Schutz vor Rentenkürzungen, aber nicht vor weiteren Nullrunden

 - 

Die Rente ist sicher - staatlich garantiert. Und neuerdings ist sogar die Rentenhöhe sicher - per Gesetz. Doch steigen wird die Rente so bald auch nicht mehr - und schon gar nicht im Prozentbereich.

Am 6.5.2009 beschloss das Bundeskabinett mit dem neu eingeführten § 68a SGB VI eine generelle Schutzklausel gegen Rentenkürzungen. Damit soll, so das Arbeitsministerium, sichergestellt werden, "dass es auch bei einer negativen Lohnentwicklung nicht zu einer Verringerung der geltenden aktuellen Rentenwerte kommen kann".

Die Ruheständler könnten so sicher sein, dass ihre Renten nicht infolge der Wirtschaftskrise gekürzt werden. Wegen der Einführung mehrerer Dämpfungsfaktoren (Riester-, Nachhaltigkeits- und Nachhol-Faktor) ab 2001 stiegen die Renten in der Vergangenheit nicht mehr genauso wie die durchschnittlichen Bruttolöhne. Lediglich Mini-Anpassungen gab es – und von 2004 bis 2006 sogar drei Nullrunden in Folge.

Im Juli dieses Jahres gab es zwar für die Rentner im Westen Deutschlands mit einem Plus von 2,41 Prozent die größte Steigerung seit 1994 und im Osten sind die Renten mit 3,38  Prozent so stark gestiegen wie seit 1997 nicht mehr. Doch diese relativ kräftige Anhebung resultiert unter anderem daraus, dass die Regierung 2008 und 2009 den dämpfenden Riester-Faktor ausgesetzt – jedoch nicht abgeschafft – hat. Ab dem nächsten Jahr greift er wieder.

Das Ministerium verweist denn auch darauf, dass die jetzt beschlossene Regelung "keine Rentensteigerungsgarantie " sei. Im Gegenteil. "Künftig wird es für mehrere Jahre Nullrunden oder nur sehr geringe Rentenerhöhungen geben", so Franz Ruland, Vorsitzender des Sozialbeirats der Bundesregierung.

Der Grund: Die in den vergangenen Jahren ausgebliebenen Dämpfungen bei den Renten werden ab 2011 nachgeholt. Das gilt dann nicht nur für den ausgesetzten Riester-Faktor, sondern auch für möglicherweise unterbliebene Minderungen bei der Rentenanpassung infolge sinkender Löhne. Denn ab 2011 sollen alle Rentensteigerungen so lange maximal halbiert werden, bis ein Ausgleich für die unterbliebenen Dämpfungen bzw. Absenkungen erreicht ist.

Weitere News zum Thema

  • EU-Kommission fragt Bürger zur privaten Altersvorsorge

    [] (verpd) Im Rahmen einer Konsultation zur privaten Rentenversicherung erhalten neben Versicherern und Verbänden auch Verbraucher jetzt die Gelegenheit mitzureden. Allerdings steht der dafür vorhergesehene, online abrufbare Fragebogen nur in englischer Sprache zur Verfügung. mehr

  • Geburtenzahl erreicht höchsten Stand seit dem Jahr 2000

    [] (verpd) Nach vorläufigen Destatis-Zahlen ist die Zahl der Lebendgeburten 2015 um über drei Prozent auf gut 737.630 gestiegen. Das sind so viele wie seit 2000 nicht mehr. Gleichzeitig gab es mit über 925.200 Sterbefällen die höchste Zahl nach 1985. Die Geburtenrate reichte daher auch 2015 nicht aus, um die Zahl der Sterbefälle auszugleichen. Wegen der starken Zuwanderung dürfte die Bevölkerung dennoch um knapp eine Million Menschen zugenommen haben. mehr

  • Mehrheit der Solo-Selbstständigen hat keine Altersvorsorge

    [] (verpd) Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ist in einer Studie unter anderem der Frage nachgegangen, inwieweit die zwei Millionen Solo-Unternehmer in Deutschland finanziell für ihr Alter vorsorgen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Mehr als jeder zweite betroffene Selbstständige betreibt überhaupt keine Altersvorsorge. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.