Für wen lohnt sich eine Rente mit Abschlägen?

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Noch beträgt das reguläre Rentenalter 65 Jahre. Frauen, schwerbehinderte Menschen, Arbeitslose, Altersteilzeiter und langjährig Versicherte können je nach Jahrgang sogar früher in den Ruhestand gehen – doch das kostet Geld. Unter Umständen lohnt sich der frühere Rentenbeginn dennoch.

Für jeden Monat, den Sie früher in Rente gehen, müssen Sie einen Abzug von 0,3 Prozent Ihrer Rente hinnehmen – und das lebenslang.

Beispiel: Sie möchten zwei Jahre vor dem 65. Lebensjahr, also mit 63, in Rente gehen. Ihr monatlicher Rentenanspruch beträgt inzwischen 1.202 Euro. Sie müssen daher zeitlebens einen Abschlag in Höhe von monatlich 86,54 Euro in Kauf nehmen (7,2 Prozent von 1202 Euro). Ihnen bleiben monatlich 1.115,46 Euro (13.385,52 Euro im Jahr).

Rentenvorsprung kann sich lohnen

In den zwei Jahren des vorgezogenen Ruhestands erhalten Sie insgesamt 26.771,04 Euro. Diesen Rentenvorsprung hätten Sie erst mit 80 Jahren aufgeholt, wenn Sie regulär mit 65 in Rente gehen und in diesen beiden Jahren jeweils 40.000 Euro Bruttogehalt erzielen würden.

Dann betrüge Ihre Rente rund 1.272 Euro im Monat (15.264 Euro im Jahr). Vergleicht man die ausgezahlten Rentenleistungen, ist trotz Einbußen bei den monatlichen Rentenzahlungen insgesamt der vorgezogene Ruhestand vorteilhafter, wenn man nicht älter als 80 Jahre wird.

Steuervorteil gleicht Abschlag teilweise aus

Ein um zwei Jahre vorgezogener Renteneintritt hat aber noch einen weiteren Vorteil: Der steuerpflichtige Anteil der ausgezahlten Rente liegt um vier Prozentpunkte niedriger. Bei Renteneintritt im Jahr 2008 beträgt der steuerpflichtige Anteil 56 Prozent (in obigem Beispiel 7495,89 Euro), im Jahr 2009 liegt er bei 60 Prozent (in obigem Beispiel 9.158,40 Euro). Das sind 1.662,51 Euro mehr, die u.U. zu versteuern sind, sofern das Alterseinkommen insgesamt über dem Grundfreibetrag liegt (7.664 Euro bei Alleinstehenden, 15.328 bei Verheirateten).

Je nachdem, welche Einkünfte Sie außer der Rente haben, kann der Steuerunterschied zwischen 20 und 40 Euro pro Monat betragen. Damit haben Sie einen Teil des Rentenabschlags schon wieder reingeholt!

Tipp
Ein vorzeitiger Rentenbeginn setzt voraus, dass Sie mit den geringeren Einkünften auch auskommen. Bedenken Sie, dass die Abschläge lebenslang Ihre Rente schmälern. Frauen ist allerdings von einer vorzeitigen Rente mit Abschlägen abzuraten. Denn Frauen verzeichnen eine Lebenserwartung von durchschnittlich 85 Jahren, wenn sie einmal das 65. Lebensjahr erreicht haben. Männer sollten bedenken, dass auch die Hinterbliebenenrente um die gleichen Abschläge gekürzt wird wie die Altersrente. Im Hinblick auf mögliche weitere Rentenreformen erscheint es ratsam, so früh es geht den Bezug einer Altersrente anzustreben. Bei künftigen Gesetzesänderungen genießen Sie dann als Bestandsrentner einen gewissen Vertrauensschutz.

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