfälle zu verzeichnen.

Auch der Automobilclub ADAC stellte im Rahmen einer Untersuchung fest, dass der Anteil an Unfällen, die auf Konzentrations-Schwierigkeiten seitens eines Unfallbeteiligten zurückzuführen sind, an kühleren Tagen deutlich niedriger ist als an Tagen mit Sommerhitze. Bei Außentemperaturen um die 15 Grad Celsius gibt es rund 47 Prozent konzentrationsrelevante Unfälle, an heißen Tagen steigt der Anteil dieser Unfälle jedoch auf 63 Prozent an.

Für eine angenehme Kühle im Auto

Hitze kann aber laut Gesundheitsexperten nicht nur zu Konzentrationsproblemen, sondern auch zu einer verlangsamten Reaktion, einer gesteigerten Aggressivität, zu Sehstörungen und/oder zu Müdigkeit führen. Alles Faktoren, die das Unfallrisiko erhöhen. Der DVR rät daher, den Pkw möglichst im Schatten zu parken, oder zumindest die Fenster mit Sonnenschutzrollos oder Alumatten abzudecken, um nicht in ein aufgeheiztes Auto einsteigen zu müssen.

Hat sich der Fahrzeuginnenraum jedoch aufgeheizt, sollte vor Fahrtbeginn der Pkw durchgelüftet werden. Zwar können während der Fahrt geöffnete Seitenfenster auch die Innenraumtemperatur senken, doch die mögliche Zugluft kann zu Ohrentzündungen, Erkältungen und einem steifen Nacken führen. Auch wer das Gebläse voll aufdreht, riskiert durch den kalten Luftzug, sich einen steifen Nacken sowie Muskel- oder sogar Kreislaufbeschwerden zuzuziehen.

Zudem sollte ein Gebläse nicht direkt auf den Körper gerichtet sein, da dies zu trockenen Augen führen kann. Sinnvoller ist es, das Gebläse kurz auf Umluft zu schalten, denn dadurch wird die gewünschte Temperatur auch bei niedrigerer Gebläsestufe schneller erreicht, da so keine warme Luft von außen zugeführt wird. Ist der Pkw mit einer Klimaanlage ausgestattet, sollte diese laut DVR nicht zu kalt, sondern maximal sechs Grad Celsius unter der Außentemperatur eingestellt sein, anderenfalls belastet das den Kreislauf der Insassen.

Vorsicht vor Flüssigkeitsverlust und „Blow-ups“

Mit leichter, locker sitzender Kleidung kann der Autofahrer, aber auch die Pkw-Insassen, selbst dafür sorgen, dass kein Hitzestau am Körper entsteht. Besonders wichtig ist es ausreichend viel zu trinken, zum Beispiel Wasser, verdünnte Fruchtsäfte oder ungesüßte Kräutertees, um Kreislaufprobleme zu vermeiden.

Denn nur wer genügend trinkt, kann den Flüssigkeitsverlust des Körpers, der durch das Schwitzen bei Hitze entsteht, ausgleichen. Erwachsene sollte über den ganzen Tag verteilt mindestens 1,5 bis zwei Liter und bei heißen Temperaturen sogar drei oder mehr Liter trinken. Nach Angaben von Gesundheitsexperten sollten die Getränke jedoch nicht eiskalt sein, denn dies kann unter anderem zu Magenbeschwerden führen. Zudem sollten koffeinhaltige Getränke wie Kaffee und schwarzer Tee gemieden werden, da sie die Wasserausscheidung des Körpers zusätzlich erhöhen.

Der DVR rät Autofahrern bei heißen Tagen, besonders den Verkehrsfunk einzuschalten und sich an ein vorgegebenes Tempolimit zu halten. Denn bei extremer Hitze kann es zu sehr gefährlichen Straßenschäden in Form von sogenannten Blow-ups – hierbei dehnt sich der Straßenbelag durch die Hitze übermäßig aus und bricht plötzlich auf – kommen.

Weitere News zum Thema

  • Verhängnisvolle Filmaufnahmen aus dem Auto

    [] Wer mit einer in seinem Auto angebrachten Kamera andere Verkehrsteilnehmer filmt, verstößt selbst dann gegen das Bundesdatenschutz-Gesetz, wenn dadurch ein Straftäter überführt wird. Er kann daher mit einer Geldbuße bestraft werden. Das hat das Amtsgericht München mit einem kürzlich veröffentlichten Urteil entschieden (Az. 1112 OWi 300 Js 121012/17). mehr

  • Den Weihnachtsbaum sicher mit dem Auto transportieren

    [] Schon bei der Auswahl des Christbaums sollte man auch daran denken, wie man ihn unbeschadet und gefahrlos nach Hause transportiert. Wer das gute Stück mit dem Auto befördern will, sollte unter anderem auch auf die passende Größe des Baumes achten, anderenfalls kann unter anderem ein Bußgeld drohen. mehr

  • Crash mit zugeschneitem Felsblock

    [] Der Betreiber eines Parkplatzes ist nicht dazu verpflichtet, große Steine oder Felsblöcke, die sich auf einer Grünanlage neben einer Parkbucht befinden, von Schnee zu räumen, damit sie von den Nutzern des Platzes besser wahrgenommen werden können. Das hat das Amtsgericht München mit einem veröffentlichten Urteil entschieden (Az. 161 C 22917/15). mehr

  • Kfz-Unfall: Video kontra Lügner

    [] (verpd) Aufzeichnungen von Kameras, die in Fahrtrichtung fest auf dem Armaturenbrett eines Autos installiert sind – sogenannte Dashcams – dürfen in der Regel in einem Zivilprozess verwertet werden. Das hat das Oberlandesgericht Nürnberg mit einem Hinweisbeschluss entschieden und damit ein Urteil des Landgerichts Regensburg bestätigt (Az. 13 U 851/17). mehr

  • Fahrerflucht: Hilfe für die Opfer

    [] (verpd) Wer bei einem Verkehrsunfall einen Schaden erlitten hat und diesen nicht beim Unfallverursacher geltend machen kann, weil dieser unerkannt geflüchtet ist oder keinen Versicherungsschutz hat, kann unter Umständen trotzdem eine Entschädigung erhalten. Ansprechpartner ist in solchen Fällen der Verein Verkehrsopferhilfe e.V. (VOH). Dies gilt auch, wenn ein Kfz-Fahrer vorsätzlich mit seinem Fahrzeug Personen- oder Sachschäden herbeiführt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.