Sofortrenten im freien Fall – doch es gibt lohnende Alternativen

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Hände weg vom Abschluss einer Sofortrente über die private Rentenversicherung. Die Verzinsung ist niedrig und die einkalkulierte Lebenserwartung hoch.

Das Angebot, einen bestimmten Geldbetrag in eine private Rentenversicherung einzuzahlen und sofort eine monatliche Rente kassieren zu können, klingt erstmal gut. Wessen Kapital-Lebensversicherung oder private Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht gerade ausläuft, dem sind die Angebote einer Sofortrente wohl vertraut.

Man sollte sich aber von der in Aussicht gestellten monatlichen Sofortrente nicht blenden lassen. Wer beispielsweise als heute 63-Jähriger einen Einmalbeitrag von 50.000 € investiert und sofort eine Rente von rund 167 € pro Monat bekommt, sollte sich nicht zu früh freuen. Auf das Jahr hochgerechnet, sind dies nur 2.000 € oder 4 % des Einmalbeitrags. Zwar werden die 2.000 € pro Jahr bis ans Lebensende gezahlt. Sie müssten aber mindestens 88 Jahre alt werden, um 50.000 € (= 2.000 € x 25 Jahre) und damit zumindest ihren Einmalbeitrag garantiert zurück zu erhalten. Das Beispiel ist nicht willkürlich gewählt, sondern ganz aktuell bezogen auf das zurzeit günstigste Angebot einer Sofortrente.

Gerade für die Sofortrente gilt der Grundsatz: Drum prüfe, wer sich lange bindet. Wer sich für eine Sofortrente entscheidet, geht eine Wette auf ein langes Leben ein. Kein Sofortrentner kann wissen, ob er diese Wette gewinnen wird. Daher ist also grundsätzlich Vorsicht geboten. Wegen der ab 2015 erfolgten Absenkung des Garantiezinses auf nur noch 1,25 % sinken die Sofortrenten weiter und befinden sich fast schon im freien Fall. Daher kann es in fast allen Fällen nur einen Ratschlag geben: Hände weg von der Sofortrente aus einer privaten Rentenversicherung!

Sofortrenten aus der privaten Rentenversicherung lohnen sich nicht

Um diesen Ratschlag auch zahlenmäßig zu untermauern, haben wir die jeweils besten sieben Angebote von Sofortrenten für einen 63-Jährigen (Jahrgang 1952) und 65-Jährigen (Jahrgang 1950) miteinander verglichen und dabei angenommen, dass eine Rentengarantiezeit von zehn Jahren vereinbart wurde. In beiden Fällen lag die Sofortrente der Europa Versicherung auf Platz 1 und die Allianz auf Platz 7.

1. Fall: Sofortrenten bei Einmalbeitrag von 50.000 € für einen heute 63-Jährigen

Versicherer

garantierte Monatsrente *)

jährlicher Rentensatz **)

1) Europa Versicherung

166,56 €

4,00 %

2) Ergo Direkt

165,64 €

3,98 %

3) HUK 24

165,12 €

3,96 %

4) Cosmos Direkt

164,98 €

3,96 %

5) Signal Iduna

164,86 €

3,96 %

6) Hannoversche Leben

164,42 €

3,95 %

7) Allianz

159,60 €

3,83 %

*) garantierte monatliche Sofortrente bei einem Einmalbeitrag von 50.000 €, zahlbar im Jahr 2015 von einem im Jahr 1950 Geborenen, bei einem Garantiezins von 1,25 % und einer vereinbarten Rentengarantiezeit von 10 Jahren

**) garantierte jährliche Sofortrente (= garantierte Monatsrente x 12 Monate) in Prozent des Einmalbeitrags von 50.000 €

Wer beispielsweise bei der Allianz 50.000 € einzahlt, muss noch mehr als 26 Jahre warten bzw. mehr als 89 Jahre alt werden, um seinen Einmalbeitrag garantiert zurück zu erhalten. Bei der Europa Versicherung sind es exakt 25 Jahre bis zum Endalter von 88 Jahren. Nur zum Vergleich: Die durchschnittliche Lebenserwartung für einen ehemals 63-Jährigen (Jahrgang 1947 in 2010) lag nach der aktuellen Sterbetafel des Statistischen Bundesamts bei 20,7 Jahren (Männer 19 Jahre und Frauen 22,4 Jahre) und wird für einen heute 63-Jährigen (Jahrgang 1952 in 2015) schätzungsweise bei 21,2 Jahren liegen. Also würde der heute 63-Jährige im Durchschnitt gut 84 Jahre alt werden.

