Riester-Förderung erweitert

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Immer mehr Menschen bekommen Anspruch auf Zuschüsse für ihre zusätzliche Altersvorsorge.

Knapp 1,6 Millionen Menschen erhalten eine Rente wegen voller Erwerbsminderung. Diese Frührentner können nun erstmals einen staatlich geförderten Altersvorsorgevertrag à la Riester abschließen.

Wer wegen einer schweren Erkrankung vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden muss, kann eine Erwerbsminderungsrente erhalten, die bis zum Beginn seiner Altersrente läuft. Die Erwerbsminderungsrenten sind allerdings recht niedrig: Männer in Westdeutschland bekommen derzeit im Schnitt 801 Euro und in Ostdeutschland 702 Euro. Erwerbsminderungsrentnerinnen im Westen beziehen durchschnittlich nur 659 Euro und im Osten 672 Euro.

Obwohl gerade die gesundheitlich Angeschlagenen auf eine zusätzliche private Altersvorsorge besonders angewiesen sind, konnten sie bislang aber keinen Riester-Vertrag abschließen. Hier hat der Gesetzgeber jetzt im Zuge des Eigenheimrentengesetzes nachgebessert, das rückwirkend seit 1.1.2008 gilt. Nun haben auch Frührentner die Möglichkeit, einen bereits bestehenden Riester-Vertrag fortzuführen oder einen neuen Vertrag abzuschließen.

Die Möglichkeit der Riester-Förderung besteht nur für diejenigen, die eine Rente wegen voller Erwerbsminderung beziehen. Das betrifft Personen, die höchstens drei Stunden pro Tag erwerbstätig sein können. Voraussetzung ist weiter, dass die Betroffenen unmittelbar vor ihrem Rentenbezug zum Förderberechtigten Personenkreis gehörten – also in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert waren, z. B. durch ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis oder durch den Bezug von Krankengeld oder Arbeitslosengeld I oder II.

Wer eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung erhält (Restarbeitsfähigkeit 3 bis 6 Stunden täglich) hat dagegen nach wie vor keinen Anspruch auf die staatliche Vorsorgeförderung. Ausnahme: Wenn die Betroffenen – was im Grundsatz möglich ist – neben der Rente eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausüben, erhalten sie ebenfalls die Förderung.
Genau wie alle anderen Riester-Sparer erhalten Erwerbsminderungsrentner die volle staatliche Förderung nur dann, wenn sie selbst einen Mindesteigenbeitrag auf ihren Riester-Vertrag einzahlen. Eingezahlt werden müssen dabei 4 Prozent des rentenversicherungspflichtigen Einkommens aus dem Vorjahr bzw. der Erwerbsminderungsrente – abzüglich der staatlichen Zulagen.

Beispiel: Hans Musterfall bezieht eine Rente wegen voller Erwerbsminderung und erhielt dafür im letzten Jahr insgesamt Bezüge in Höhe von 10.000 Euro. Davon 4 Prozent sind 400 Euro. Hiervon werden die Grundzulage und mögliche Kinderzulagen (nur für diejenigen, die für ihren Nachwuchs noch Kindergeld beziehen) abgezogen. Herr Musterfall ist kinderlos, bei ihm wird deshalb nur die staatliche Grundzulage in Höhe von 154 Euro abgezogen. Damit bleibt für ihn ein jährlicher Mindesteigenbeitrag von 246 Euro. So viel muss er selbst auf seinen Riester-Vertrag einzahlen, um die Zulage von 154 Euro jährlich zu erhalten. Bei denjenigen, die im letzten Jahr noch sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, werden auch die Einkünfte hieraus in die skizzierte Rechnung einbezogen.

Tipp
Bereits zuvor hatten Frührentner einen Förderanspruch, wenn ihr Ehepartner förderberechtigt war.

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