Riester-Rente: Neuer Beipackzettel geplant

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Die Bundesregierung will die Intransparenz von Riester-Verträgen beenden. Künftig soll es für Riester-Verträge ein Produkt-Informationsblatt geben, mit dem sich der Sparer schnell und übersichtlich ein Bild machen kann.

Das Informationsblatt soll einen verständlichen und knappen Überblick über die wesentlichen Merkmale des Vertrags einschließlich der Kosten geben. Dadurch wird eine bessere Vergleichbarkeit und mehr Transparenz hergestellt.

Die neuen Regeln, die in der Frühphase der Abstimmung sind, sollen bis Jahresende beschlossen sein und ab 2013 gelten.

Auf zwei Seiten soll der Sparer dann alles Relevante nachlesen können: Leistungen, Garantien, Kosten und Risiken. So sollen die Produkte in fünf Risikogruppen eingeteilt werden. Mehrere Szenarien zur künftigen Rendite sollen auf dem Infoblatt durchgespielt werden.

Zudem ist geplant, dass jeder Riester-Sparer einmal jährlich über den Stand seines Vertrages informiert wird – also etwa über die bisherige Rendite, die angefallenen Kosten oder das garantierte Kapital zu Beginn der Auszahlphase.

Verbraucherschützer begrüßen das geplante neue Infoblatt. Doch es gibt auch Kritik, vor allem an den geplanten Kennziffern zur Rendite-Minderung. Damit will die Bundesregierung mit einer recht komplexen mathematischen Größe ausweisen lassen, wie die Kosten auf die Rendite drücken. Die Verbraucherschützer schlagen stattdessen eine Rechengröße vor, mit der man den Renditeverlust in Euro und Cent ausrechnen könnte. Kritik gibt es auch am Ausweis der Kosten. Hier soll es einen Katalog von sieben verschiedenen Varianten geben.

Die Angabe der Kosten in Euro und Cent, wie sie jetzt noch Pflicht ist, soll dann allerdings wegfallen. Die Wechselkosten sollen zudem nach dem Willen der Bundesregierung auf 150 Euro begrenzt werden – allerdings nur beim alten Anbieter. Was der neue Anbieter verlangt, soll nicht gedeckelt werden.

Ein weiterer Kritikpunkt der Verbraucherschützer: Das neue Infoblatt soll nur für Verträge gelten, die ab 2013 zertifiziert – also staatlich als Riester-Produkte anerkannt – werden. Die Verbraucherschützer fordern stattdessen, dass die neuen Regeln für alle Verträge gelten, die ab dem Jahr 2013 verkauft werden.

Auch die Versicherungswirtschaft begrüßt die neuen Regeln, übt aber ebenfalls Kritik. Eine so knappe Darstellung der Riester-Produkte sei unmöglich. Die geplanten insgesamt 18 Kriterien passten nicht auf zwei Seiten, moniert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Allein die Aufzählung der 18 Punkte im Gesetzentwurf nehme schon mehr als eine Seite ein.

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