Wichtig: Der jährliche Rentensatz enthält immer einen Kapital- und Zinsanteil, wobei der Zinsanteil infolge des auf 1,25 % gesenkten Garantiezinses besonders niedrig ausfällt. Bei einem Rentensatz von beispielsweise 4 % pro Jahr für einen heute 63-Jährigen und einem Netto-Garantiezins nach Kosten von nur 1 % läge der Kapitalanteil wie bei der Europa Versicherung beispielsweise bei 3 %. Die ferne Lebenserwartung wird dabei laut Sterbetafel DAV 2004 R auf 28 Jahre und 10 Monate geschätzt, sodass sich ein rechnerisches Endalter von sogar 91 Jahren und 10 Monaten ergibt. Das sind immerhin acht Jahre mehr im Vergleich zur Lebenserwartung eines 63-Jährigen nach der Sterbetafel des Statistischen Bundesamts.

Der jährliche Rentensatz von nur 3,83 % bei der Allianz lässt bei gleicher Lebenserwartung nur einen Netto-Garantiezins nach Kosten von 0,7 % erwarten und einen entsprechend höheren Kapitalanteil von 3,13 %.

Ähnliche Ergebnisse kommen heraus, wenn man die Sofortrenten für einen heute 65-Jährigen bei einem Einmalbeitrag von ebenfalls 50.000 € vergleicht. Bei der Europa Versicherung sind es nun 23,5 Jahre bis zum Lebensalter von 88,5 Jahren. Wer bei der Allianz abschließt, muss 24,6 Jahre bis zum Endalter von 89,6 Jahren warten, um seinen Einmalbeitrag garantiert zurück zu erhalten.

2. Fall: Sofortrenten bei Einmalbeitrag von 50.000 € für einen heute 65-Jährigen

Versicherer

garantierte Monatsrente *)

jährlicher Rentensatz **)

1) Europa Versicherung

176,98 €

4,25 %

2) Ergo Direkt

176,17 €

4,23 %

3) HUK 24

175,20 €

4,20 %

4) Cosmos Direkt

175,04 €

4,20 %

5) Hannoversche Leben

174,44 €

4,19 %

6) Signal Iduna

173,99 €

4,18 %

7) Allianz

169,38 €

4,07 %

*) garantierte monatliche Sofortrente bei einem Einmalbeitrag von 50.000 €, zahlbar im Jahr 2015 von einem im Jahr 1950 Geborenen, bei einem Garantiezins von 1,25 % und einer vereinbarten Rentengarantiezeit von 10 Jahren

**) garantierte jährliche Sofortrente (= garantierte Monatsrente x 12 Monate) in Prozent des Einmalbeitrags

Beim Vergleich der beiden Tabellen fällt auf, dass der 65-Jährige im Vergleich zum 63-Jährigen bei allen sieben Anbietern rund 10 € mehr an garantierter Sofortrente pro Monat bei gleichem Einmalbeitrag von 50.000 € bekommt. Das erklärt sich durch die kürzere Lebenserwartung bzw. Rentendauer. Die garantierten Renten werden halt auf weniger Jahre verteilt.

Bei einem heute 67-Jährigen (Jahrgang 1948) läge die garantierte Monatsrente bei 188,76 € (Europa Versicherung), was einem jährlichen Rentensatz von 4,53 % entspricht. In diesem Fall müsste der Sofortrentner sogar ein Endalter von 89 Jahren erreichen, um den gezahlten Einmalbeitrag über die Rentenlaufzeit von 22 Jahren zurück zu bekommen. Auch hier lohnt sich ein Vergleich mit der aktuellen Sterbetafel des Statistischen Bundesamts: Danach lag die durchschnittliche Lebenserwartung eines ehemals 65-Jährigen (Jahrgang 1945 in 2010) bei 19,1 Jahren (Männer 17,5 Jahre und Frauen 20,7 Jahre) und das statistische Endalter bei nur rund 84 Jahren. Auch wenn man für einen heute 65-Jährigen (Jahrgang 1950 in 2015) eine um ein halbes Jahr längere Lebenserwartung annimmt, wird das durchschnittliche Endalter im Todesfall nicht über 84 Jahre und 6 Monate hinausgehen.

