Sozialversicherung: Gesamtbeitrag minimal erhöht

 - 

Die Beiträge zu den Sozialversicherungen steigen für Arbeitnehmer 2016 im Schnitt um insgesamt etwa 0,2 Prozentpunkte an. Arbeitnehmer mit Kind müssen im Schnitt insgesamt 20,425 % ihres Bruttogehalts an die Sozialversicherungen zahlen. 2015 waren es im Schnitt 0,2 % weniger. Das macht bei einem Bruttogehalt von 3.000 € eine Zusatzbelastung von sechs Euro monatlich aus.

Die Beitragsentwicklung 2016 sieht bei den einzelnen Sozialversicherungen unterschiedlich aus:

  • Bei der Renten- und Krankenversicherung bleiben die Beitragssätze unverändert. In die Renten- und in die Arbeitslosenversicherung zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils die Hälfte der Beitragssätze von 18,7 % bzw. 3 %.

  • Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung bleibt für Versicherte mit Kind bei 2,35 %. Für Kinderlose kommt – wie bisher – ein Zuschlag von 0,25-Prozentpunkten hinzu, den allein der Versicherte (und nicht der Arbeitgeber) trägt. In Sachsen, wo – anders als in anderen Bundesländern – der Buß- und Bettag ein Feiertag ist, wird auch der Betrag von Versicherten mit Kindern wie bisher nicht paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen. Arbeitnehmer tragen hier mit 1,675 % den Löwenanteil.

  • Der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleibt zwar mit 14,6 % unverändert. Davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je die Hälfte. Doch mit dem vom Gesetzgeber vorgegebenen allgemeinen Beitragssatz kommen die Kassen nicht aus. Daneben wird ein Zusatzbeitrag erhoben, der je nach Krankenkasse unterschiedlich ausfällt. 2016 wird dieser – so das Bundesgesundheitsministerium – im Schnitt von 0,9 % auf 1,1 % steigen.

Höhere Beitragsbemessungsgrenzen

Bei den Beitragssätzen gibt es unterm Strich zwar wenige Änderungen. Dennoch müssen Besserverdienende künftig deutlich mehr an die Sozialversicherungen zahlen. Der Grund: Wegen der gestiegenen Beitragsbemessungsgrenzen in allen Versicherungszweigen sind jetzt höhere Einkünfte beitragspflichtig.

Die Beitragsbemessungsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt 2016 um 200,00 € auf 5.400,00 € in Ostdeutschland und um 150,00 € auf 6.200,00 € im Westen Deutschlands. Bei der Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen in diesem Jahr Gutverdiener Beiträge maximal auf Basis von monatlich 4.237,50 € (vorher: 4.125,00 €). Hierbei gibt es keinen Unterschied zwischen den alten und neuen Bundesländern.

Die Beitragsbelastung eines relativ gut verdienenden Westdeutschen ohne Kinder mit einem Arbeitseinkommen ab 6.200,00 € brutto steigt damit um 35,58 € pro Monat gegenüber dem Vorjahr. Die höhere Beitragsbelastung wird jedoch durch eine steuerliche Entlastung teilweise kompensiert. So gelten 2016 großzügigere Regelungen zur steuerlichen Absetzbarkeit von Rentenversicherungsbeiträgen. Weiterhin steigt der Grundfreibetrag erneut an.

Auch die bundeseinheitliche Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung wurde durch die Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung erhöht. Versicherungspflichtig sind hier Arbeitnehmer, die 2016 im Schnitt brutto bis zu 4.687,50 € pro Monat (2015: 4.575,00 €) verdienen. Wer ein höheres Arbeitsentgelt bezieht, ist versicherungsfrei und kann sich zwischen einer freiwilligen gesetzlichen oder eine privaten Krankenversicherung (PKV) entscheiden. Für diejenigen, die schon Ende 2002 privat versichert waren, liegt die besondere Versicherungspflichtgrenze bei 4.237,50 € im Monat. Etliche PKV-Versicherte rutschen durch die Erhöhung dieser Grenzen 2016 mit ihrem Einkommen wieder in die Versicherungspflicht. Dann können und müssen sie sich in aller Regel wieder gesetzlich krankenversichern.

