Wie ein Jobverlust die Rente schmälert

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(verpd) Jeder, der von der Agentur für Arbeit Arbeitslosengeld I erhält, bleibt auch während der Zeit der Arbeitslosigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung abgesichert. Allerdings werden die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung nur von der Agentur für Arbeit übernommen, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Doch selbst dann mindert sich durch die Arbeitslosigkeit die künftige Rentenhöhe.

Wer seinen Arbeitsplatz verliert und bei der Agentur für Arbeit als arbeitslos gemeldet ist, bleibt weiterhin in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert. Die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung werden von der Agentur für Arbeit übernommen, wenn der Betroffene im Laufe des Jahres vor Eintritt der Arbeitslosigkeit und dem Bezug von Arbeitslosengeld I zumindest für kurze Zeit rentenversicherungs-pflichtig war und damit die sogenannte Vorversicherungszeit vorweisen kann.

Wer diese Vorversicherungszeit nicht hat, aber Arbeitslosengeld I bekommt, kann einen Antrag auf Rentenversicherungs-Pflicht bei der Agentur für Arbeit oder bei der Deutschen Rentenversicherung stellen. Auch dann werden die Rentenversicherungs-Beiträge übernommen. Insgesamt erhöhen jedoch die von der Agentur für Arbeit übernommenen Rentenbeiträge die Rentenansprüche nicht in dem Maße, wie es bei einer vor Eintritt der Arbeitslosigkeit ausgeübten versicherten Beschäftigung der Fall gewesen wäre.

Arbeitslos und dennoch gesetzlich rentenversichert

Der Grund dafür: Personen, die Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, sind rentenrechtlich so gestellt, als wenn sie mit 80 Prozent ihres bisherigen monatlichen Bruttoarbeits-Verdienstes weiterarbeiten würden.

Die Höhe der Rentenversicherungs-Beiträge, die die Agentur für Arbeit übernehmen, ist dementsprechend niedriger als die bisher bezahlten Beiträge, somit sind auch die Rentenansprüche, die sich unter anderem aus den gezahlten Beiträgen ableiten, niedriger.

Wenn Hartz IV bezahlt wird

Bezieher von Arbeitslosengeld II, auch Hartz IV genannt, sind seit 2011 nicht mehr in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert, daher werden ihnen auch keine Rentenversicherungs-Beiträge mehr gutgeschrieben. Allerdings wird unter Umständen die Zeit, in der man Arbeitslosengeld II bezogen hat, als Anrechnungszeit ohne Bewertung gezählt, was zumindest die künftige Rentenhöhe indirekt beeinflussen kann.

Umfassende Informationen zum Thema Arbeitslosigkeit und gesetzliche Rentenversicherung gibt es in der Broschüre „Arbeitslos – Was Sie beachten sollten“, die bei der Deutschen Rentenversicherung als Printversion bestellt oder online heruntergeladen werden kann. Detaillierte Auskünfte können bei den Beratungsstellen oder beim kostenfreien Servicetelefon 0800 10004800 der Deutschen Rentenversicherung eingeholt werden.

Bundesministerium empfiehlt zusätzliche Altersvorsorge

Grundsätzlich müssen alle Arbeitnehmer, also nicht nur diejenigen, die während ihres Erwerbslebens mindestens einmal arbeitslos waren, mit einer im Vergleich zur bisherigen Verdiensthöhe deutlich niedrigeren gesetzlichen Altersrente rechnen. Bereits jetzt liegt das heutige Rentenniveau – also die Netto-Altersrente im Verhältnis zum durchschnittlichen Nettogehalt eines gesetzlich Rentenversicherten – bei rund 48 Prozent. Und selbst das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) rechnet damit, dass das Rentenniveau bis 2028 weiter auf 44,4 Prozent sinken wird.

Wie unter anderem auch im aktuellen Rentenversicherungs-Bericht betont wird, ist für den Einzelnen neben der gesetzlichen Absicherung eine zusätzliche Altersvorsorge notwendig, um den bisherigen Lebensstandard auch im Rentenalter halten zu können. Die Versicherungswirtschaft bietet hierzu diverse teils mit staatlichen Zulagen geförderte, bedarfsgerechte Altersvorsorgelösungen an.

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