Was tun bei freier Wahl zwischen Rente oder Arbeitslosengeld?

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Viele Ältere, die bereits die 60er-Grenze überschritten haben und ihre Arbeitsstelle verlieren, können sich frei zwischen Arbeitslosengeld I (ALG I) und vorzeitiger Rente entscheiden.  Welche Wahl ist die richtige?

In diesen Fällen spricht finanziell vieles dafür, dass sie sich weiterhin dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen und die Leistung der Arbeitsagentur beziehen.

Zunächst einmal mag einiges für die Rente sprechen. Schließlich sind Rentenbezieher endlich unabhängig. Für sie bestehen – anders als für Arbeitslose – keinerlei Meldepflichten mehr und sie können jederzeit so lange sie wollen in Urlaub fahren. Doch wer diese Freiheit zu früh wählt, muss dafür häufig teuer bezahlen: mit Renteneinbußen bis zum Lebensende.

Drei finanzielle Gründe sprechen häufig für eine Entscheidung gegen die vorzeitige Rente und für den weiteren Bezug der Leistungen der Arbeitsagentur.

1) ALG I ist häufig höher als die Rente

Gerade bei Frauen, die häufig weniger Rentenversicherungsjahre ansammeln konnten als Männer und oft auch weniger verdient haben, fällt die gesetzliche Altersrente oft sehr niedrig aus. Mit Geld von der Arbeitsagentur stellt man sich dann meist besser. Lassen Sie sich in jedem Fall vor dem Rentenantrag genau ausrechnen, mit wie viel Rente Sie rechnen können.

2) Jedes Jahr Arbeitslosigkeit erhöht die Rente

Wer nicht vorzeitig in Rente geht und weiterhin arbeitslos gemeldet bleibt, für den zählt bei der Rente auch die Arbeitslosenzeit als Versicherungszeit. Die Zeit des Bezugs von ALG I bringt für die spätere Rente 80 Prozent dessen, was die vorherige Beschäftigungszeit für die Rente wert war. Zwei Jahre Bezug von ALG I – so lange können ja viele Ältere die Leistung beanspruchen – schlagen bei einem Erwerbslosen, der vor der Arbeitslosigkeit ein durchschnittliches Einkommen erzielt hatte, mit einer Erhöhung der späteren monatlichen Rente um etwa 35 bis 40 Euro zu Buche. Für einen Arbeitslosen, der zuletzt zu den Besserverdienen gehörte und ein Einkommen in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze (alte Bundesländer: 64.800 Euro, neue Länder: 54.600 Euro) erzielte, bringen zwei Jahre ALG-I-Bezug sogar ein monatliches Rentenplus von über 90 Euro (alte Länder) bzw. über 80 Euro (neue Länder).

3) Wer vorzeitig in Rente geht, wird durch Rentenabschläge bestraft

Keinesfalls vergessen sollten Sie auch, dass ein um zwei Jahre vorgezogener Renteneintritt (für den man sich ja entscheidet, wenn man statt ALG I Rente beantragt) mit Rentenabschlägen von 7,2 Prozent der monatlichen Rente bestraft wird – und zwar lebenslang.

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