Wohn-Riester: Geben Sie sich selbst ein Darlehen

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Mit Ihrem Riester-Altersvorsorgevertrag können Sie sich selbst ein zins- und tilgungsfreies Immobiliendarlehen gewähren. Vorausgesetzt, es handelt sich dabei um selbstgenutztes Wohneigentum, das Ihren Hauptwohnsitz darstellt.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Rentenversicherung, einen Fondssparplan, einen Banksparplan oder einen Bausparvertrag handelt – aber riestertauglich muss die Police auf jeden Fall sein.

Auch der altersgerechte Umbau oder die Tilgung Ihrer Finanzierung einer selbstgenutzten Wohnimmobilie ist mit einem Riester-Vertrag möglich.

Neben dem geförderten Altersvorsorgevermögen können Sie auch geflossene Zulagen und Erträge hierfür nutzen. Sie haben die Wahl, das angesparte Altersvorsorgevermögen vollständig oder teilweise zu entnehmen.

Wägen Sie ab, ob eine wohnwirtschaftliche Entnahme mit Ihrem Altersvorsorgevermögen sinnvoll und möglich ist.

Gesetzliche Vorschriften und Voraussetzungen

Bei den Kapitalentnahmen gilt eine Mindestentnahme von 3.000 € des gebildeten Kapitals. Entnehmen Sie nur einen Teil Ihres Altersvorsorgevermögens, schreibt der Gesetzgeber eine Restsumme von 3.000 € gefördertes Kapital in Ihrem Altersvorsorgevertrag vor.

Zur Finanzierung eines altersgerechten Umbaus gilt eine Mindestentnahme von 6.000 €, wenn der Umbau innerhalb von drei Jahren nach Herstellung oder Anschaffung der Immobilie erfolgt. Danach beträgt die Mindestentnahme 20.000 € des gebildeten Kapitals.

Zeitpunkt der Kapitalentnahme

Die Entnahme ist während der Ansparphase jederzeit möglich. Es gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende eines Quartals.

Sie haben die Möglichkeit, den Zeitpunkt der Auszahlphase Ihres Altersvorsorgevertrags zu verändern. Sprechen Sie Ihren Riester-Vertragspartner rechtzeitig an. Beantragen Sie die Entnahme bis spätestens zehn Monate vor Beginn der Auszahlphase.

Steuerliche Behandlung

Der entnommene Betrag wird auf einem fiktiven Buchungskonto, dem Wohnförderkonto, gutgeschrieben. Der Entnahmebetrag wird jährlich mit zwei Prozent bis zum Ende der Ansparphase verzinst. Das heißt, die Besteuerungsgrundlage wächst bis zum Zeitpunkt der Versteuerung jährlich um diesen Prozentsatz.

Damit Sie einen Überblick über das Wohnförderkonto haben, sendet Ihnen Ihr Riester-Vertragspartner jährlich eine Bescheinigung nach § 92 EStG zu. Der steuerpflichtige Betrag aus dem Wohnförderkonto ist ab dem Jahr des Beginns der Auszahlphase im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung zu versteuern.

Sie haben zwei Möglichkeiten für die Besteuerung ab Beginn der Auszahlphase:

  • Jährliche Besteuerung: Sie versteuern die Leistungen des Wohnförderkontos zwischen dem Jahr des Beginns der Auszahlphase und Ihrem 85. Lebensjahr. In dieser Zeit haben Sie jederzeit die Möglichkeit, zur Einmalbesteuerung zu wechseln.

  • Einmalbesteuerung: Sie versteuern im Jahr des Beginns der Auszahlphase einmalig Ihr Wohnförderkonto. Ihr Vorteil: Sie versteuern nur 70 Prozent des Betrags.

Verkauf oder Aufgabe des selbst genutzten Wohneigentums

Wenn Sie den mit Hilfe von Wohnriester geschaffenen Wohnraum verkaufen oder nicht mehr selbst nutzen, haben Sie zwei Möglichkeiten.

  • Erwerben Sie neues selbst genutztes Wohneigentum, dann können Sie Ihr Wohnriesterkapital innerhalb von vier Jahren reinvestieren.

  • Anderenfalls fällt die Steuer auf das für Wohnriester genutzte Vermögen sofort an.

Prüfen Sie, ob die genannten Voraussetzungen zu Ihren Vorstellungen passen. Sprechen Sie Ihren Bank- oder Versicherungsberater vor Ort an. Er hilft Ihnen, die beste Lösung für Ihre Altersvorsorge zu finden.

Wenn Sie sich für das Wohnriestern entschieden haben, sind folgende vier Schritte notwendig.

1. Schritt: Antrag stellen bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA)

Ihr Riester-Vertragspartner schickt Ihnen den Antrag für die ZfA.

Ihrem schriftlichen Antrag an die ZfA legen Sie folgende Unterlagen bei, die Sie von Ihrem Riester-Vertragspartner erhalten:

  • Erklärung zur wohnungswirtschaftlichen Verwendung,

  • Erklärung zur Hauptwohnung oder Lebensmittelpunkt,

  • verschiedene Nachweise über die wohnwirtschaftliche Verwendung.

Senden Sie alle erforderlichen Unterlagen an: Deutsche Rentenversicherung Bund, Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen, 10868 Berlin.

2. Schritt: Genehmigung durch die ZfA

Die ZfA prüft, ob und in welcher Höhe eine wohnwirtschaftliche Verwendung möglich ist. Sie teilt Ihnen das Ergebnis per Bescheid mit. Die ZfA informiert ebenfalls Ihren Riester-Vertragspartner.

3. Schritt: Auftrag zur Entnahme

Reichen Sie Ihrem Riester-Vertragspartner Ihren Auftrag für die Entnahme ein, wenn die ZfA die Entnahme Ihres Altersvorsorgevermögens genehmigt hat.

4. Schritt: Ausführen des Verkaufsauftrags und Überweisung

Sobald Ihr Riester-Vertragspartner den Bescheid zur Genehmigung von der ZfA von Ihnen erhalten hat, zahlt er Ihnen nach Ablauf der Kündigungsfrist den Entnahmebetrag aus.

Weitere Geldtipps-Informationen zur Riester-Rente

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