EU-Kommission fragt Bürger zur privaten Altersvorsorge

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(verpd) Im Rahmen einer Konsultation zur privaten Rentenversicherung erhalten neben Versicherern und Verbänden auch Verbraucher jetzt die Gelegenheit mitzureden. Allerdings steht der dafür vorhergesehene, online abrufbare Fragebogen nur in englischer Sprache zur Verfügung.

Die Europäische Kommission will "die private Alterssicherung finanziell verlässlicher und zukunftsfähiger" ausrichten. Dazu hat sie eine Konsultation zu privaten Rentenversicherungen gestartet.

Privatpersonen und Vertreter der Finanz- und Versicherungswirtschaft werden aufgerufen, "über ihre Erfahrungen mit Vorsorgeprodukten zu berichten und Vorschläge für transparente, erschwingliche und einfache Angebote zur Alterssicherung einzureichen".

Wichtige Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung

"Die Kommission will durch die Konsultation herausfinden, was auf EU-Ebene zur Verbesserung der privaten Rentenversicherungen unternommen werden kann. Die Vorsorge auf privater Basis ist zu einer wichtigen Ergänzung der gesetzlichen Rentenversicherung geworden, um dem demografischen Wandel und der Altersarmut entgegenzuwirken", lautet die Begründung für das Vorhaben.

Ergänzend schreibt das Gremium in einer Pressemitteilung: "Die Zahl der ins Rentensystem einzahlenden Arbeitnehmer wird sich bis 2060 halbieren. Dies bedeutet eine enorme Herausforderung für europäische Rentensysteme, wenn sie finanziell stabil bleiben und Rentnern angemessene Einkommen garantieren wollen. Eine der Prioritäten der Kapitalmarktunion sind die zunehmenden Investitionen in private Rentenversicherungen. Höhere Investitionen in die private Altersvorsorge schaffen zusätzliches Kapital für die Finanzierung der Wirtschaft und tragen damit zu einem stärkeren Binnenmarkt für Kapital bei."

Europäisches Pensionsprodukt oder Zertifizierung

Im Rahmen ihres Aktionsplans zur Schaffung einer Kapitalmarktunion werde die Kommission „den Nutzen eines Rechtsrahmens zur Schaffung eines Europäischen Altersvorsorgeprodukts prüfen“, teilte die Kommission mit.

Dazu hatte sie der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (Eiopa) schon Anfang letzten Jahres aufgetragen, im Wesentlichen zwei Optionen für ein europäisches Pensionsprodukt zu prüfen.

Dazu gehörten eine Zertifizierung für bestehende Produkte und alternativ die Gestaltung eines Vorsorgeprodukts mit definierten Eigenschaften.

Aufruf zum Mitmachen

Gestützt auf diese Vorarbeiten werden nun "Privatpersonen (Bürger, Rentner, Studenten) und sonstige Interessengruppen (Unternehmen, repräsentative Verbände) sowie Regierungen nach ihrer Meinung dazu gefragt, welche Maßnahmen die EU ergreifen könnte, um den Bürgern einfache, kostengünstige und transparente Altersvorsorgeprodukte mit guten Renditen zu verschaffen".

Von der Befragung verspricht sich die EU, "mögliche Hindernisse für die Einführung von Altersvorsorgeprodukten zu identifizieren und Meinungen dazu einzuholen, wie die Schwierigkeiten bewältigt werden können".

Für die verschiedenen Interessengruppen hat die Kommission unterschiedliche FragebögenFragebogen B1 ist für Privatpersonen – auf ihrer Internetseite in englischer Sprache bereitgestellt. Diese können bis zum 31. Oktober ausgefüllt werden.

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