Alternative: Sofortrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung für Pensionäre

Angesichts der mageren Sofortrenten aus der privaten Rentenversicherung stellt sich sofort die Frage: Gibt es denn auch alternative Sofortrenten, die höher sind? Die Antwort lautet eindeutig Ja, wenn man privat krankenversicherte Pensionäre des Jahrgangs 1950 mit Rentenbeginn in diesem Jahr meint.

Wer beispielsweise am 5.6.1950 geboren ist und nach Erreichen der Regelaltersgrenze von 65 Jahren und 4 Monaten gem. § 282 Abs. 2 SGB VI einen Nachzahlungsbetrag von 50.000 € für insgesamt 5 Jahre leistet, da er nie pflichtversichert war in der gesetzlichen Rentenversicherung, erhält eine garantierte gesetzliche Sofortrente von monatlich 234,54 € inkl. 7,3 % Zuschuss zu seiner privaten Krankenversicherung. Diese gesetzliche Sofortrente liegt somit rund 68 € über der höchstmöglichen Sofortrente bei Europa und macht immerhin 5,63 % des Einmalbeitrags von 50.000 € aus und nicht nur 4 % wie bei der Europa Versicherung.

Berechnung der gesetzlichen Rente bei einem Einmalbeitrag von 50.000 €

  • aktueller Rentenwert 28,61 € ab 1.7.2014 für einen Regelbeitrag in 2015 von 6.544,81 € (= Durchschnittsentgelt 34.999 € x Gesamtbeitragssatz 18,7 %)

  • monatliche gesetzliche Rente brutto bei Einmalbeitrag von 50.000 € für 5 Jahre (2011 bis 2015) macht das 7,64-Fache (= 50.000 : 6.544,81) von 28,61 € aus und liegt daher bei 218,58 € brutto

  • 7,3 % Zuschuss zum Beitrag in der privaten Krankenversicherung (Höhe in etwa monatlich 170 € für den alleinstehenden Pensionär bzw. den verheirateten Pensionär, dessen Ehegatte nicht privat krankenversichert ist): 15,96 €

  • monatliche gesetzliche Rente inkl. 7,3 % Zuschuss: 218,58 + 15,96 = 234,54 € Jahresrente: 234,54 € x 12 Monate = 2.814,41 €

  • Rentensatz pro Jahr: 5,63 % (= 2.814,48 x 100/50.000)

Besser wäre indes ein freiwilliger Beitrag von beispielsweise lediglich 30.000 €, damit dieser dann zu 80 % bzw. in Höhe von 24.000 € im Jahr steuerlich abzugsfähig ist, sofern der Neupensionär verheiratet ist. Der Höchstbetrag für steuerlich abzugsfähige Altersvorsorgeaufwendungen nach § 10 Abs. 3 EStG liegt für Verheiratete ab 2015 bei 44.344 € minus maximal 13.576,20 € (= 18,7 % der Beitragsbemessungsgrenze von 72.600 €), also bei mindestens 30.767,80 €.

Wer also als 65-jähriger Pensionär in 2015 den Einmalbeitrag von 30.000 € in die gesetzliche Rentenversicherung auf einen Schlag einzahlt, erhält eine gesetzliche Sofortrente von monatlich 140,71 € (nur 25,85 € bzw. rund 16 % weniger im Vergleich zur Sofortrente aus der privaten Rentenversicherung von Europa bei einem allerdings um 50 % geringeren Einmalbeitrag) und kann außerdem - anders als bei der privaten Rentenversicherung - noch 24.000 € steuerlich absetzen. Allerdings ist die gesetzliche Sofortrente ab 2015 auch zu 70 % steuerpflichtig, während es bei der Sofortrente aus der privaten Rentenversicherung nur 18 % sind.

