Altersvorsorge 2015: Höhere Steuerersparnis für Selbstständige

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(verpd) Selbstständige, gut verdienende Arbeitnehmer und Beamte können mit einem Basis-Rentenvertrag, auch Rürup-Rente genannt, die Vorteile einer staatlich geförderten Altersvorsorge nutzen.

Unter anderem lassen sich Beitragsanteile, die für einen solchen Vertrag zu zahlen sind, als Sonderausgaben steuerlich absetzen. Seit 1.1.2015 ist nicht nur der absetzbare Prämienanteil wieder um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, sondern auch die Höchstbeiträge, die in einen solchen Vertrag angelegt werden können, wurden angehoben.

Der Gesetzgeber hat insbesondere für Selbständige, aber auch für gut verdienende Arbeitnehmer und Beamte mit dem Basis-(Rürup-)Rentenvertrag eine Möglichkeit der staatlich geförderten Altersvorsorge geschaffen. Der Basis-Rentenvertrag ist eine private, kapitalgedeckte Rentenversicherung, die nach Erreichen einer festgelegten Altersgrenze eine monatliche, lebenslange Rente auszahlt.

Ein Anteil der Prämien für diese Altersvorsorgeform kann als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Seit Januar 2015 haben sich die möglichen Höchstbeiträge, die ein Sparer in einen Rürup-Rentenvertrag pro Jahr einzahlen kann, aber auch der prozentuale Anteil der steuerlich absetzbaren Prämienteile erhöht.

Höchstbeitrag und steuerlich absetzbarer Prämienanteil gestiegen

Zum 1. Januar sind die Höchstbeträge, die jeder Sparer maximal in einen Basis-Rentenvertrag einzahlen kann, für Alleinstehende von 20.000 € auf 22.172 € und für zusammen veranlagte Ehegatten von 40.000 € auf 44.344 € gestiegen. Zudem wird seit 2005 der Prozentsatz der steuerlichen Absetzbarkeit jährlich um zwei Prozent angehoben, bis im Jahre 2025 schließlich 100 Prozent erreicht sind und die kompletten Aufwendungen für einen Basis-Rentenvertrag im Rahmen der Höchstbeiträge steuerlich abzugsfähig sind.

Dementsprechend wurde zum 1.1.2015 auch der abzugsfähige Prozentsatz von 78 Prozent auf 80 Prozent erhöht. In 2015 beträgt demnach der abzugsfähige Höchstbeitrag für Alleinstehende maximal 80 Prozent von 22.172 €, also 17.737,60 €. Bei zusammen veranlagten Ehepaare verdoppelt sich der absetzbare Betrag in diesem Jahr entsprechend auf 35.475,20 € (80 Prozent von 44.344 €).

Flexible Beitragszahlungen, lebenslange Rente

Es steht einem Rürup-Sparer weitestgehend frei, wann und wie viel er in den Basis-Rentenvertrag einzahlt. So sind je nach Vertragsgestaltung zum Beispiel eine Monats-, Jahres- oder auch Einmalprämie möglich. Selbst längere beitragsfreie Zeiträume sind ohne den Verlust der steuerlichen Förderung denkbar, wenn dies vertraglich zugelassen ist.

Eine grundlegende Voraussetzung, damit ein Rentenvertrag als Basis-Vertrag eingestuft wird und somit der Sparer eine staatliche Förderung erhalten kann, ist, dass der Vertrag wie auch bei der gesetzlichen Rentenversicherung nicht beleihbar, veräußerbar, kapitalisierbar oder übertragbar ist. Den Rürup-Sparer steht nach Vertragsablauf eine lebenslange Rente zu. Die Versicherungsansprüche können jedoch nicht vererbt werden.

Die Rürup-Rente kann jedoch mit einer zusätzlichen Hinterbliebenen-Absicherung kombiniert werden, sodass der Rürup-Sparer auch seinen Ehegatten und seine kindergeldberechtigten Kinder damit absichern kann. Zudem kann neben einer Alters- und Hinterbliebenen-Absicherung vertraglich vereinbart werden, dass die Basis-Rente in einem gewissen Umfang auch als Absicherung einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit dient.

Altersvorsorge auch in Krisenzeiten geschützt

Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) haben bei einer Arbeitslosigkeit oder Insolvenz weder die Agenturen für Arbeit noch das Sozialamt oder sonstige Gläubiger während der Ansparzeit Zugriff auf das angesparte Vorsorgekapital in der Basisrente. Pfändbar wäre laut GDV nur die spätere Rente, die oberhalb der Pfändungsfreigrenzen liegt.

Bei Basis-Rentenverträgen, die vor 2012 abgeschlossen wurden, kann die Versicherungsleistung frühestens nach Vollendung des 60. Lebensjahres ausgezahlt werden. Für alle anderen gilt aufgrund von der Regierung beschlossenen Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters als frühestes Auszahlungsalter der lebenslangen Rente das 62. Lebensjahr.

Wie bei der gesetzlichen Rente auch, unterliegt die Rentenzahlung aus der Rürup-Rente einer nachgelagerten Besteuerung, das bedeutet je nach Beginn des Rentenbezuges ist ein zu diesem Zeitpunkt festgelegter Anteil für die gesamte Bezugsdauer steuerpflichtig. Ein Rürup-Sparer, der 2015 in Rente geht, hat entsprechend den gesetzlichen Vorgaben 70 Prozent seiner Basis-Rente für die laufende Bezugszeit zu versteuern. Dieser Prozentsatz erhöht sich für den jeweiligen Rentenbeginn bis 2020 jährlich um zwei Prozent und ab 2020 bis 2040 um ein Prozent.

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