Vorgezogene Rente: Bald mehr Hinzuverdienst rentenunschädlich

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Die Hinzuverdienstgrenzen für "Frührentner" sollen angehoben werden. Fachpolitiker von CDU/CSU und FDP haben sich darauf verständigt, dass Arbeitnehmer, die vor Erreichen des 65. Lebensjahres in Rente gehen, so viel dazu verdienen können, bis die Höhe des letzten Bruttogehalts erreicht ist.

Demnach könnte eine Rentnerin, die zuletzt 2.200 Euro brutto verdiente, bei einer Altersrente von 700 Euro monatlich 1.500 Euro hinzuverdienen, selbst wenn sie früher als mit 65 Jahren in Rente gegangen ist. Möglicherweise sollen auf die Nebenverdienste von Altersrentnern auch keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung mehr erhoben werden. Rentner haben keine Ansprüche mehr an die Arbeitslosenversicherung.

Eine solche Regelung des Hinzuverdiensts soll zu mehr Flexibilität beim Eintritt in die Rente und bei der Gestaltung des Ruhestands führen. Eine gesetzliche Neuregelung des Rentenrechts gibt es bis jetzt aber noch nicht. Mit der geplanten Anhebung der Hinzuverdienstgrenzen wird die Rente mit 67 flankiert. Frührentner sollen aufgrund ihrer höheren Hinzuverdienste höhere Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung erwerben können. Auch die Teilrente wird dadurch attraktiver gemacht. Gleichzeitig ist das Ziel, Fachkräfte länger im Beruf zu halten, ihnen aber zugleich einen gleitenden Übergang in die Rente zu verschaffen.

Derzeit liegt die Hinzuverdienstgrenze für Rentner, die eine Vollrente mit Rentenabschlägen beziehen, bei 400 Euro im Monat. Zudem dürfen sie zwei Mal im Jahr weitere 400 Euro hinzuverdienen. Für Bezieher einer 1/3-, 1/2- oder 2/3-Teilrente liegen diese Zuverdienstgrenzen zwar höher, aber wegen der dennoch geringen Zuverdienstmöglichkeiten werden Teilrenten nur selten in Anspruch genommen. Deshalb sollen die geplanten höheren Hinzuverdienstgrenzen auch für Teilrentner gelten.

Wer die Regelaltersgrenze, die derzeit noch bei 65 Jahren liegt, überschritten hat, darf unbegrenzt hinzuverdienen. Diese Eintrittsgrenze in eine abschlagsfreie Altersrente wird jedoch ab dem Jahr 2012 schrittweise angehoben. Für die nach 1964 Geborenen gilt die neue Altersgrenze von 67 Jahren. Nach den bisherigen Überlegungen werden die Zugangsvoraussetzungen für eine vorgezogene Vollrente (35 Beitragsjahre, Mindestalter 63 Jahre) unverändert bleiben bzw. schrittweise auf dem Weg zur Rente mit 67 angehoben. Für jeden vorgezogenen Monat ist ein Abschlag von 0,3 Prozent in Kauf zu nehmen. Bei einem um zwei Jahre vorgezogenen Rentenbeginn ergibt das eine Minderung der Altersrente um 7,2 Prozent.

Tipp
Keine Änderungen sind für Altersrentner nach Vollendung des 65. Lebensjahrs geplant. Sie konnten schon immer unbegrenzt hinzuverdienen, ohne dass die Rente gekürzt wurde.

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