Rentenbesteuerung: Ab 2009 müssen Versicherer an den Fiskus melden

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Viele Rentner müssen keine Steuern zahlen. Doch der Anteil der Steuerbelasteten steigt mit jeder Rentenerhöhung.

Die gesetzliche Rente ist 2008 um 1,1 Prozent gestiegen. Das ist die erste nennenswerte Anhebung nach vier Nullrunden in Folge und einer kleinen Erhöhung 2007. Doch bei vielen Rentnern wird die Freude über die Erhöhung dadurch getrübt, dass sie die zusätzliche Rente mit dem Finanzamt teilen müssen. Denn seit der Umstellung der Rentenbesteuerung im Jahr 2005 zählen Rentensteigerungen voll zum steuerpflichtigen Teil der Altersversorgung.

Im Jahr 2009 verschärft sich der Druck des Fiskus auf die Rentner zusätzlich dadurch, dass nun alle Stellen, die Renten auszahlen, die Höhe diese Auszahlungen dem Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) melden müssen. Das BZSt leitet die gesammelten Daten an die zuständigen Wohnsitzfinanzämter weiter.

Beispiel

Wer am 1.1.2006 in Rente ging, dessen steuerpflichtiger Rentenanteil beträgt 52 Prozent der Bruttorente, der steuerfreie Rentenanteil 48 Prozent. Mit diesen 48 Prozent wird aus der Jahresrente von 2007 der Steuerfreibetrag errechnet, der für die gesamte Rentenbezugsdauer gilt. Bei einer Monatsrente von 1.200 Euro  bzw. einer Jahresrente von 14.400 Euro beläuft sich der Steuerfreibetrag auf 6.912 Euro, während die übrigen 7.488 Euro zum steuerpflichtigen Einkommen zählen.

Da der Freibetrag von 6.912 Euro konstant bleibt, vergrößert sich der steuerpflichtige Teil der Rente mit den Rentenanhebungen 2007 und 2008. Durch die beiden Rentensteigerungen beträgt die Jahresrente im Beispielfall mittlerweile 14.637 Euro.

Der Freibetrag beläuft sich nach wie vor auf 6.912 Euro, sodass 7.725 Euro versteuert werden müssen. Im Ergebnis ist der steuerpflichtige Anteil der Rente auf 52,8 Prozent gestiegen, der steuerfreie Rentenanteil auf 47,2 Prozent gesunken.

Grundeinkommen vor Fiskus geschützt

Ob Rentner tatsächlich Steuern zahlen müssen, hängt davon ab, ob der zu versteuernde Anteil der Rente zusammen mit sonstigen steuerpflichtigen Einkünften über dem Grundfreibetrag (2008: 7.664 Euro, 2009: 7.834 Euro) liegt. Dabei können Rentner ihre Beiträge zur Kranken und Pflegeversicherung sowie andere Vorsorgebeiträge, z. B. zur Haftpflichtversicherung, bis zu einem Höchstbetrag von 1.500 Euro von der Steuer absetzen.

Rentner können auch Werbungskosten geltend machen, z. B. für eine kostenpflichtige Rentenberatung. Ohne Nachweis zieht das Finanzamt eine Werbungskostenpauschale von 102 Euro vom zu versteuernden Einkommen ab.

Vorsorgetipp
Wenn sich Rentner nicht sicher sind, ob sie eine Steuererklärung abgeben müssen oder nicht, sollten sie sich beim zuständigen Finanzamt, bei einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein informieren. Die Deutsche Rentenversicherung darf die Steuerpflicht nicht überprüfen.
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