Riester-Rente auch für Studenten und Hausfrauen möglich

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Anspruch auf eine staatlich geförderte Altersvorsorge haben bei der Riester-Rente alle rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer und deren Ehepartner. Auch Studenten und Hausfrauen können in den Genuss dieser Förderung kommen, wenn sie einen Minijob ausüben und 3,7 Prozent Rentenbeitrag zahlen. Das lohnt sich insbesondere dann, wenn Kinderzulagen fließen.

Gewerbliche Arbeitgeber eines 450-Euro-Minijobbers zahlen zusätzlich zum Lohn Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung (13%) und Rentenversicherung (15%), eine Pauschsteuer (2%) und Umlagen als Ausgleich für Aufwendungen bei Krankheit (0,9%) oder Schwangerschaft bzw. Mutterschaft (0,3%) des Minijobbers sowie eine Umlage für den Fall einer Insolvenz (0,09%). Insgesamt belaufen sich die Nebenkosten auf 31,29 Prozent zuzüglich gesetzliche Unfallversicherung (bei Minijobs im Haushalt auf 14,8 Prozent). Bei einem Nettolohn von 450 Euro sind das 140,81 Euro. Der Arbeitgeber zahlt maximal 590,81 Euro an die Minijobzentrale (7.089,72 Euro im Jahr).

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Der Minijobber bei einem gewerblichen Arbeitgeber erhält bis zu 450 Euro, ohne dass er dafür Steuern oder Sozialabgaben zahlen muss. Um den Anspruch auf Riester-Förderung zu erhalten, muss er jedoch auf 3,7 Prozent seines Lohns verzichten, die vom Arbeitgeber für die gesetzliche Rentenversicherung an die Minijobzentrale mitabgeführt werden. Bei einem Lohn von 450 Euro sind das 16,65 Euro. Netto bleiben dem riesterwilligen Minijobber 433,35 Euro (5.200,20 Euro im Jahr).

Das Ganze funktioniert freilich auch mit einem niedrigeren Lohn. Der Mindestbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung liegt bei 32,73 Euro im Monat. Dieser ergibt sich aus der monatlichen Mindestbeitragsbemessungsgrenze, die 175 Euro beträgt. Davon hat der Minijobber 6,48 Euro zu zahlen. Liegt der Lohn des Minijobbers unter 175 Euro, muss er entsprechend höhere Rentenbeiträge abführen.

Riester-Zulagen lohnen sich um so mehr, je niedriger der Eigenbeitrag ist

Mit einem rentenversicherungspflichtigen Minijob gehört man zum unmittelbar förderberechtigten Personenkreis. Als Eigenbeitrag zur Riester-Rente müssen Minijobber, die den Rentenbeitrag des Arbeitgebers aufstocken, lediglich 60 Euro im Jahr einzahlen. Dafür erhalten sie im Jahr 2017 eine Grundzulage von 154 Euro, ab 2018 sogar 165 Euro pro Jahr. Für jedes Kind kommen 300 Euro im Jahr hinzu (für vor dem 1.1.2008 geborene Kinder 185 Euro).

Studenten und junge Mütter mit Minijob sowie Berufseinsteiger, die bis zu 25 Jahre als sind, werden bei der Riester-Rente neben den üblichen Zulagen obendrein mit einen einmaligen Sonderzuschuss von 200 Euro belohnt.

Beispiel

Miriam W., Mutter von zwei Töchtern, die ab 2008 geboren wurden, verdient in ihrem Minijob 450 Euro im Monat, aufs Jahr gerechnet also 5.400 Euro. Um die volle staatliche Zulage zu bekommen, muss sie davon vier Prozent in einen zertifizierten Riester-Vertrag einzahlen. Von den 216 Euro, die sie zahlen müsste, werden daher die Grundzulage von 154 Euro und die Kinderzulage für beide Töchter von je 300 Euro (= 600 Euro) abgezogen. Als Geringverdienerin muss sie damit nur einen Sockelbetrag von 60 Euro im Jahr (= 5 Euro im Monat) zahlen, um jährlich 754 Euro an staatlichen Zulagen für ihren Riester-Vertrag zu bekommen.

Für einen jährlichen Eigenbeitrag von 60 Euro bekommt eine alleinerziehende Mutter mit einem rentenversicherungspflichtigen Minijob frühestens ab dem 63. Lebensjahr eine lebenslange Riester-Rente von schätzungsweise rund 600 Euro im Jahr, wenn in den Riester-Vertrag 25 Jahre lang (Altersgrenze für das Kindergeld während der ersten Ausbildung) zusätzlich eine Grundzulage (ab 2018: 165 Euro) und eine Kinderzulage (300 Euro) fließen. Die Förderquote beträgt 89 Prozent.

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