Weniger Rentenbeitrag und mehr Rente, dafür aber später

 - 

Im kommenden Jahr gibt es drei Änderungen in der gesetzlichen Rentenversicherung: Die Beiträge sinken, die Renten steigen und der frühestmögliche Rentenbezug beginnt später.

Beitragsentlastung um 2,8 Mrd. Euro

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung sinkt ab 1.1.2012 voraussichtlich von derzeit 19,9 Prozent auf 19,6 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts. Das sagte ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums Anfang November in Berlin. Die endgültige Entscheidung soll Mitte November fallen. Eine Senkung um 0,3 Beitragssatzpunkte bedeutet eine Entlastung von insgesamt 2,8 Milliarden Euro, die je zur Hälfte Arbeitnehmern und Arbeitgebern zugute kommen.

Rentner dürfen auf Erhöhung hoffen

Die Medien spekulieren bereits über eine Erhöhung der Altersbezüge zum 1.7.2012 um 2,3 Prozent in den alten Bundesländern und um 3,2 Prozent in den neuen Bundesländern. Doch Klarheit gibt es in dieser Frage - wie in jedem Jahr - erst im Frühjahr, meistens gut drei Monate vor dem Anpassungs-Stichtag 1. Juli. Denn erst dann liegen dem Statistischen Bundesamt die für die Berechnung der Rentensteigerung notwendigen Daten vor.

Offenbar dürfen die mehr als 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner im kommenden Jahr auf eine etwas höhere Steigerung ihrer Bezüge hoffen als 2011. Zur Jahresmitte waren die gesetzlichen Renten um 0,99 Prozent gestiegen. Für das kommende Jahr hatten Vertreter der Deutschen Rentenversicherung Bund schon bisher eine Rentenerhöhung von etwa 1,3 Prozent für möglich gehalten. Die immer noch gute Wirtschaftskonjunktur scheint aber inzwischen sogar ein Plus von etwa 1,5 Prozent möglich zu machen. 

Weitergehende Rentensteigerungen werden derzeit allerdings durch drei Dämpfungsfaktoren in der Rentenanpassungsformel verhindert. Riesterfaktor (minus 0,64 Prozent), Nachhaltigkeitsfaktor (minus 0,46 Prozent) und der sogenannte Nachholfaktor (minus 1,00 Prozent) sorgten in diesem Jahr dafür, dass in den alten Bundesländern aus einer durchschnittlichen Lohnsteigerung für die Beschäftigten von 3,10 Prozent letztlich nur knapp ein Prozent auch bei den Rentenbeziehern ankam.

Erst wenn der aufgrund von Schutzklauseln in den Vorjahren "aufgestaute" Nachholbedarf bei den Rentendämpfungen abgebaut ist, können die Renten wieder ungefähr der Entwicklung der Arbeitnehmerlöhne folgen.

Stufenweise Anhebung des Renteneintrittsalters

Arbeitnehmer müssen freilich etwas länger auf den Beginn ihres Rentenbezugs warten. Künftige Neu-Rentner müssen ab kommenden Jahr ein paar Monate länger arbeiten, für diejenigen, die jetzt 47 Jahre alt oder jünger sind, beträgt die Verlängerung ihrer Berufstätigkeit (bzw. Arbeitslosigkeit) sogar zwei Jahre.

Die Altersgrenze für die Regelaltersrente steigt von 1.1.2012 bis 31.12.2029 in Stufen von 65 auf 67 Jahre. Ab dem Geburtsjahrgang 1947 erfolgt die Anhebung ab 2012 zunächst in Ein-Monats-, von 2024 an in Zwei-Monatsschritten. Ein im Januar 1947 geborener Versicherter muss einen Monat länger arbeiten als bisher. Erst wer ab 1964 geboren wurde, kann statt mit 65 erst mit 67 Jahren eine Altersrente beziehen. Die Regelaltersrente kann beantragt werden, wenn eine Mindestversicherungszeit in der Deutschen Rentenversicherung von fünf Jahren erreicht ist (Wartezeit).

Weitere News zum Thema

  • Viele fürchten finanzielle Probleme im Alter

    [] (verpd) Eine repräsentative Befragung zeigt, dass die meisten Bürger nicht mit der voraussichtlichen Höhe ihrer künftigen gesetzlichen Altersrente zufrieden sind. Mehr als jeder Zweite rechnet im Rentenalter aufgrund der voraussichtlichen finanziellen Situation mit einem niedrigeren Lebensstandard wie bisher. mehr

  • EU-Kommission fragt Bürger zur privaten Altersvorsorge

    [] (verpd) Im Rahmen einer Konsultation zur privaten Rentenversicherung erhalten neben Versicherern und Verbänden auch Verbraucher jetzt die Gelegenheit mitzureden. Allerdings steht der dafür vorhergesehene, online abrufbare Fragebogen nur in englischer Sprache zur Verfügung. mehr

  • Geburtenzahl erreicht höchsten Stand seit dem Jahr 2000

    [] (verpd) Nach vorläufigen Destatis-Zahlen ist die Zahl der Lebendgeburten 2015 um über drei Prozent auf gut 737.630 gestiegen. Das sind so viele wie seit 2000 nicht mehr. Gleichzeitig gab es mit über 925.200 Sterbefällen die höchste Zahl nach 1985. Die Geburtenrate reichte daher auch 2015 nicht aus, um die Zahl der Sterbefälle auszugleichen. Wegen der starken Zuwanderung dürfte die Bevölkerung dennoch um knapp eine Million Menschen zugenommen haben. mehr

  • Mehrheit der Solo-Selbstständigen hat keine Altersvorsorge

    [] (verpd) Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ist in einer Studie unter anderem der Frage nachgegangen, inwieweit die zwei Millionen Solo-Unternehmer in Deutschland finanziell für ihr Alter vorsorgen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Mehr als jeder zweite betroffene Selbstständige betreibt überhaupt keine Altersvorsorge. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.