Teilrente als Alternative zur Altersteilzeit

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Wer wünschte sich keinen vorgezogenen Ruhestand? Viele Arbeitnehmer können nach wie vor mit 63 Jahren in Rente gehen. Und das muss nicht mal zu finanziellen Engpässen führen.

Wer sich für diesen vorgezogenen Ruhestand entscheidet, büßt allerdings einen Teil seiner Rente ein: Zwei Jahre weniger Arbeit kosten 7,2 Prozent der monatlichen Rente, und das lebenslang. Um diese finanziellen Einbußen abzufedern, können Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit auch schrittweise verkürzen und den Ruhestand in Raten antreten.

Besonders beliebt ist dazu das Modell der Altersteilzeit. Doch die Förderung der Altersteilzeit durch die Bundesagentur für Arbeit läuft am 31.12.2009 aus.

Eine wenig bekannte Alternative dazu stellt die Teilrente dar. Dabei verzichtet der Frührentner auf einen Teil seiner gesetzlichen Rente und arbeitet in verringertem Umfang weiter. Vorteil: Die Abschläge fallen entsprechend geringer aus. Auf jeden Fall sollten Sie beide Alternativen in Betracht ziehen.

Vorsorgetipp
Wenn Sie Anspruch auf Kranken- oder Arbeitslosengeld haben, ist dieser in der Regel weit höher als ihr Rentenanspruch. Da jedoch in den vergangenen Jahren eine Reihe von Rentenkürzungen erfolgt sind, kann es andernfalls ratsam sein, so früh wie möglich den Bezug einer Erwerbsminderungsrente oder einer vorgezogenen Altersrente anzustreben. Bei künftigen Gesetzesänderungen genießen Sie dann als Bestandsrentner einen gewissen Vertrauensschutz.


Wer kann eine Teilrente bekommen und wie hoch ist diese?

Eine Teilrente können Sie beantragen, wenn Sie Anspruch auf eine vorgezogene Altersrente haben. Teilrentner erhalten bis zum Erreichen des regulären Rentenalters (derzeit 65 Jahre) ein Drittel, die Hälfte oder zwei Drittel ihrer Altersrente ausbezahlt. Gleichzeitig dürfen Sie Ihre Teilrente durch Arbeitseinkommen bis zu bestimmten Hinzuverdienstgrenzen aufbessern.

Zwar müssen Sie auch als Teilrentner Rentenabschläge hinnehmen, diese fallen aber geringer aus als bei einer vollen vorgezogenen Altersrente. Die Minderung betrifft nämlich nur den Teil der Rente, der tatsächlich vorzeitig in Anspruch genommen wird. Bei einer halben Teilrente mit 63 wird auch nur der halbe Abschlag fällig, also 3,6 Prozent. Ein Arbeitnehmer mit einem Rentenanspruch von 1.000 Euro im Monat büßt demnach lebenslang nur 36 Euro pro Monat ein. Würde er bereits mit 63 Jahren die volle Rente beanspruchen, bekäme er monatlich 72 Euro weniger.

Vorsorgetipp
Treten Sie vor dem abschlagsfreien Rentenbeginn eine Teilrente an, verringert sich durch den Rentenabschlag nur die Teilrente, während Sie bei Ihrer künftigen Vollrente nur einen geringeren oder gar keinen Rentenabschlag hinnehmen müssen.

Hinzuverdienst bis zu einer bestimmten Höhe bleibt ohne Auswirkungen auf die Rente

Um zu verhindern, dass Arbeitnehmer mit einer Teilrente mehr verdienen als vor Rentenbeginn, gelten individuelle Höchstgrenzen für den Hinzuverdienst. Je höher das Einkommen in den drei Jahren vor Rentenbeginn war, desto mehr Geld dürfen Teilrentner zusätzlich verdienen. Maßgeblich für die Hinzuverdienstgrenze ist die Summe der in den letzten drei Jahren erworbenen Rentenentgeltpunkte.

Beispiel:
Versicherte mit einem Einkommen, das in den Jahren 2005, 2006 und 2007 dem Durchschnittseinkommen aller Versicherten entsprach (drei Entgeltpunkte für drei Jahre mit rund 29.000 Euro Bruttoverdienst pro Jahr), dürfen seit 1.1.2008 bei einer Drittel-Rente bis zu 1.863,75 Euro hinzuverdienen (Ostdeutschland: 1638,14 Euro). Eine halbe Rente gibt es bis zu einem Nebeneinkommen von 1.416,45 Euro (Ostdeutschland: 1.244,99 Euro) und eine Zwei-Drittel-Rente bis 969,15 Euro im Monat (Ostdeutschland 851,83 Euro). Bei höheren Monatseinkünften entfällt der Rentenanspruch.

Wer zwischen dem 60. und 63. Lebensjahr wenig oder gar kein Einkommen hatte, kann dennoch eine Teilrente bekommen. In diesem Fall gilt statt der individuellen eine allgemeine Mindesthinzuverdienstgrenze, die bei der Hälfte der oben genannten Werte für Durchschnittsverdiener liegt (Basis: 1,5 Entgeltpunkte).

Vorsorgetipp 1
Teilrentner dürfen in zwei Monaten pro Jahr bis zum Doppelten der jeweiligen Höchstgrenze verdienen, ohne ihren Rentenanspruch zu gefährden. Damit können Arbeitnehmer beispielsweise bezahlte Überstunden machen oder Urlaubs- und Weihnachtsgeld bekommen, ohne dass sie eine Rückforderung der Rentenversicherung befürchten müssen. Gleiches gilt für Bezieher einer Rente wegen voller oder teilweiser Erwerbsminderung.

Vorsorgetipp 2
Wenn Sie häufig krank sind oder länger krank waren, aber weiterhin noch arbeiten möchten, kann es sich eher lohnen, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen und bis zur Höchstgrenze hinzuzuverdienen, als eine vorzeitige Altersrente oder Altersteilzeit zu vereinbaren.

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