Riester-Rentenversicherungen sind ein Renner: Bei schädlicher Verwendung drohen jedoch weitreichende Folgen

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Riester-Rentenversicherungen sind ein Renner. Die Kombination aus Sicherheit und staatlicher Förderung macht aus der Riester-Rente eine solide Säule der privaten Vorsorge, die jeder nutzen sollte.

In diesem Jahr bekommen Riester-Sparer 114 Euro Grundzulage, außerdem 138 Euro pro Kind. Voraussetzung ist, dass sie ihren Mindesteigenbeitrag leisten - 3 Prozent vom Vorjahreseinkommen, höchstens jedoch 1.575 Euro - oder bei einem geringen Einkommen den so genannten Sockelbetrag von 60 Euro zahlen. Zusätzlich können sie ihre Einzahlungen in den Riestervertrag bis zu 1.575 Euro als Sonderausgaben geltend machen und vor allem bei höherem Einkommen einen steuerlichen Zusatzbonus nutzen.

Die Beiträge für Riester-Renten werden aus unversteuertem Einkommen aufgebracht. Denn die Riester-Versicherten erhalten steuerfreie Zulagen und können ihren Eigenbeitrag bis zur vorgeschriebenen Höhe steuerlich geltend machen. Die Kehrseite der Medaille: Die spätere Rente muss voll versteuert werden. Steuerfrei bleiben nur ein Werbungskostenpauschbetrag von 102 Euro im Jahr und die Summe, die durch den Altersentlastungsbetrag abgedeckt wird. Dieser liegt zurzeit bei höchstens 1.824 Euro jährlich. Der Rest der geförderten Riester-Rente ist voll steuerpflichtig.

Nur bei einer nicht geförderten Riester-Rente wird lediglich der geringe Ertragsanteil versteuert. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn der Sparer mehr in den Vertrag eingezahlt hat, als durch den Förderhöchstbetrag begünstigt war. Die Riester-Förderung erhält man nur, wenn man zum begünstigten Personenkreis zählt. Voraussetzung dafür ist, dass man von der geplanten Rentenabsenkung betroffen ist, wie es beispielsweise bei Angestellten der Fall ist.

Gehört bei Ehepaaren nur einer zum begünstigten Personenkreis, hat der andere einen abgeleiteten Zulagenanspruch, ist also mittelbar begünstigt. Voraussetzung ist, dass er einen eigenen Altersvorsorgevertrag auf seinen Namen abgeschlossen hat und beide Eheleute in Deutschland nicht dauernd getrennt leben.  Das Besondere daran: Als mittelbar Begünstigter bekommen die Riester-Sparer die Zulagen sogar, wenn sie selbst nichts in den Vertrag einzahlen - es reicht, wenn der Partner so viel einzahlt, dass er die Zulagen in voller Höhe bekommt. Einzig der Sonderausgabenabzug bleibt dem Vorsorgesparer als mittelbar Begünstigtem verwehrt.

Problematisch kann die Riester-Rentenversicherung werden, wenn eine so genannte schädliche Verwendung vorliegt. Denn wie das angesammelte Altersvorsorgekapital aus dem Altersvorsorgevertrag ausgezahlt werden darf, ist im "Gesetz über die Zertifizierung von Altersvorsorgeverträgen" genau vorgeschrieben. So darf die Auszahlung beispielsweise nur in Form einer lebenslangen monatlichen Leibrente ausgezahlt werden, die entweder gleichbleibend hoch ist oder ansteigt.

Zulässig und unschädlich ist es außerdem,
  • wenn zu Beginn der Auszahlungsphase 30 Prozent des Anfangskapitals in einem Betrag ausgezahlt werden,
  • wenn Geld entnommen wird für den Bau oder Kauf einer Immobilie,
  • wenn man sich die in der Auszahlungsphase anfallenden Zinsen und Erträge gesondert auszahlen lässt oder
  • wenn eine Kleinstrente abgefunden oder in eine Jahresrente umgewandelt wird.
Jede andere Form der Auszahlung gilt als schädliche Verwendung. So ist beispielsweise die Kündigung des Altersvorsorgevertrags oder der Wegzug ins Ausland eine schädliche Verwendung. Das aber hat weitreichende Konsequenzen. So müssen die gutgeschriebenen Altersvorsorgezulagen und zusätzlichen Steuervorteile zurückgezahlt werden. Außerdem sind die Riester-Versicherten verpflichtet, die im Altersvorsorgekapital enthaltenen Erträge und Wertsteigerungen zu versteuern.

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