Der Vergleich von Einmalbeitrag nach Steuern und Sofortrente nach Steuern zeigt: Die gesetzliche Nach-Steuer-Sofortrente schlägt diejenige in der privaten Rentenversicherung um Längen. Wer als Verheirateter im Jahr 2015 beispielsweise ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von gut 40.000 € und einen Grenzsteuersatz von 25 Prozent hat bei einem eingezahlten Einmalbeitrag von 30.000 € in die gesetzliche Rentenversicherung, muss nur mit einem Netto-Einmalbeitrag von 24.000 € rechnen. Seine Sofortrente von brutto 1.689 € vermindert sich auf 1.419 € nach Steuern, so dass die Netto-Sofortrente noch 5,91 % des Netto-Einmalbeitrags ausmacht. In der privaten Rentenversicherung beim günstigsten Anbieter stünde einem Einmalbeitrag von 24.000 € vor und nach Steuern nur eine Netto-Sofortrente von 998 € (1.019 € brutto minus 21 € Steuern) gegenüber. Bei gleich hohem Netto-Einmalbeitrag von 24.000 € erhält der Pensionär von der Deutschen Rentenversicherung somit 421 € bzw. 42 % mehr.

Wer als 65-jähriger Beamter in diesem Jahr in Pension geht und nie vorher in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert war, sollte die lukrative Möglichkeit einer gesetzlichen Sofortrente eingehend prüfen und sich dafür entscheiden, sofern er die finanziellen Mittel zur Zahlung des Einmalbeitrags hat. Beachten Sie aber, dass der Antrag auf Nachzahlung gem. § 282 Abs. 2 SGB VI unbedingt bis zum 31.12.2015 gestellt werden muss (Ausschlussfrist). Ab dem Jahr 2016 besteht diese Möglichkeit der außerordentlichen Nachzahlung nicht mehr.

Laut Auskunft der Deutschen Rentenversicherung gilt nämlich folgende Regelung: Die Antragsfrist 31.12.2015 bezieht sich nur auf versicherungsfreie Personen (zum Beispiel Beamte) oder von der Versicherungspflicht befreite Personen (zum Beispiel Mitglieder einer berufsständischen Versorgungseinrichtung). Für sie besteht die Möglichkeit einer außerordentlichen Nachzahlung von freiwilligen Beiträgen, da sie aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren kaum mehr durch eine laufende freiwillige Versicherung erfüllen können. Ab dem Jahr 2016 bedarf es dieser Nachzahlungsmöglichkeit nicht mehr. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann die allgemeine Wartezeit durch den Personenkreis auch durch eine laufende freiwillige Beitragszahlung erfüllt werden kann, da die entsprechende Berechtigung hierfür bereits seit dem 1.8.2010 besteht.

Sofortrente für Rentner nur in Ausnahmefällen möglich

In ganz wenigen Ausnahmefällen gibt es eine gesetzliche Sofortrente auch für pflichtversicherte Arbeitnehmer. Der wichtigste Ausnahmefall ist das Abkaufen von Rentenabschlägen bzw. die Zahlung eines Einmalbeitrags zum Ausgleich von Rentenabschlägen (Ausgleichsbetrag nach § 187a SGB VI). Wer beispielsweise im Jahr 2015 mit 63 Jahren vorzeitig in Rente gehen will und die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren wegen der geforderten 45 Versicherungsjahre bei weitem verfehlt, muss grundsätzlich einen Rentenabschlag von 9 % seiner gesetzlichen Rente brutto in Kauf nehmen. Die Berechnung dazu lautet: 65 Jahre und 6 Monate als Regelaltersgrenze für Jahrgang 1952 minus 63 Jahre = 2 Jahre und 6 Monate bzw. insgesamt 30 Monate x 0,3 % pro Monat = 9 %.

