Seit 1.1.2017: Rürup-Rente zu 84 Prozent absetzbar

Seit 1.1.2017: Rürup-Rente zu 84 Prozent absetzbar

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Für Selbstständige und Freiberufler bietet die Rürup-Rente oft die einzige Möglichkeit staatlich geförderter Altersvorsorge. Die Rahmenbedingungen dafür haben sich im Jahr 2017 erneut verbessert.

Nur ganz wenige selbstständig Tätige sind in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig. Freiberufler wie Ärzte, Apotheker, Anwälte, Architekten, Steuerberater oder Notare gehören fast immer einem berufsständischen Versorgungswerk an und sind von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung befreit.

Freilich ist die Schlussfolgerung nicht richtig, die Rürup-Rente komme nur für Selbstständige und Freiberufler infrage, nicht dagegen für Arbeitnehmer und Beamte: Die Rürup-Rente steht allen Erwerbstätigen offen.

Die Rürup-Rente ist wie die gesetzliche Rente eine reine Leibrente, die bis ans Lebensende des Rentners gezahlt wird. Im Unterschied zur umlagefinanzierten gesetzlichen Rente ist sie jedoch kapitalgedeckt. Das heißt, die monatlich oder jährlich gezahlten und nach Abzug der Kosten verzinsten Rürup-Beiträge wandern in einen Kapitalstock, aus dem bei Rürup-Rentenversicherungen dann die lebenslange Rürup-Rente geleistet wird.

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Im Jahr 2017 liegt der steuerlich abzugsfähige Anteil des Rürup-Beitrags z. B. bereits bei 84 %, während der steuerpflichtige Anteil der Rürup-Rente bei Rentenbeginn im Jahr 2017 noch bei 74 % verharrt.

Diese Asymmetrie eröffnet steuerliche Vorteile für eine Rürup-Sofortrente gegen Einmalbeitrag. Wer z. B. 20.000,00 € auf einen Schlag in eine klassische Rürup-Rentenversicherung im Jahr 2017 einzahlt, kann 84 % davon und somit 16.800,00 € steuerlich abziehen. Andererseits müsste er die ab 2017 beginnende Rürup-Rente in Höhe von z. B. 800,00 € nur zu 74 % versteuern. Per saldo sind also 16.208,00 € steuerlich im gleichen Jahr abziehbar.

Gefördert wird die Rürup-Rente durch Steuervorteile im Rahmen des § 10 EStG. Zu den steuerlich besonders begünstigten Aufwendungen der ersten Schicht der Altersvorsorge zählen Beiträge zur:

  • gesetzlichen Rentenversicherung,

  • privaten Basis-Rente (nach ihrem Erfinder Rürup-Rente genannt),

  • berufsständischen Versorgung, die vergleichbare Leistungen erbringt wie die gesetzliche Rentenversicherung,

  • landwirtschaftlichen Alterskasse.

Der Höchstbeitrag der steuerlich absetzbaren Altersvorsorgeaufwendungen liegt im Jahr 2017 bei jährlich 23.362,00 € (ledig) bzw. 46.724,00 € (verheiratet). Dieser Höchstbeitrag für steuerlich abzugsfähige Altersvorsorgeaufwendungen steigt seit dem Jahr 2015 im gleichen Maße wie die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze zur knappschaftlichen Rentenversicherung an.

Wichtig: Bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern vermindert sich der Höchstbeitrag um den Gesamtbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung, z. B. um bis zu 14.249,40 € (= 18,7 % von 76.200,00 € Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung West) in 2017. Ähnliches gilt für nicht sozialversicherungspflichtige Beamte, bei denen ein fiktiver Beitrag von 18,7 % des Jahresbruttogehalts bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 76.200,00 € abgezogen werden muss. Freiberufler müssen den Gesamtbeitrag zur berufsständischen Versorgung vom Höchstbeitrag abziehen.

Der verbleibende Höchstbeitrag (also der Höchstbeitrag nach Abzug von tatsächlichen oder fiktiven Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung bzw. nach Abzug von Beiträgen zur berufsständischen Versorgung) kann für freiwillige Beiträge zur Rürup-Rente oder zur gesetzlichen Rente genutzt werden. Er ist ab dem Jahr 2025 steuerlich voll abzugsfähig. Im Jahr 2017 sind es 84 % und im Jahr 2020 immerhin 90 %.

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