Seit 1.1.2017: Lebensversicherungen bringen garantiert 0,9 Prozent Zinsen im Jahr

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Die Niedrigzinspolitik der Notenbanken führt zu einer sinkenden Garantieverzinsung von klassischen Lebensversicherungen: Neukunden erhalten seit 1.1.2017 lediglich einen Garantiezins von 0,9 Prozent auf ihren Sparanteil.

Für Bestandskunden sinkt der bei Vertragsschluss vereinbarte Garantiezins nicht. Experten erwarten aber, dass die Überschussbeteiligungen der Versicherer auch in diesem Jahr wieder sinken. Im Jahr 2016 hatten die Lebensversicherer im Schnitt 2,86 Prozent auf den Sparanteil der eingezahlten Beitrage ausgeschüttet.

Private Rentenversicherungen gehören zur Gruppe der Lebensversicherungen und werden auch als Kapitalversicherungen bezeichnet. Eine Privat-Rente schützt jedoch nicht vor dem Risiko eines frühen Todes, sondern ermöglicht die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos.

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Streng genommen handelt es sich bei einer Rentenversicherung nicht um eine Versicherung, sondern um eine reine Geldanlage. Der Kunde zahlt einen bestimmten Versicherungsbeitrag und erhält im Gegenzug lebenslang eine garantierte Rente auf sein Konto. Im Vergleich zu einer Kapitallebensversicherung ist der zu zahlende Beitrag geringer, denn im Todesfall wird üblicherweise keine Leistung an die Hinterbliebenen gezahlt. Daher spielt auch der Gesundheitszustand des Versicherten bei Vertragsabschluss grundsätzlich keine Rolle und es findet keine Gesundheitsprüfung statt.

Die Vereinbarung einer lebenslangen Rente, sog. Leibrente, ist aus Sicht des Kunden natürlich umso profitabler, je länger er lebt. Praktisch handelt es sich bei der privaten Rentenversicherung also um eine Wette auf ein langes Leben. Wettpartner ist der Rentenversicherer. Erreicht der Kunde ein biblisches Alter, hat er die Wette gewonnen. Stirbt er kurz nach Rentenbeginn, ist das für den Versicherer sehr vorteilhaft.

Wer eine Lebensversicherung abschließt, hat Anspruch auf eine Mindestverzinsung. In den letzten Jahren wurde der Satz allerdings mehrfach gesenkt, aktuell beträgt der garantierte Zins, mit dem das Sparguthaben verzinst wird, nur noch 0,9 %. Die Gesamtverzinsung kann jedoch um bis zu 2 bis 2,5 % höher liegen.

Vertragsabschluss

Mindestverzinsung in % pro Jahr

bis Juli 1986

3,0

ab Juli 1986

3,5

ab Juli 1994

4,0

ab Juli 2000

3,25

ab Januar 2004

2,75

ab Januar 2007

2,25

ab Januar 2012

1,75

ab Januar 2015

1,25

ab Januar 2017

0,9

Achtung: Entscheidend für die Höhe der Mindestverzinsung ist immer der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Der Zins ist für die gesamte Laufzeit des Vertrages garantiert, also teilweise über mehrere Jahrzehnte! Der Satz in Höhe von 0,9 % gilt z. B. nur für solche Policen, die nach dem 1.1.2017 abgeschlossen wurden bzw. werden.

Der Garantiezins wird jedes Jahr im Herbst vom Bundesfinanzministerium für das Folgejahr festgelegt. Seine korrekte Bezeichnung lautet Höchstrechnungszins. Die Zinsversprechen der Assekuranz dürfen nach gesetzlicher Regelung nicht oberhalb der Zinsen liegen, die an den Finanzmärkten tatsächlich zu erzielen sind. Basis für die Berechnung ist die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen; der Garantiezins darf maximal 60 % vom Zinssatz dieser Anleihen betragen. Der Höchstrechnungszins stimmt immer mit der garantierten Mindestverzinsung überein. Denn wegen des Konkurrenzdrucks wagt es kein Unternehmen, seinen Kunden weniger als den aktuellen Höchstsatz zu garantieren.

Die Höhe des Garantiezinses sinkt seit Juli 2000. Angesichts der Niedrigzinspolitik und der niedrigen Renditen von Staatsanleihen mit guter Bonität überlegt das Bundesfinanzministerium den Garantiezins weiter herabzusetzen.

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