Beispielberechnung für Jahrgang 1952 (Durchschnittsverdiener mit 40 Beitragsjahren und 40 Entgeltpunkten)

  • Minderung um 3,6 Entgeltpunkte (= 40 EP x 0,09) bzw. Rentenabschlag 103 € brutto (= 3,6 EP x 28,61 € aktueller Rentenwert) bzw. 92 € nach GKV/GPV-Beitrag

  • erforderlicher Einmalbeitrag 25.891,57 €*)

  • jährlicher Rentensatz von 4,26 % (= 92 x 12 x 100/25.891,57)

  • zum Vergleich: nur 86,25 € bzw. 4 % bei der Sofortrente aus privater Rentenversicherung

*) Berechnung des Einmalbeitrags: 3,6 EP (Minderung der Entgeltpunkte) x 34.999 € (Durchschnittsentgelt 2015) x 0,187 (Beitragssatz 2015) = 23.561,33 € vor Abschlag (als Zwischenergebnis) 23.561,33 : 0,91 (Rentenzugangsfaktor nach Abschlag von 9 %) = 25.891,57 €

Fazit

Auch diese garantierte gesetzliche Sofortrente von 92 € nach Abzug des Beitrags zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung bzw. in Höhe eines jährlichen Rentensatzes von 4,26 % schneidet noch besser ab als die garantierte Sofortrente aus einer privaten Rentenversicherung beim günstigsten Anbieter Europa mit vergleichsweise nur 86 € bzw. 4 % des Einmalbeitrags.

Zu bedenken ist außerdem, dass der Ausgleichsbetrag steuerlich abzugsfähig ist und die höhere gesetzliche Rente auch einen grundsätzlichen Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung (zum Beispiel Witwenrente in Höhe von 55 bis 60 % der Altersrente des verstorbenen Ehegatten) mit einschließt.

Weitere Ausnahmefälle für eine gesetzliche Sofortrente für Rentner sind:

  • Ausgleichsbetrag zur Abwendung von Rentenkürzungen beim Versorgungsausgleich (also Zahlung einer Kapitalabfindung an den ausgleichsberechtigten Ex-Ehegatten nach § 187 SGB VI)

  • Abfindung aus betrieblicher Altersversorgung als Einmalbeitrag (also Investition des vom Arbeitgebers erhaltenen Abfindungsbetrages in die gesetzliche Rentenversicherung nach § 187b SGB VI)

  • Nachzahlungsbetrag für vor 1.1.1955 geborene Mütter nach Erreichen der Regelaltersgrenze nach § 282 Abs. 1 SGB VI (also Nachzahlung von freiwilligen Beiträgen für ein Jahr bei zwei vor 1992 geborenen Kindern oder für drei Jahre bei einem vor 1992 geborenen Kind zwecks Erfüllung der fünfjährigen Wartezeit für einen Rentenanspruch in der gesetzlichen Rentenversicherung).

Besonders der Nachzahlungsbetrag für vor dem 1.1.1955 geborene Mütter lohnt sich nach Einführung der Mütterrente. Wer beispielsweise zwei Kinder vor dem 1.1.1992 geboren und erzogen hat, kommt bereits auf vier Beitragsjahre bzw. vier Entgeltpunkte. Ein Mindestbeitrag von 1.009,80 € (= 18,7 % von 5.400 €) für das fünfte Jahr reicht, um nach Erreichen der Regelaltersgrenze sofort eine gesetzliche Rente von monatlich 118,85 € (= 4,1543 Entgeltpunkte x 28,61 € aktueller Rentenwert) brutto zu erhalten. Auch nach Abzug des monatlichen Beitrags zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung in Höhe von 12,54 € verbleibt noch ein Rentenzahlbetrag von 106,31 €. Im Jahr sind dies dann rund 1.276 € bzw. 126 % des Nachzahlungsbetrages.

Selbst bei lediglich einem vor 1992 geborenen Kind lohnt sich die Nachzahlung. Da nach Einführung der Mütterrente für ein Kind zwei Beitragsjahre bzw. zwei Entgeltpunkte gutgeschrieben werden, ist nun ein Mindestbeitrag für die restlichen drei Jahre in Höhe von 3.029,40 € erforderlich. Die monatliche Rente fällt zwar auf brutto 70,46 € (= 2,4629 Entgeltpunkte x 28,61 € aktueller Rentenwert) bzw. auf einen Rentenzahlbetrag von 63,03 €. Das sind aber pro Jahr rund 756 € und immer noch 25 % des Nachzahlungsbetrags.

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