Fast 9 Millionen von Altersarmut bedroht

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3,8 Millionen Menschen verdienen weniger, als für eine gesetzliche Rente auf Grundsicherungsniveau nötig wäre. Die Regierung sagt nun offiziell, dass die gesetzliche Rente alleine nicht mehr zur Sicherung des Lebensstandards im Alter ausreicht. Private Altersvorsorge kann Abhilfe schaffen.

Fast jeder fünfte Vollzeit-Arbeitnehmer verdient so wenig, dass ihm im Alter Armut drohen könnte. Das zitiert die Linkspartei aus einer Antwort der Bundesregierung auf ihre Anfrage. Das Sozialministerium verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Union und FDP die Gefahr wachsender Altersarmut schon in ihrem Koalitionsvertrag anerkannt hätten. Ab dem Herbst sollen Gegenmaßnahmen erörtert und noch vor 2013 umgesetzt werden.

Die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtete aus den Antworten der Bundesregierung auf Anfragen der Linkspartei, dass mindestens 45 Jahre Rentenbeiträge und durchschnittlich 1.667 Euro Monatsverdienst nötig sind, um im Alter mehr zu haben als die Grundsicherung. Doch verdienten 3,8 Millionen der aktuell 20 Millionen Vollzeitbeschäftigten nicht so viel.

Rechne man Teilzeitkräfte und Auszubildende ein, wären sogar 8,7 Millionen der 27 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten betroffen, also jeder Dritte. "Die Entwicklung ist dramatisch", wird Linksparteichef Klaus Ernst zitiert. "Wir wollen, dass in Deutschland wie in anderen europäischen Ländern eine Mindestrente eingeführt wird."

Eine Sprecherin von Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte, ab Herbst werde sich der "Regierungsdialog Rente" mit Lösungsansätzen für drohende Altersarmut befassen. Gewünscht sei ein breit angelegter Prozess. 2012 sollten Gegenmaßnahmen in Gesetzesform gegossen werden. Die CDU hatte bereits vor Jahren darüber gestritten, wie verhindert werden kann, dass Menschen nach jahrzehntelanger Arbeit nicht mehr als das Sozialhilfeniveau an gesetzlicher Rente bekommen.

Hintergrund der wachsenden Sorge vor Altersarmut sind nicht nur geringe Einkommen, sondern auch Zeiten von Arbeitslosigkeit bei vielen Arbeitnehmern. Die jüngsten Rentenreformen hatten zu einer Senkung des Rentenniveaus geführt.

Tipp
Sorgen Sie wenigstens mit einer Riester-Rente gegen Altersarmut vor. Höhere Summen als bei Riester lassen sich mit einer Rürup-Rente steuersparend für den Ruhestand reservieren.

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