Höhere Sozialversicherungsgrenzwerte ab 2016

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(verpd) Im kommenden Jahr steigen die Beitragsbemessungsgrenzen in der Renten- sowie in der Kranken- und Pflegeversicherung.

Auch die Versicherungspflichtgrenze in der Krankenversicherung wird nach der jüngst vom Bundeskabinett verabschiedeten Verordnung erhöht. Damit wird für Arbeitnehmer unter anderem der Zugang zur privaten Krankenversicherung weiter erschwert und ist ab Januar 2016 erst ab einem monatlichen Einkommen von über 4.687,50 € möglich.

Die Beiträge zu den Sozialversicherungen, also der gesetzlichen Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung, werden nur bis zu einer bestimmten Einkommensobergrenze erhoben, der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze. Wer mehr verdient, zahlt demnach maximal für den festgelegten Wert einen entsprechenden Sozialversicherungsbeitrag.

Die Versicherungspflichtgrenze, auch Jahresarbeitsentgeltgrenze genannt, legt dagegen fest, bis zu welcher Höhe des jährlichen Bruttoarbeitsentgelts Arbeitnehmer in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung versicherungspflichtig sind. Wie das Bundeskabinett vor Kurzem mit der „Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2016“ beschlossen hat, werden die ab 2016 geltenden Beitragsbemessungs- und die Versicherungspflichtgrenzen für Sozialversicherungen im Vergleich zu 2015 steigen.

Versicherungspflichtgrenze ...

Formal muss der Bundesrat der Verordnung zwar noch zustimmen. Das gilt jedoch als reine Formsache, da die Veränderung der Grenzwerte festen mathematischen Vorgaben folgt, nämlich der Entwicklung der Löhne und Gehälter im Vorvorjahr, aktuell also 2014. Die Steigerung bezifferte das BMAS auf 2,66 Prozent im Bundesgebiet – in den alten Bundesländern 2,54 Prozent, in den neuen Bundesländern 3,39 Prozent.

Die bundesweit geltende Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) Anfang 2016 um 1.350 € beziehungsweise 2,46 Prozent auf 56.250 € angehoben.

Damit wird der Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) erst ab einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 4.687,50 € – das sind 56.250 € im Jahr – möglich. Heuer ist ein Wechsel noch bei einem Bruttogehalt ab 4.575 € im Monat durchführbar.

... und Beitragsbemessungsgrenzen steigen

Auch die ebenfalls bundeseinheitlich geltende Beitragsbemessungs-Grenze (BBMG) in der GKV wird den Ministeriumsangaben zufolge zum 1. Januar Anfang 2016 um 1.350 € auf 50.850 € im Jahr beziehungsweise 4.237,50 € im Monat erhöht – 2015 waren es noch monatlich 4.125 €.

Die BBMG in der gesetzlichen Rentenversicherung steigt bezogen auf das monatliche Bruttoeinkommen um 150 € auf 6.200 € im Westen beziehungsweise um 200 € auf 5.400 € im Osten. Somit müssen bis zu einem Jahreseinkommen von 74.400 € (alte Bundesländer) beziehungsweise 64.800 € (neue Länder) Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet werden. Über diesen Grenzbetrag hinausgehende Einkünfte sind beitragsfrei.

Wie die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) ergänzend mitteilte, haben rund 1,3 Millionen Versicherte in den alten Bundesländern und etwa 130.000 Versicherte in den neuen Ländern Einkünfte an oder über der jeweiligen BBMG. Das vorläufige Durchschnittsentgelt, also der durchschnittliche Bruttoverdienst (Lohn oder Gehalt) eines gesetzlich rentenversicherten Arbeitnehmers wird für das Jahr 2016 bundeseinheitlich mit 36.267 € festgesetzt. In 2015 betrug dieser Wert noch 34.999 €.

Auch Bezugsgröße erhöht sich

Ein weiterer wichtiger Sozialversicherungswert ist die Bezugsgröße. Sie entspricht dem Durchschnittsentgelt aller gesetzlich Rentenversicherten des vorvergangenen Kalenderjahres – für die Werte in 2016 sind damit die Werte von 2014 maßgebend. Die Bezugsgröße spielt zum Beispiel bei der Festlegung von Grenzwerten wie zur kostenlosen Mitversicherung von Familienangehörigen bei der gesetzlichen Krankenversicherung oder bei der Hinzuverdienstgrenze von Rentnern eine Rolle.

Die Bezugsgröße in der Sozialversicherung steigt im Westen auf monatlich 2.905 € (2014: 2.835). In den neuen Ländern erhöht sich dieser Wert auf 2.520 € (2014: 2.425 €), wie das Ministerium weiter mitteilte.

Dadurch können beispielsweise Familienangehörige ab 2016 nur beitragsfrei in einer bestehenden gesetzlichen Krankenversicherung des Ehegatten oder eines Elternteils mitversichert werden, wenn sie nicht mehr als den siebten Teil der Bezugsgröße verdienen. Das wären für 2016 also 4.980 € im Jahr oder 415 € monatlich. Eine Ausnahme besteht für die Ausübung einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob), hier liegt die Grenze für eine kostenlose Familienmitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung weiterhin bei 450 € im Monat.

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