Riester-Förderung für Immobilien

 - 

Bei der Wohn-Riester-Förderung gelten die gleichen Regeln wie bei den übrigen Riester-Verträgen – bis auf sechs Besonderheiten.

Zu den Besonderheiten der Förderung für selbstgenutzte Immobilien (Wohn-Riester) hier das Wichtigste in Kürze.

  • Förderung: Wohn-Riester-Verträge werden genauso gefördert wie die übrigen Riester-Verträge, nämlich mit Altersvorsorgezulagen und einem ergänzenden Sonderausgabenabzug.

  • Kapitalentnahme: Wer bereits staatlich gefördertes Kapital angespart hat, kann dieses zum Erwerb oder zur Herstellung einer Wohnimmobilie entnehmen. Eine solche Kapitalentnahme war bis 31.12.2013 auch noch zu Beginn der Rentenphase (frühestens mit 60 Jahren) möglich, um so die Wohnimmobilie zu entschulden. Seit 1.1.2014 ist eine Entschuldung bis zum Beginn der Auszahlungsphase jederzeit möglich.

  • Darlehensaufnahme: Gefördert werden ebenfalls Darlehensverträge sowie zertifizierte Riester-Bausparverträge zum Erwerb oder zur Herstellung der Wohnimmobilie. Dann gelten die laufenden Tilgungsbeiträge – nicht aber die Zinsen – als Altersvorsorgebeiträge und werden mit Zulage und Sonderausgabenabzug gefördert. Die Zulagen verwenden Sie zu 100 % für die Tilgung.

  • Besteuerung: In der Ansparphase bleiben die Beiträge steuerfrei, dafür werden die Leistungen in der Auszahlungsphase besteuert. Grundlage der nachgelagerten Besteuerung ist das Wohnförderkonto, in dem das geförderte Kapital erfasst wird. Bis 2013 konnte der Sparer zu Beginn der Auszahlungsphase wählen, ob er das geförderte Kapital jährlich über einen Zeitraum von 17 bis 25 Jahren (je nach Renteneintrittsalter) versteuern will oder ob er die Steuerschuld auf einen Schlag begleichen will. Im letzten Fall muss er nur 70 % des Kapitals im Wohnförderkonto mit dem individuellen Steuersatz versteuern. Seit 1.1.2014 kann die Einmalbesteuerung während der Rentenphase jederzeit gewählt werden.

  • Zulagen: Die Wohn-Riester-Förderung müssen Sie bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) beantragen. Das funktioniert grundsätzlich genauso wie bei »klassischen« Riester-Verträgen. Zusätzlich müssen Sie beim Antrag auf Wohn-Riester-Förderung die Herstellungs-/Anschaffungskosten nachweisen, z.B. durch den Kaufvertrag oder eine Rechnung über die Herstellungskosten. Das dürfte in der Regel unproblematisch sein, da die Herstellungs-/Anschaffungskosten meist über dem Entnahmebetrag liegen werden. Bei bestehenden Riester-Verträgen müssen Sie der Zulagenstelle außerdem mitteilen, aus welchem Ihrer Altersvorsorgeverträge welche Beträge ausgezahlt werden sollen (§ 92b Abs. 1 EStG).

  • Altersvorsorgevertrag: Im Unterschied zur normalen Immobilienfinanzierung müssen Ehepartner bei Wohn-Riester zwei getrennte Darlehensverträge abschließen (BMF-Schreiben vom 24.7.2013, BStBl. 2013 I S. 1022 Rz. 26). Das gilt auch für Ehepartner von Förderberechtigten ohne eigenes Einkommen, die einen abgeleiteten (mittelbaren) Förderanspruch haben.

Weitere Geldtipps zum Wohn-Riester:

Wohn-Riester: Geben Sie sich selbst ein Darlehen

Weitere News zum Thema

  • Seit 1.1.2017: Produktinformationen zur Riester-Rente

    [] Damit Kunden nun Angebote besser vergleichen können, erhalten sie ein Produktinformationsblatt. Es umfasst bis zu drei Seiten und ermöglicht einen Überblick über die Kosten, die Chance-Risiko-Klasse und eine prognostiziere Rendite-Entwicklung. mehr

  • Riester-Zulage für den Ehepartner

    [] (verpd) Immer noch lassen sich zahlreiche Ehepartner von Arbeitnehmern und sonstigen gesetzlich Rentenversicherten die staatliche Förderung für eine Altersvorsorge in Form einer Riester-Rente entgehen. Viele wissen nämlich nicht, dass sie unter bestimmten Voraussetzungen auch Anspruch auf staatliche Geldzulagen im Rahmen eines Riester-Rentenvertrages haben. mehr

  • Finanz-Tipps vor dem Jahreswechsel

    [] Bei Altersvorsorge und Immobilien sollten Sparer bis zum 31.12.2016 prüfen, ob sie die staatliche Förderung voll ausgeschöpft haben. mehr

  • Betriebliche Riester-Rente: Doppelte GKV-Beiträge abgeschafft

    [] Laut dem vierten Gesetzentwurf über das ab 2018 geltende Betriebsrentenstärkungsgesetz soll nun endlich die Doppelverbeitragung zur gesetzlichen Krankenversicherung für Riester-Renten im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung abgeschafft werden. mehr

  • Riestern bleibt beliebt

    [] (verpd) Seit 2002 fördert der Staat die private Altersvorsorge in Form von Riester-Verträgen mit Zulagen und Steuervorteilen. Auch im ersten Halbjahr 2016 schlossen zahlreiche Bürger eine entsprechende Riester-Police ab. Damit stieg laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) der Gesamtbestand auf mehr als 16,49 Millionen Riester-Verträge an. Ein hoher Vertragsanteil entfällt dabei auf eine der vier möglichen Fördervarianten. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.