Frauen haben höheren Bedarf an Altersvorsorge

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Rund 40 Prozent der Frauen in Deutschland fürchten, dass sie im Alter einen niedrigeren Lebensstandard haben oder sogar von Altersarmut bedroht sein werden. Vor allem junge Frauen rechnen stärker als noch vor einem Jahr mit einem sinkenden Lebensstandard im Ruhestand.

Aber die deutschen Frauen tun auch etwas dagegen: Bei 57 Prozent steht die finanzielle Altersvorsorge für den Ruhestand an erster Stelle ihrer Vermögensbildung.

Das sind einige der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest im Herbst 2009 im Auftrag des Wiesbadener Finanzdienstleisters Delta Lloyd zum dritten Mal durchgeführt hat. Insgesamt wurden im Rahmen dieser Studie 1000 Frauen im Alter von 18 bis 50 Jahren zum Thema Altersversorgung befragt.

Niedrigerer Lebensstandard befürchtet

Große Sorgen um ihre Altersversorgung machen sich vor allem Arbeiterinnen und Hausfrauen. Fast die Hälfte der befragten Arbeiterinnen, nämlich 48,5 Prozent, fürchten einen sinkenden Lebensstandard im Alter, 2008 waren es mit 33,9 Prozent noch erheblich weniger. Zu vermuten ist, dass die Finanzkrise und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt diese Sorge geschürt haben. Dementsprechend ist bei den deutschen Hausfrauen die Angst vor Altersarmut von 5,5 Prozent im Vorjahr auf aktuell 15,2 Prozent gestiegen.

Vorsorgestrategien werden überdacht

Die Finanzkrise hat auch dazu geführt, dass die deutschen Frauen ihre bisherige Vorsorgestrategie auf den Prüfstand stellen. Bei der Frage, auf wen oder was sich die Frauen beim Thema private Altersvorsorge verlassen, gaben nur noch 46,4 Prozent ihre bisherige Vorsorgestrategie an. Im Vorjahr waren es noch 56,6 Prozent. Gleichzeitig ist jedoch die Ratlosigkeit gewachsen. Immerhin 9,2 Prozent aller befragten Frauen machten keine Angabe zu ihrer Altersvorsorgestrategie, 2008 waren es nur 5,3 Prozent.

Eindeutig weniger gefragt ist in Finanzfragen der Rat des Partners. Nur noch 16,7 statt 21,8 Prozent verlassen sich beim Thema Altersvorsorge auf ihren Freund oder Mann. Vielfach holen die Frauen lieber professionellen Rat ein. Mehr als ein Fünftel, 21,5 Prozent, wenden sich bei der Finanzplanung für das Alter an einen Finanzberater (2008: 19 Prozent).

Ein Fünftel verlässt sich auf die gesetzliche Rente

Allein auf die gesetzliche Rente verlassen sich noch immer etwas mehr als ein Fünftel der deutschen Frauen, nämlich 21,2 Prozent (bundesweit). Dieses Niveau hat sich in den letzten Jahren nicht signifikant verändert. Doch gibt es deutliche Unterschiede zwischen Ost und West:

Unverändert viele westdeutsche Frauen zählen auf die Rente vom Staat (annähernd 21 Prozent), während es bei den ostdeutschen Frauen immer weniger werden (allerdings auf höherem Niveau: 2009 waren es 24,7 Prozent, im Vorjahr noch 31,9 Prozent). Auch in den neuen Bundesländern scheint sich die öffentliche Debatte über das sinkende Rentenniveau niedergeschlagen zu haben.

Eigenheim verliert an Bedeutung

Bei der Frage, für welche Bereiche man am ehesten vorsorgen muss, liegt die Rente mit 57 Prozent ganz klar vorn. Die Bedeutung der Altersvorsorge hat sich über die letzten Jahre fest in den Köpfen der Frauen verankert und steigt auch weiterhin. Stark in den Hintergrund gerückt ist hingegen das Eigenheim. Während 2008 noch 10,3 Prozent der befragten Frauen das Sparen für die eigenen vier Wände wichtig fanden, sind es nun nur noch 5,3 Prozent.

Tipp
Die Frauen setzen mit der Stärkung ihrer Rente den richtigen Schwerpunkt bei der Altersvorsorge. Eine Immobilie kann zwar eine gute Ergänzung sein, doch eine lebenslange finanzielle Versorgung sollte die Basis bilden. Besonders lohnend für Frauen ist die Riester-Rente, weil bei ihr (ebenso wie bei der gesetzlichen Rente) das sogenannte Unisex-Prinzip gilt. Dadurch erhalten Frauen ebenso viel Rente für ihre Beiträge wie Männer, obwohl sie die Rente durchschnittlich fünf Jahre lang länger beziehen als diese.

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