Riester-Rente: So vermeiden Sie Fehler

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Das Jahresende rückt näher und es empfiehlt sich, den eigenen Riester-Vertrag zu kontrollieren. Achten Sie dabei vor allem auf fünf mögliche Fehlerquellen.

Nur wer als Arbeitnehmer oder Beamter 4 % seines rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens oder seiner Dienstbezüge in eine Riester-Rente investiert (Mindesteigenbeitrag), erhält die volle Zulage auf sein Riester-Konto überwiesen.

Viele Sparer zahlen ihre Beiträge monatlich oder vierteljährlich. Zum Ende des Jahres sollten sie deshalb prüfen, ob ihre Einzahlungen stimmen, um die volle Zulage zu erhalten. Denn erst die staatlichen Zulagen machen aus der Riester-Rente eine lohnenswerte Altersvorsorge. Und in Zeiten niedriger Zinsen fallen sie besonders ins Gewicht.

Neben einer Grundzulage von 154,00 € zahlt der Staat bis zu 185,00 € Kinderzulage für Kinder, die bis Ende 2008 geboren wurden, bei späteren Geburten 300,00 €. Vorausgesetzt, die Eltern leben nicht getrennt und es besteht ein Anspruch auf Kindergeld.

Ist der Sparbetrag niedriger als 4 % des Vorjahreseinkommens, werden die Zulagen anteilig gekürzt. Die richtige Berechnung des Sparbetrags ist also wichtig. Nachfolgend deshalb fünf mögliche Fehler, auf die Sie achten sollten.

Fehler Nr. 1: Zulage nicht beantragt

Man glaubt es kaum: Bei insgesamt rund 16 Mio. bestehenden Verträgen stellen die einzelnen Versicherer fest, dass zwischen 4 % und 13 % ihrer Kunden vergessen, ihre Zulage zu beantragen. Sorgen Sie deshalb dafür, dass jedes Jahr rechtzeitig die Zulage beantragt wird. Um nicht ständig einen neuen Antrag stellen zu müssen, gibt es die Möglichkeit eines Dauerzulagenantrags, der Ihnen diese Arbeit abnimmt. Wer einen Dauerzulagenantrag stellt, muss aber darauf achten, dass Änderungen der familiären oder beruflichen Verhältnisse auch zu einer Veränderung des Mindesteigenbeitrags führen. Solche Veränderungen sind z.B. Höhe des rentenversicherungspflichtigen Entgelts, Familienstand, Anzahl der Kinder mit Anspruch auf Kindergeld und Arbeitslosigkeit – das sollten Sie der Zulagenstelle umgehend melden und Ihren Mindesteigenbeitrag entsprechend anpassen.

Fehler Nr. 2: Mindesteigenbeitrag nicht erreicht

4 % des Vorjahreseinkommens sind viel Geld. Doch oft wird übersehen, dass Sparer die staatliche Förderung einrechnen dürfen, der Eigenbeitrag sinkt somit um den Betrag der Zulagen. Bei höheren Einkommen profitiert der Sparer zusätzlich von Steuervorteilen: Denn der Eigenbeitrag einschließlich Zulagen ist im Rahmen der Sonderausgaben steuerlich unbeschränkt abzugsfähig. Die Steuerersparnis wird allerdings mit der Zulage verrechnet. Führt beispielsweise der Steuerabzug von 2.100,00 € zu einer Steuerersparnis von 525,00 € und beträgt die Zulage (154,00 € + 300,00 € =) 454,00 €, werden nur noch 71,00 € gesparte Steuern gutgeschrieben.

Fehler Nr. 3: Vorjahreseinkommen nicht berücksichtigt

Die Berechnung des Eigenbeitrags richtet sich nach dem Einkommen im letzten Jahr. Ist das Einkommen in diesem Jahr gesunken, darf also erst im nächsten Jahr die Überweisung auf den Altersvorsorgevertrag vermindert werden, ohne die Zulagen zu gefährden.

Fehler Nr. 4: Einkünfte falsch berechnet

Bei Arbeitnehmern zählt nur das rentenversicherungspflichtige Einkommen (bei Beamten die Dienstbezüge); unberücksichtigt bleiben z.B. Kapitalerträge und Mieteinnahmen. Das Vorjahreseinkommen lässt sich bequem aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung Ende des Jahres ablesen. In der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherte Selbstständige erhalten von der Deutschen Rentenversicherung entsprechende Mitteilungen.

Fehler Nr. 5: Mindesteigenbeitrag von 60,00 € pro Jahr nicht eingezahlt

Als absolute Untergrenze müssen Geringverdiener, Arbeitslose und Sparer mit abgeleitetem Zulagenanspruch wie z.B. Ehegatten mindestens 60,00 € pro Jahr einzahlen, um die volle Zulage zu erhalten. Sog. beitragsfreie Null-Verträge für verheiratete Partner gibt es nicht mehr, auch sie müssen nach einer gesetzlichen Änderung mindestens 60,00 € pro Jahr in ihre Riester-Rente einzahlen, um die Zulagen ungekürzt zu erhalten.

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