Wer wegen der stark steigenden privaten Versicherungsprämien an einer Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung interessiert ist, kann seine beitragspflichtigen Bruttoeinkünfte durch Ansparen von Gehaltsbestandteilen auf einem betrieblichen Langzeitkonto (etwa zur Finanzierung eines frühzeitigen Eintritts in den Ruhestand) senken. Sinken dadurch die ausgezahlten Bruttoeinkünfte unter die jeweils geltende Versicherungspflichtgrenze, so ist der Weg zurück in eine gesetzliche Kasse frei.

Beitragsbemessungsgrenzen in den Sozialversicherungen 2016

2016

2015

Alte
Bundesländer

Neue
Bundesländer

Alte
Bundesländer

Neue
Bundesländer

Allgemeine
Rentenversicherung

6.200,00 €

5.400,00 €

6.050,00 €

5.200,00 €

Knappschaftliche
Rentenversicherung

7.650,00 €

6.650,00 €

7.450,00 €

6.350,00 €

Arbeitslosenversicherung

6.200,00 €

5.400,00 €

6.050,00 €

5.200,00 €

Kranken- und
Pflegeversicherung

4.237,50 €

4.237,50 €

4.125,00 €

4.125,00 €

Beitragssätze in der Sozialversicherung 2016

insgesamt

Arbeitnehmer

Allgemeine Rentenversicherung

18,7 %

9,35 %

Arbeitslosenversicherung

3 %

1,5 %

Krankenversicherung, allgemein

14,6 %

7,3 %

durchschnittlicher Zusatzbeitrag

1,1 %

1,1 %

Pflegeversicherung

2,35

1,175 %

Insgesamt

39,75 %

20,425 %

Zusatzbeitrag zur Pflegeversicherung für Kinderlose

0,25 %

0,25 %

Beitragssatz Knappschaftliche Rentenversicherung

24,8 %

9,45 %

Wie Sie als Arbeitnehmer mit einer betrieblichen Altersversorgung Sozialversicherungsbeiträge sparen können, lesen Sie in unserem umfassenden Rentenratgeber So schließen Sie Ihre Rentenlücke: Zusätzliche Altersvorsorge für 50plus.

Weitere News zum Thema

  • Sozialversicherung: Gutverdiener zahlen ab 2018 mehr

    [] (verpd) Im kommenden Jahr steigen nach einer aktuellen Mitteilung der Bundesregierung die sogenannten Beitragsbemessungs-Grenzen der gesetzlichen Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung. Dies wirkt sich unter anderem auf die Höhe der Sozialversicherungs-Beiträge bei den Arbeitnehmern aus, deren Einkommen über diesen Grenzen liegen. mehr

  • Sozialversicherungswerte 2018

    [] Im Jahr 2018 steigen die Sozialabgaben in Westdeutschland für Bruttomonatsgehälter ab 6.500 € um 24,78 € (+2,22 %) gegenüber dem Jahr 2017, und zwar auf 1.136,80 € pro Monat (2017: 1.112,02 € pro Monat). mehr

  • Geänderte Sozialversicherungs-Grenzwerte ab 2017

    [] (verpd) Jährlich werden die maßgeblichen Rechengrößen der Sozialversicherung, die ab 1. Januar des nächsten Jahres gelten, gemäß der Einkommensentwicklung im vorvergangenen Jahr angepasst. In 2017 steigen dadurch die Beitragsbemessungs-Grenzen in der Renten- sowie in der Kranken- und Pflegeversicherung. Auch die Versicherungspflicht-Grenze in der Krankenversicherung wird nach einer vor Kurzem vom Bundeskabinett beschlossenen Verordnung erhöht, was den Zugang zur privaten Krankenversicherung wieder weiter erschwert. mehr

  • Sozialversicherungswerte 2017

    [] Im Jahr 2017 steigen die Sozialabgaben in Westdeutschland für Bruttomonatsgehälter ab 6.350 € um 31,46 € (+2,91 %) gegenüber dem Jahr 2016, und zwar auf 1.112,02 € pro Monat (2016: 1.080,56 € pro Monat). mehr

  • Was sich 2016 bei den Sozialversicherungsbeiträgen ändert

    [] (verpd) Im Vergleich zum Jahr 2015 sind die Beitragssätze der Sozialversicherungen mit Ausnahme der gesetzlichen Krankenversicherung für 2016 gleich geblieben. Nur der Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung kann sich je nach Krankenkasse ändern. Erhöht haben sich jedoch alle Beitragsbemessungsgrenzen, was zur Folge hat, dass gut verdienende Arbeitnehmer zum Teil höhere Beiträge für die Sozialversicherungen zahlen als vergangenes Jahr. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.