Freiwillige Rentenbeiträge können sich lohnen

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Manch ältere Versicherte, vor allem Frauen in den westlichen Bundesländern, waren in ihrem Leben nur für kurze Zeit versicherungspflichtig beschäftigt. Das kann dazu führen, dass sie im Alter nur deshalb keinen Rentenanspruch haben, weil ihnen wenige Monate zur Erfüllung der Mindestversicherungszeit von 5 Jahren fehlen. Die fehlenden Versicherungsmonate lassen sich mit freiwilligen Rentenbeiträgen nachträglich erwerben.

Freiwillige Rentenbeiträge helfen auch, wenn der bisher erworbene Rentenanspruch sehr niedrig ausfällt und aufgebessert werden soll. Darüber hinaus würden manche Selbstständige, die zuvor als Arbeitnehmer beschäftigt waren, ohne weitere Beitragszahlungen ihren Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente verlieren, wenn sie keine freiwilligen Beiträge zahlen würden.

Um Lücken im Versicherungsverlauf oder eine Niedrigrente auszugleichen, muss man sich lediglich bei der Deutschen Rentenversicherung melden und mitteilen, dass man freiwillig Rentenbeiträge zahlen möchte.

Tipp
Die Höhe der Beiträge können die Interessenten zwischen einem Mindest- und einem Höchstbeitrag frei wählen. Der Mindestbeitrag liegt im Jahr 2009 bei monatlich 79,60 Euro, der Höchstbeitrag bei 1074,60 Euro.

Für Minijobber besonders lohnend

Für Minijobber mit einem Verdienst bis 400 Euro kann es besonders lohnend sein, aus eigener Tasche Beiträge an die Rentenversicherung zu zahlen. Wenn sie den überdurchschnittlich hohen Rentenbeitrag ihres Arbeitgebers – 15 Prozent des Verdiensts – auf den vollen Beitragssatz von derzeit 19,9 Prozent aufstocken (= 4,9 Prozent ihres Verdiensts), erwerben sie damit nicht nur Anspruch auf eine höhere Rente im Alter, sondern auf das gesamte Leistungspaket der gesetzlichen Rentenversicherung.

Dazu zählen im Bedarfsfall der Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente oder eine Reha-Leistung sowie in jedem Fall der Anspruch auf die staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge (Stichwort "Riester-Rente"). Die Kosten für das Aufstocken betragen bei einem Monatsverdienst von z. B. 400 Euro nur 19,60 Euro, bei einem Verdienst von 300 Euro nur 14,70 Euro monatlich.

Auch nachträglich zahlbar

Freiwillige Beiträge sind normalerweise nur zahlbar bis zum 31. März des Jahres, das dem Jahr folgt, für das sie gelten sollen. Das bedeutet z. B., dass die Beiträge für das Kalenderjahr 2008 bis 31.3.2009 gezahlt werden können. In bestimmten Fällen gibt es jedoch die Möglichkeit, auch für weiter zurückliegende Zeiten freiwillige Beiträge nachzuzahlen.

Solche Nachzahlungsmöglichkeiten bestehen zum Beispiel für
  • schulische Ausbildungszeiten ab dem 16. Geburtstag, die keine Anrechnungszeiten sind,
  • ehemalige Ordensleute,
  • Personen, die zu Unrecht in Strafhaft saßen und dafür entschädigt wurden.
Freiwillige Beiträge für Schulzeiten können nur bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres nachgezahlt werden. Die Beschränkung auf das 45. Lebensjahr gilt aber nicht für die Nachzahlungen bei Strafverfolgungsmaßnahmen oder für ehemalige Ordensleute.

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