Rürup-Rente: 2016 können bis zu 22.766 € steuerbegünstigt eingezahlt werden

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Im Jahr 2016 können Rürup-Vorsorger wieder mehr in ihre Verträge einbringen und höhere Steuervorteile genießen. Doch leider wird bislang die Rürup-Rente nur schlecht angenommen.

Es gibt noch nicht einmal zwei Millionen Rürup-Verträge und im Schnitt wird jährlich weniger als 2.000 € eingezahlt. So lässt sich der Ruhestand kaum absichern. 2005 wurde die Basis- oder Rürup-Rente eingeführt, um vor allem Selbstständigen und Freiberuflern die Möglichkeit zu geben, steuerbegünstigt fürs Alter vorzusorgen. Gedacht war sie als Basis-Vorsorge für Selbstständige – ganz ähnlich wie die gesetzliche Rente für Arbeitnehmer. Deshalb können hier auch sehr hohe Beträge steuerbegünstigt eingebracht werden.

Seit 2015 ist der Höchstbetrag, der steuerbegünstigt in einen Rürup-Vertrag eingebracht werden kann, an den Maximalbetrag gekoppelt, der in die knappschaftliche Rentenversicherung eingezahlt werden kann. Dies sind 2016 jährlich 22.766 € (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil). Für Ehepaare gilt der doppelte Betrag. Gleichzeitig steigt 2016 turnusmäßig der steuerlich absetzbare Anteil der jährlichen Sparleistung auf einen Rürup-Vertrag weiter an. Absetzbar sind nun 82 % der Einzahlungen. Steuerlich können somit jetzt bei Nutzung der Höchstbeträge bis zu 18.668,12 € (Ehepaare: 37.336,24 €) abgesetzt werden. Bei Spitzenverdienern übernimmt damit der Fiskus über den Weg der Steuervorteile ein gutes Drittel der eingezahlten Beiträge. Der absetzbare Anteil steigt bis 2025 auf 100 % an.

Tatsächlich bewegt sich das Niveau des realen Rürup-Vertragsgeschehens gegenüber den genannten Maximalwerten auf ausgesprochen bescheidenem Niveau. Nach den letzten vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft vorgelegten Daten (Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen) gab es am 31.12.2014 insgesamt zwar 1,866 Mio. Rürup-Verträge. Der durchschnittlich eingezahlte jährliche Beitrag belief sich hierbei jedoch nur auf 1.713,54 €. Das waren nicht einmal 9 % des 2014 für Alleinstehende geltenden höchsten Förderbetrags. Die kapitalisierte Rente, die mit einem Rürup-Vertrag durchschnittlich zu erwirtschaften war, belief sich auf 30.344 €. Hiermit war damit im Schnitt eine monatliche Rente von maximal gut 130 € zu erzielen.

Zu beachten ist dabei allerdings, dass Rürup-Verträge auch von Beamten und von Arbeitnehmern abgeschlossen werden können – und nicht nur von Selbstständigen. Und zahlreiche Selbstständige sind berufsständisch abgesichert und damit – anders als die vielen Solo-Selbstständigen – gar nicht auf eine Rürup-Rente angewiesen. Wie viele Selbstständige tatsächlich einen Rürup-Vertrag abgeschlossen haben, wird vom GDV nicht erhoben. Klar ist jedenfalls: Das Versorgungsniveau, das durch die derzeit bestehenden Rürup-Verträge gesichert werden kann, kann wohl kaum Altersarmut verhindern.

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