Zehn Jahre Riester-Rente – und immer noch sinnvoll

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Seit dem 1.1.2002 gibt es die staatliche Altersvorsorge in Form der Riester-Rente. Rund 15 Millionen Deutsche vertrauen bereits auf diese Anlageform. Und auch in 2012 hat die Attraktivität dieser Art von Altersvorsorge nicht nachgelassen, wie aus einer jüngsten Rede der Verbraucherministerin Ilse Aigner hervorgeht.

Die staatlich geförderte private Altersvorsorge ist dazu da, dass Anleger angesichts sinkender Rentenbezüge so privat vorsorgen, dass sie auch im Alter ihren Lebensstandard halten können. Nach Ansicht von Bundesministerin Ilse Aigner, Leiterin des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, ist die Riester-Rente das richtige Instrument dafür.

Sie betont: „Die Kombination von gesetzlicher Rentenversicherung und staatlich geförderter privater Altersvorsorge ist sinnvoll. Denn sie sorgt für Generationen-Gerechtigkeit. Sie schützt die Ansprüche der Älteren und gewährleistet zumutbare und stabile Beiträge für die Jüngeren. Das heißt: Wir wahren die Solidarität über den Aufbau einer kapitalgedeckten, zusätzlichen Altersvorsorge.“

Auch für Geringverdiener

Ein Riester-Vertrag eignet sich nach Aussagen von Aigner auch bei geringem Einkommen. Denn wer ein geringes Einkommen hat, muss jährlich nur 60 € in einen Riester-Vertrag einzahlen, bekommt aber die volle Zulage von bis zu 154 €. „Die Rendite des selbst eingesetzten Geldes ist hier besonders gut. Und alle profitieren von den Fördermöglichkeiten: Arbeitnehmer, Ehepartner von Arbeitnehmern, Erziehende während der Elternzeit und auch Empfänger von Arbeitslosengeld I und II“, so die Ministerin.

Dennoch verzichten immer noch viele auf staatliche Zulagen. Trotz der bisher großen Zahl abgeschlossener Riester-Verträge, nutzen bei Weitem noch nicht alle Berechtigten diese geförderte Altersvorsorgeform. Zudem werden derzeit staatliche Zulagen für bestehende Riester-Verträge in Milliardenhöhe nicht abgerufen.

Verschenktes Geld

Allein in 2008 verschenkten die Inhaber von Riester-Rentenverträgen so 1,3 Milliarden Euro. Ansprüche auf 850 Millionen Euro verfielen beispielsweise, weil Zulagen nicht beantragt wurden. Und 470 Millionen Euro Zulagen wurden verschenkt, weil die Förderberechtigten unzureichende Beträge einzahlten.

„Eine häufige Ursache“, so die Ministerin, „ist, dass Förderberechtigte etwa während ihrer Elternzeit ihre Zahlungen einstellen und nicht den Mindestbeitrag von 60 € im Jahr leisten.“ Ein weiterer Grund kann auch eine verspätete oder unterlassene Einreichung der notwendigen Förderanträge an die Zulagenstelle für die Riester-Verträge sein.

So funktioniert das Riestern

Bei einem Riester-Vertrag beteiligt sich der Staat an der Altersvorsorge. Förderberechtigt, also Anspruch auf eine Förderung, haben unter anderem in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherte Arbeitnehmer, rentenversicherungs-pflichtige Selbstständige, wie Künstler oder freiberufliche Hebammen, aber auch Beamte. Der Ehegatte eines Förderberechtigten hat unabhängig von seiner beruflichen Tätigkeit ebenfalls einen Anspruch auf die staatliche Förderung, wenn er mindestens 60 € pro Kalenderjahr in den Vertrag einzahlt.

Je Riester-Vertrag gibt es jährlich eine sogenannte Grundzulage von 154 €. Für jedes Kind, für das der Förderberechtigte oder sein Ehegatte Kindergeld bekommt, werden noch einmal 185 € pro Jahr dem Vertrag gutgeschrieben. Für Kinder, die ab dem 1.1.2008 geboren wurden, gibt es sogar 300 €. Bis zu 2.100 € der eingezahlten Prämien können jährlich steuerlich abgesetzt werden.

Volle Förderung

Die volle Förderung gibt es nur, wenn der Sparer mindestens vier Prozent des Vorjahres-Bruttoeinkommens in den Vertrag einzahlt. Als kleinstmöglicher Eigenbeitrag wurde vom Gesetzgeber eine Untergrenze von 60 € im Jahr beziehungsweise fünf Euro im Monat festgelegt.

Der Zulagenantrag muss im Gegensatz zu früheren Regelungen nur noch einmal gestellt werden. Bei Fragen zur staatlichen Förderung und der Auswahl des individuell richtigen Riester-Vertrages hilft ein Versicherungsexperte weiter.

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