Privat-Rente: Steuervorteil bei Bezug

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Eine private Rentenversicherung stellt eine flexible, sichere und renditestarke Form der privaten Altersvorsorge dar. Bei der klassischen privaten Rentenversicherung ohne die Beimischung von Fonds können Sie sich auf eine sichere Auszahlung verlassen, da die Versicherer einen Großteil der Rendite und Auszahlung bereits bei Abschluss der Versicherung garantieren.

Lediglich die Überschussbeteiligung, bei welcher die Versicherten an den Gewinnen des Versicherers beteiligt werden, kann sich von Jahr zu Jahr unterscheiden. Ein Kapitalverlust wie bei Aktien oder Investmentfonds ist bei der privaten Rentenversicherung ausgeschlossen.

Zwar gibt es bei den Überschussbeteiligungen keine garantierten jährlichen Beträge, vor Abschluss einer Versicherung können Interessenten jedoch die Erfolge der vergangenen Jahre bei der Auswahl berücksichtigen. Wählt man ein Angebot mit hohem garantierten Zins und einer positiven Entwicklung bei der Überschussbeteiligung, so kann eine private Rentenversicherung eine sichere Rendite von 4 Prozent p.a. erreichen.

Privat-Rente steuerlich im Vorteil

Monatliche Auszahlungen aus einer privaten Rentenversicherung werden zwar grundsätzlich besteuert, doch der ohnehin niedrige steuerpflichtige Anteil ist im Jahr 2005 weiter gesenkt worden. Bei einem Renteneintritt mit 65 Jahren beträgt der zu versteuernde Teil der Rente 18 Prozent, vor 2005 waren es 27 Prozent. Bei Rentenbeginn im Alter von 55 Jahren liegt der Ertragsanteil seit 2005 bei 26 Prozent, vorher 38 Prozent. Je früher der Rentenbezug einsetzt, umso höher ist der steuerpflichtige Anteil.

Kapitalauszahlung mit Steuer-Feinheiten

Die meisten Versicherer bieten ihren Kunden kurz vor Erreichen des Rentenalters die Möglichkeit, sich statt einer lebenslangen Rente das gesamte Kapital auf einen Schlag auszahlen zu lassen. Wurde der Vertrag vor 2005 geschlossen, ist die Kapitalzahlung komplett steuerfrei.

Bei Verträgen ab 2005 besteht der zu versteuernde Ertrag in der Auszahlungssumme abzüglich eingezahlter Beiträge. Zunächst werden von der Auszahlung die Einzahlungen abgezogen. Hatte der Vertrag eine Laufzeit von mindestens 12 Jahren und ist der Versicherte 60 Jahre oder älter, darf er von diesem Betrag noch einmal die Hälfte abziehen. Die so errechnete Summe ergibt dann den steuerpflichtigen Anteil. Da dieser Betrag steuerrechtlich zu den Kapitaleinkünften zählt, können Privat-Rentner den Sparerpauschbetrag in Ansatz bringen.

Wer nach 2004 einen Vertrag über eine private Rentenversicherung abgeschlossen hat, sollte darauf achten, dass die Police entweder einen garantierten Rentenbetrag nennt oder einen genauen Rentenfaktor ausweist. Nur dann ermäßigt sich bei einer späteren Einmalauszahlung des angesparten Kapitals der zu versteuernde Betrag auf 50 Prozent des Ertrags.

Tipp
Sie sollten Ihre Police nachbessern lassen, wenn konkrete Angaben zur Rentenauszahlung fehlen. Nur dann können Sie später Steuern sparen. Ohne eine solche Nachbesserung zieht der Fiskus später den vollen Ertrag zur Besteuerung heran. Betroffen sind u.a. Fondspolicen ohne Garantien. Lassen Sie sich aber nicht zu einer vollkommen neuen Police überreden. Auch eine neu abgeschlossene Privat-Rente muss den geforderten Kriterien entsprechen.

Freiwillig krankenversichert: Beiträge fällig

Wer über der Versicherungspflichtgrenze zur Krankenversicherung von derzeit 4.125 Euro brutto im Monat verdient, ist in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert und bleibt das auch, wenn er in Rente geht. Dann sind Einkünfte aus Vermietung und Kapitalanlagen, wie u.a. aus einer Privat-Rente, voll beitragspflichtig zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Auch wer in der zweiten Hälfte seines Arbeitslebens längere Zeit privat krankenversichert war und dann wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zurückgekehrt ist, bleibt zwar auch im Alter gesetzlich kranken- und pflegeversichert, aber möglicherweise kommt für ihn nur die freiwillige Versicherung infrage, sodass auch in diesen Fällen Beitragspflicht für die privaten Renteneinkünfte entsteht.

Tipp
Wer Aussicht auf ein langes Leben hat, fährt mit einer Privat-Rente besser als mit jeder anderen Form von Zusatz-Rente. Bezieher einer Privat-Rente haben im Ruhestand wegen der geringeren Besteuerung der Privat-Rente in der Auszahlungsphase ein vergleichsweise höheres Nettoeinkommen, und das bei gleich hoher Beitragszahlung in der Sparphase.

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