Rentnern droht Steuernachforderung

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Renten unterliegen zunehmend der Besteuerung. Das könnte für viele ahnungslose Rentner zu einem bösen Erwachen führen.

Haben Sie schon Ihre neue elektronische Steueridentifikationsnummer bekommen? Dann entrinnen Sie dem Fiskus in diesem Leben nicht mehr.

Selbst wer sich voreilig von seinem Finanzbeamten verabschiedet haben sollte, als er sich zur Ruhe setzte, muss nun wieder den Zugriff der Steuerfahndung fürchten. Denn mit der lebenslang gültigen Steuernummer werden nun allerhand wichtige Daten zentral erfasst und gesammelt.

Unter anderem melden alle möglichen Rentenversicherer ihre Daten im Jahr 2009 erstmals direkt an das Bundeszentralamt für Steuern. Deshalb müssen voraussichtlich rund zwei Millionen Rentner im kommenden Jahr Steuern für vergangene Jahre nachzahlen.

Ursache ist die zunehmende Besteuerung der Alterseinkünfte seit 2005. Der zu versteuernde Anteil der Rente wurde für Altrentner von 27 auf 50 Prozent erhöht. Für Neurentner steigt er seit 2006 mit jedem Rentenjahrgang um weitere zwei Prozentpunkte an.

Deshalb müssten rund fünf Millionen der insgesamt 15 Millionen Rentnerhaushalte regelmäßig Steuern zahlen. Bisher tun das aber nur rund drei Millionen. Die Folgen könnten bitter werden.

Freilich werden nicht gleich Steuerstrafverfahren eingeleitet. Doch Rentner, die aus Unwissen keine Steuern gezahlt haben, müssen mit Steuernachforderungen für einen längeren Zeitraum (maximal zurück bis zum Jahr 2001) sowie mit Säumniszuschlägen (1 % pro Monat) und einem Steuervorauszahlungsbescheid für das Steuerjahr 2009 rechnen.

Da kann schon einiges zusammenkommen.

Tipp
Wenn Sie außer Ihrer Rente keine weiteren Einkünfte erzielen und diese nach Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung monatlich unter 1300 Euro liegt, dürfte keine Steuerbelastung auf Sie zukommen. Andernfalls ist es ratsam, von sich aus eine Steuererklärung abzugeben - auch für vergangene Jahre.
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