Geschenktes Geld für Angehörige von Arbeitnehmern

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(verpd) Seit 2002 fördert der Staat die private Zusatzvorsorge für das Alter in Form von Riester-Verträgen.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) haben bis Ende Juni 2014 knapp 16 Millionen Personen einen Riester-Vertrag abgeschlossen und somit die staatliche Förderung in Form von Zulagen und steuerlichen Vergünstigungen genutzt. Doch längst nicht jeder, der eine solche Zulage erhalten würde, weiß dies und/oder nimmt sie auch in Anspruch.

Da die gesetzliche Rente alleine nicht ausreicht, um den Lebensstandard halten zu können, fördert der Staat unter anderem die private Altersvorsorge durch Zulagen und Steuererleichterungen. Um eine staatliche Förderung zu erhalten, muss der Förderberechtigte einen Altersvorsorgevertrag, der bestimmte Kriterien erfüllt – auch Riester-Vertrag genannt – abschließen.

Einen Anspruch auf eine staatliche Förderung im Rahmen eines Riester-Vertrags haben jedoch nicht nur gesetzlich rentenversicherte Beschäftigte wie Arbeitnehmer, sondern auch Beamte und rentenversicherungspflichtige Selbstständige. Sie gelten als direkt Förderberechtigte. Was viele nicht wissen: Auch der Ehegatte oder bei einer eingetragenen Lebenspartnerschaft der Lebensgefährte eines direkt Förderberechtigten hat unabhängig von seiner beruflichen Tätigkeit ebenfalls einen Anspruch auf die staatliche Förderung – er gilt als indirekt förderberechtigt.

So funktioniert riestern

Jeder direkt und indirekt Förderberechtigte, der einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, bekommt einen staatlichen Zuschuss, wenn er mindestens 60 € pro Kalenderjahr als Eigenanteil in den Vertrag einzahlt. Insgesamt kann der Förderberechtigte zwischen vier Vertragsvarianten, nämlich Riester-Rentenversicherungs-Verträgen, Riester-Banksparplänen, Riester-Fondssparplänen und Wohn-Riesterverträgen wählen.

Gefördert wird in Form der sogenannten Grundzulage von maximal 154 € pro Jahr. Zusätzlich gibt es eine Kinderzulage in Höhe von 185 € pro Jahr je Kind, für das der Riester-Sparer Kindergeld erhält. Für Kinder, die ab 2008 geboren wurden, gibt es sogar 300 € jährlich. Zudem sind die Aufwendungen bis zu 2.100 € in vielen Fällen steuerlich absetzbar. Um die volle Förderung zu erhalten, müssen inklusive der staatlichen Zuschüsse mindestens vier Prozent des Vorjahresbrutto-Einkommens des Förderberechtigten in einen Riester-Vertrag eingezahlt werden.

Jeweils 154 € für Arbeitnehmer und Ehepartner geschenkt

Beispiel: Ein Ehepaar ohne Kinder, bei dem ein Ehepartner als Arbeitnehmer direkt und der andere beispielsweise als Hausfrau oder -mann indirekt förderberechtigt ist, erhält insgesamt 308 € (zweimal 154 €) Grundzulage pro Jahr vom Staat geschenkt. Dieses Geld wird direkt ihren jeweiligen Riester-Verträgen gutgeschrieben.

Voraussetzung dabei ist, dass beide einen eigenen Riester-Vertrag haben und den jeweiligen Eigenbetrag einzahlen, um die volle Förderung zu erhalten. Beim Arbeitnehmer wären das vier Prozent seines Vorjahresbrutto-Einkommens und bei dem nicht erwerbstätigen Ehepartner 60 € pro Jahr.

Hilfe bei der individuellen Vorsorge

Detaillierte Informationen rund um die Riester-Förderung bietet die kostenlos beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) herunterladbare, aktuelle Broschüre „Die Riester Rente“. Sie gibt in verständlicher Art und Weise Auskunft, wer eine Förderung erhalten kann, wie die staatliche Förderung funktioniert und welche Sicherheiten und Garantien ein Riester-Vertrag bietet. Abgerundet wird die Broschüre durch Rechenbeispiele und übersichtliche Tabellen zur Riester-Rente.

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