Rentenirrtümer, denen Sie nicht unterliegen sollten

 - 

Über die gesetzliche Rente gibt es zahlreiche Fehlinformationen. Überprüfen Sie deshalb Ihr Rentenwissen.

Rente mit 67
Viele sind der Meinung, dass nach Einführung der Rente mit 67 alle bis 67 Jahre arbeiten müssen, wenen sie Abschläge auf ihre Altersrente vermeiden wollen .

Das ist nicht richtig! Wer 1946 oder vorher geboren wurde, ist von der "Rente mit 67" überhaupt nicht betroffen. Bei den zwischen 1947 und 1963 Geborenen wird die Altersgrenze stufenweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Uneingeschränkt gilt die Gesetzesänderung also nur für Menschen, die ab 1964 geboren wurden. Doch selbst diese können mit 65 in Rente gehen, wenn sie bereit sind, Abschläge in Kauf zu nehmen.

Rentenabschlag
Wer vorzeitig in den Ruhestand geht, bekommt ab Erreichen der Regelaltersgrenze wieder die volle Rente, also ohne Abschläge, ausbezahlt.

Nein! Abschläge für eine vorzeitige Altersrente gelten lebenslang – sogar bei einer anschließend gezahlten Hinterbliebenenrente.

Langjährig versichert
Wer 45 Jahre lang Beiträge eingezahlt hat, kann mit 60 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen.

Durch die Gesetzesänderung ist zwar eine Mindestversicherungszeit von 45 Jahren eingeführt worden. Eine vorzeitige und abschlagsfreie Rente ist einem jedoch nur dann beschert, wenn man 45 Jahre lang Pflichtbeiträge bezahlt hat und zudem 65 Jahre alt ist. Beide Voraussetzungen müssen also gleichzeitig vorliegen. Zu den 45 Jahren zählen Kindererziehungszeiten, aber keine Zeiten, in denen man Arbeitslosengeld oder Arbeitslosengeld II bezogen hat. Auch die Wartezeitmonate, die man nach einer Ehescheidung hinzugewonnen hat, werden nicht berücksichtigt.

Hinzuverdienst
Wer eine Rente bezieht, darf unbegrenzt hinzuverdienen, ohne dass die Rente gekürzt wird.

Das gilt nur für Rentenbezieher, die die Regelaltersgrenze erreicht haben. Bei einer vorzeitigen Altersrente oder einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit darf ein Rentner monatlich höchstens 400 Euro dazuverdienen, ohne dass die Rente ganz oder teilweise gekürzt wird.

Keine Rentenbeiträge mehr für Rentner
Die Beschäftigung von Rentnern ist für den Arbeitgeber lukrativ, weil für sie keine Rentenversicherungsbeiträge mehr gezahlt werden müssen.

Auch für Rentenbezieher muss der Arbeitgeber Beiträge zur Rentenversicherung abführen. Der Arbeitgeber muss für einen 68-jährigen Rentner den gleichen Beitragsatz zur Rentenversicherung zahlen, wie für alle anderen Arbeitnehmer.

Beitragserstattung
Selbstständige können sich ihre Rentenbeiträge auszahlen lassen.

Eine Auszahlung der Rentenbeiträge ist nicht möglich. Eine Ausnahme gibt es nur für gewisse Berufsgruppen, die eine eigenständige Altersvorsorge haben. Selbstständige können sich ihre Beiträge erst mit Erreichen der Regelaltersgrenze auszahlen lassen – und das auch nur, wenn sie bis dahin weniger als fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Ansonsten bekommen auch sie eine reguläre Altersrente (Rechtsgrundlage: § 210 Abs. 1 Nr. 2 SGB VI, nicht mehr 65 Jahre, sondern Regelaltersgrenze).

Rente ohne Antrag
Die Rente wird mit Rentenbeginn automatisch aufs Konto überwiesen.

Alle Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung müssen beantragt werden. Der Antrag muss dabei drei Monate vor dem geplanten Rentenbeginn gestellt werden.

Entgeltpunkte
Die letzten Jahre vor der Rente sind besonders wichtig.

Die Rente berechnet sich aus allen Beitragsjahren bis zum Rentenbeginn.

Rentenverrechnung
Die Altersrente meines Ehepartners wird auf meine Altersrente angerechnet.

Auf die eigene Rente wird die Altersrente des Ehepartners nicht angerechnet. Eine Ausnahme gilt bei Rentenansprüchen nach dem Fremdrentengesetz (in der Regel Deutsche aus Osteuropa), bei denen gemeinsame Rentenansprüche begrenzt sind.

Versorgungsausgleich I
Der Versorgungsausgleich ist endgültig.

Der Versorgungsausgleich wird rückgängig gemacht, wenn der Ausgleichsberechtigte innerhalb von 36 Kalendermonaten stirbt und aus dessen Versicherung keine Hinterbliebenenrente gezahlt wird.

Versorgungsausgleich II
Der Versorgungsausgleich ist richtig berechnet.

Das stimmt nur zum Zeitpunkt der Scheidung. Zum Zeitpunkt Ihres Rentenbeginns können sich Ihre persönlichen Verhältnisse so geändert haben, dass der Versorgungsausgleich u.U. nicht mehr richtig ist.

Weitere News zum Thema

  • Für viele ist die Altersvorsorge auch eine Privatsache

    [] (verpd) Die meisten Deutschen halten die Altersvorsorge für eine persönliche Angelegenheit, doch nicht wenige sind der Ansicht, dass der Staat die Hauptverantwortung für die finanzielle Absicherung im Alter trägt. Das geht aus der internationalen Untersuchung hervor. Gleichzeitig fühlt sich die Hälfte der befragten Teilnehmer von ihrer Altersvorsorgeplanung unter Druck gesetzt. mehr

  • Viele fürchten finanzielle Probleme im Alter

    [] (verpd) Eine repräsentative Befragung zeigt, dass die meisten Bürger nicht mit der voraussichtlichen Höhe ihrer künftigen gesetzlichen Altersrente zufrieden sind. Mehr als jeder Zweite rechnet im Rentenalter aufgrund der voraussichtlichen finanziellen Situation mit einem niedrigeren Lebensstandard wie bisher. mehr

  • EU-Kommission fragt Bürger zur privaten Altersvorsorge

    [] (verpd) Im Rahmen einer Konsultation zur privaten Rentenversicherung erhalten neben Versicherern und Verbänden auch Verbraucher jetzt die Gelegenheit mitzureden. Allerdings steht der dafür vorhergesehene, online abrufbare Fragebogen nur in englischer Sprache zur Verfügung. mehr

  • Geburtenzahl erreicht höchsten Stand seit dem Jahr 2000

    [] (verpd) Nach vorläufigen Destatis-Zahlen ist die Zahl der Lebendgeburten 2015 um über drei Prozent auf gut 737.630 gestiegen. Das sind so viele wie seit 2000 nicht mehr. Gleichzeitig gab es mit über 925.200 Sterbefällen die höchste Zahl nach 1985. Die Geburtenrate reichte daher auch 2015 nicht aus, um die Zahl der Sterbefälle auszugleichen. Wegen der starken Zuwanderung dürfte die Bevölkerung dennoch um knapp eine Million Menschen zugenommen haben. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.