Alkohol und Drogen am Steuer gefährden den Versicherungsschutz

 - 

(verpd) Insgesamt wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts letztes Jahr knapp 19.000 Verkehrsteilnehmer bei Unfällen, bei dem ein oder mehrere Unfallbeteiligte unter Alkohol und Drogeneinfluss standen, verletzt und sogar 338 Personen getötet. Diejenigen, die einen Unfall unter Alkohol- und Drogeneinfluss verursacht haben, müssen mit drastischen Strafen rechnen.

Zwar zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung den Opfern von Verkehrsunfällen, die von berauschten Fahrern verursacht werden, den vollen Schadenersatz. Die Versicherung nimmt jedoch den Versicherungsnehmer beziehungsweise den Fahrer, der unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand, mit bis zu 5.000 € in Regress.

Teuer wird es auch, wenn bei der Fahrt unter Drogen oder Alkohol das eigene Auto beschädigt wird. Die Kaskoversicherung kann nämlich in solchen Fällen die Leistung wegen „grober Fahrlässigkeit“ verweigern oder in einem der Schwere des Verschuldens angemessenen Verhältnis mindern. Da hilft auch nicht die von manchen Versicherern angebotene Klausel, nach der bei grober Fahrlässigkeit doch gezahlt wird. Denn auch bei diesen Policen sind alkohol- und drogenbedingte Unfallfolgen ausgeschlossen.

Geldstrafen und Führerscheinentzug ...

Nicht nur der Versicherungsschutz ist gefährdet, alkoholisierte oder unter Drogeneinfluss stehende Fahrer müssen zudem mit weiteren Strafen rechnen.

Fahranfänger, die noch keine 21 Jahre alt oder noch in der Führerschein-Probezeit gemäß Paragraf 2a StVG (Straßenverkehrsgesetz) sind, unterliegen laut Paragraf 24c StVG einer Nullpromille-Grenze. Bereits ein Glas Wein oder Bier kann ihnen 250 € Geldstrafe und zwei Punkte im Verkehrszentralregister (VZR) einbringen. Führerscheinneulinge auf Probe müssen zudem ein teures Aufbauseminar und eine zweijährige Verlängerung der Probezeit hinnehmen.

Alle anderen Fahrer werden für das Fahren unter Drogeneinfluss oder einer Blutalkohol-Konzentration ab 0,5 Promille mit einer Geldbuße bis zu 3.000 €, einem bis zu dreimonatigen Fahrverbot sowie mit bis zu vier Punkten im VZR bestraft.

... bis hin zur Freiheitsstrafe

Bereits ein Alkoholspiegel ab 0,3 Promille kann unangenehme Folgen nach sich ziehen, wenn es alkoholbedingt zu Fahrunsicherheiten wie Schlangenlinienfahren oder gar zu einem Unfall kommt.

Dann muss der Fahrer mit strafrechtlichen Konsequenzen entsprechend den Paragrafen 315c und 316 StGB (Strafgesetzbuch) rechnen. Es drohen sieben Punkte im VZR, eine hohe Geld- oder Freiheitsstrafe sowie ein bis zu fünfjähriger Führerscheinentzug.

Außerdem droht in allen Fällen eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) seitens des Straßenverkehrsamts, welche zum lebenslangen Entzug der Fahrerlaubnis führen kann.

Weitere News zum Thema

  • Wenn Verkehrsschilder vom Schnee verdeckt werden

    [] (verpd) Während die Bedeutung einiger Verkehrsschilder schon alleine durch deren Form klar ist, ist dies bei anderen nicht so. Gerade diese Tatsache spielt eine große Rolle bei der Frage, wie sich ein Verkehrsteilnehmer zu verhalten hat, wenn er an ein Verkehrszeichen kommt, das von Schnee ganz oder zum überwiegenden Teil bedeckt ist. mehr

  • Schleudern auf glatter Fahrbahn

    [] (verpd) Kommt ein Fahrzeug bei winterlichen Straßenverhältnissen ohne äußeren Anlass ins Schleudern, so spricht der Beweis des erstens Anscheins für einen Fahrfehler. Das hat das Oberlandesgericht Frankfurt/Main entschieden (Az. 22 U 89/14). mehr

  • Kein Recht auf eisfreie Straßen

    [] (verpd) Auf öffentlichen Kreisstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften muss der Verkehrssicherungs-Pflichtige nur an besonders gefährlichen Stellen streuen, um der Gefahr einer Glatteisbildung vorzubeugen. Das hat das Oberlandesgericht Hamm mit einem veröffentlichten Urteil entschieden (Az. 11 U 121/15). mehr

  • Versicherungsprämien durch Selbstbehalt senken

    [] (verpd) Es gibt zahlreiche Versicherungsarten, bei denen die Versicherer dem Versicherungskunden eine Selbstbeteiligung beziehungsweise einen Selbstbehalt anbieten. Vereinbart der Kunde einen derartigen Selbstbehalt, trägt er im Schadenfall einen festgelegten und im Vergleich zum möglichen Risiko in der Regel niedrigen Betrag am Schaden selbst. Dafür jedoch ist die Versicherungsprämie um einiges niedriger als ohne einen vereinbarten Selbstbehalt. mehr

  • Keine höhere Kfz-Versicherungsprämie wegen Bagatellschäden

    [] (verpd) Ein selbst verschuldeter Autounfall ist doppelt ärgerlich. Zum einen muss man für den eigenen Schaden am Pkw ohne vorhandene Vollkaskoversicherung selbst aufkommen. Zum anderen steigt die Kfz-Prämie im nächsten Jahr, wenn die Kfz-Versicherung den Schaden des Unfallgegners begleichen musste und sich die Schadenfreiheitsklasse deswegen verschlechterte. Doch bei Bagatellschäden kann man Letzteres unter Umständen verhindern. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.