Riester-Rente: Ein Stabilitätsanker im Alter

 - 

(verpd) Der Rentenversicherungs-Bericht 2015 bestätigt, dass das Sicherungsniveau vor Steuern weiter sinkt.

Die für 2030 gesetzte Linie von mindestens 43 Prozent wird demnach voraussichtlich aber nicht unterschritten. Nach dem Bericht könnte es mithilfe der Riester-Rente bis 2029 jedoch gelingen, dieses Sicherungsniveau dauerhaft über 50 Prozent zu stabilisieren.

Im aktuellen Rentenversicherungs-Bericht 2015 schätzt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) – wie jedes Jahr – die kurzfristige Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) sowie in mehreren Szenarien die mögliche Entwicklung über einen Zeitraum von 15 Jahren.

Nach der tabellarischen Übersicht des Ministeriums lag das Sicherungsniveau vor Steuern (Netto-Rentenniveau vor Steuern) im Jahr 2008 noch bei 50,5 Prozent. Dabei bezog der Standardrentner damals eine Bruttomonatsrente von 1.195 €. In diesem Jahr liegt das Sicherungsniveau noch bei 47,5 Prozent, was einer Rente von 1.314 € entspricht.

Rentenniveau sinkt und Beitragssatz steigt

Für 2029 wird ein Netto-Rentenniveau vor Steuern von 44,6 Prozent erwartet. Das Sicherungsniveau vor Steuern bewege sich damit im Rahmen der im Gesetz vorgesehenen Grenzen von 46 Prozent bis zum Jahr 2020 und von 43 Prozent bis zum Jahr 2030, wie im Bericht zu lesen ist.

Der Modellberechnung nach dem sogenannten Standardrentner liegt als Basis ein fiktiver Rentner, der 45 Jahre lang so viel verdient hat wie der Durchschnitt aller in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) Versicherten und in dieser Zeit auch entsprechende GRV-Beiträge eingezahlt hat, zugrunde.

Wie dem Rentenversicherungs-Bericht weiter zu entnehmen ist, wird der Beitragssatz der GRV, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Regel jeweils zur Hälfte tragen müssen, weiter steigen. 2008 lag der GRV-Beitragssatz bei 19,9 Prozent in 2008, 2015 sind es aktuell 18,7 Prozent und bis 2029 wird er voraussichtlich auf 21,5 Prozent ansteigen. Auch bezüglich der Höhe des Beitragssatzes werden damit die gesetzlichen vorgegebenen Grenzen von 20 Prozent im Jahr 2020 und 22 Prozent in 2030 nicht überschritten.

Riester-Rente hilft dabei, das individuelle Sicherungsniveau anzuheben

Rechnet man für 2015 beim aktuellen Rentenniveau allerdings die 70 € im Monat aus der Riester-Rente hinzu, die ein Standardrentner voraussichtlich erreichen könnte, wenn er eine entsprechende staatlich geförderte Altersvorsorge abgeschlossen hätte, steigt das Sicherungsniveau auf 50 Prozent. Bei den Berechnungen wird unterstellt, dass der Rentner vier Prozent seines Einkommens in einen Riester-Vertrag eingezahlt hat.

Für das Jahr 2029 würde sich das Rentensicherungsniveau von 44,6 Prozent, wenn man die Leistungen der Riester-Rente für einen Standardrentner von voraussichtlich monatlich 265 € dazuzählt, auf ein Versorgungsniveau vor Steuern von 51,1 Prozent erhöhen.

Dem Rentenversicherungs-Bericht zufolge könnte die Riester-Rente damit durchaus den Ausgleich für das sinkende Rentenniveau (das steuerbereinigte Rentennettoniveau) bewirken und für einen Wert oberhalb der 50-Prozent-Marke sorgen.

Gesetzliche Rente kann Lebensstandard nicht sichern

Die in dem Rentenversicherungs-Bericht erhaltene Botschaft des Arbeits- und Sozialministeriums ist eindeutig: Die gesetzliche Rente (wird) zukünftig nicht ausreichen, um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen. Die gesetzliche Rentenversicherung werde zwar die tragende Säule bleiben, aber nur durch zusätzliche Vorsorge könne der Lebensstandard erhalten werden.

Wer im Ruhestand etwa den gleichen Lebensstandard genießen möchte wie im Arbeitsleben, sollte rechtzeitig finanziell vorsorgen. Wie das mit Hilfe von staatlichen Zulagen und Steuerersparnissen gelingen kann, lesen Sie in unserem aktuellen Ratgeber So schließen Sie Ihre Rentenlücke: Zusätzliche Altersvorsorge für 50plus. Die Riester-Rente ist dabei eine von insgesamt fünf Möglichkeiten.

Weitere News zum Thema

  • Mehr Geld für Riester-Sparer

    [] (verpd) Jeder, der einen Riester-Vertrag hat oder noch abschließen will, profitiert von den jüngst beschlossenen Änderungen, die zum Teil ab 2018 in Kraft treten. Neben einer Zulagenerhöhung, von der alle Riester-Sparer profitieren, gibt es weitere eingeräumte Vorteile für bestimmte Personengruppen, unter anderem für Riester-Renten-Empfänger, die nur wenig gesetzliche Rente haben. mehr

  • Riester-Rente auch für Studenten und Hausfrauen möglich

    [] Anspruch auf eine staatlich geförderte Altersvorsorge haben bei der Riester-Rente alle rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer und deren Ehepartner. Auch Studenten und Hausfrauen können in den Genuss dieser Förderung kommen, wenn sie einen Minijob ausüben und 3,7 Prozent Rentenbeitrag zahlen. Das lohnt sich insbesondere dann, wenn Kinderzulagen fließen. mehr

  • Immer mehr schließen einen Riester-Vertrag ab

    [] (verpd) Wie aus den vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales vor Kurzem veröffentlichten Zahlen ersichtlich wird, ist der Bestand an Riester-Rentenverträgen seit Einführung im Jahre 2002 bis Ende 2016 ständig gestiegen. Aktuell haben über 16,5 Millionen Bürger einen bestehenden Riester-Vertrag. mehr

  • Jeder dritte Arbeitnehmer riestert

    [] (verpd) Dass man mit der gesetzlichen Rente alleine seinen Lebensstandard im Alter nicht halten kann, ist mittlerweile vielen bewusst. So setzt rund ein Drittel der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherten Erwerbstätigen zwischen dem 25. bis unter 65. Lebensjahr auf eine staatlich geförderte Altersvorsorge in Form einer Riester-Rente. Das belegt eine jüngst veröffentlichte Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. mehr

  • Die Angst vor Altersarmut ist gestiegen

    [] (verpd) Eine repräsentative Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge zeigt, dass drei Viertel der Deutschen befürchten, ihren Lebensstil im Alter nicht fortführen zu können. Doch so manche haben bereits entsprechend vorgesorgt und sehen damit dem Rentenalter optimistisch entgegen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.