Die Rente beginnt künftig etwas später

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Experten befürchten angesichts der Rentenänderungen, die am 1.1.2012 einsetzen, Panikreaktionen und das Aufkommen einer "Schlussverkaufsmentalität". Doch es gibt keinen Anlass zur Eile und erst recht keinen Grund für eine Torschlusspanik. Für diejenigen, die vor dem Jahr 1952 geboren wurden, ändert sich ab 2012 nichts.

Zum Jahreswechsel 2011/2012 beginnt der zunächst langsame Einstieg in die Rente mit 67 Jahren. Außerdem enden zwei vorzeitige Altersruhegelder: Die Altersrente für Arbeitslose und nach Altersteilzeit (zuletzt noch ab 63 Jahren möglich) und die Altersrente für Frauen (bislang ab 60 Jahren möglich) werden abgeschafft.

Neuregelungen sind jahrgangsbezogen

Alle Neuregelungen beziehen sich jeweils auf komplette Rentnerjahrgänge und nicht auf bestimmte Antragsstichtage. Für diejenigen, die vor 1947 geboren wurden, liegt die Regelaltersgrenze unverändert bei 65 Jahren. Das bedeutet: Für den Fall, dass die Betroffenen sich dagegen entscheiden bzw. entschieden haben, einen Rentenantrag zu stellen, erhöht sich das Altersruhegeld pro Monat, den sie später als mit 65 Jahren in Rente gehen, um 0,5 Prozent. Das sind nach einem Jahr immerhin 6 Prozent mehr Rente.

Die neue Regelaltersgrenze ist auch die Messlatte für die Erhebung von Abschlägen bzw. die Gewährung von Zuschlägen auf die Rente. Bei vorzeitigem Renteneintritt (soweit er weiterhin möglich ist) gibt es Abschläge, deren Höhe vom zeitlichen Abstand zwischen Renteneintritt und Regelrentenalter abhängt (pro Monat 0,3 Prozent).

Ein ähnlicher Mechanismus wirkt bei den vorgezogenen Altersruhegeldern für Arbeitslose und nach Altersteilzeit sowie für Frauen. Soweit sich beispielsweise eine Frau des Jahrgangs 1951 entscheidet, erst mit 62 – also im Jahr 2012 – in Rente zu gehen, fallen die Rentenabschläge, die sie in diesem Fall in Kauf nehmen muss, niedriger aus. Bei einem Renteneintritt mit 60 wären Abschläge in Höhe von 18 Prozent vorgenommen worden (60 Monate vorzeitiger Renteneintritt à 0,3 Prozentpunkte Abschlag pro Monat). Bei einem Renteneintritt mit 62 Jahren liegen die Abschläge bei 10,8 Prozent. Dazu kommen noch – je nach Einzelfall unterschiedlich – Entgeltpunktpunkte für weitere Rentenbeiträge hinzu.

Tipp
Zum Jahreswechsel muss für gesetzlich Rentenversicherte zumindest bei der Rentenversicherung die Devise lauten: Ruhe bewahren. In der Regel bringt es keine Vorteile, noch 2011 einen Rentenantrag zu stellen. Im Gegenteil: Mit jedem Monat, den Sie früher in Rente gehen, fällt Ihr Altersruhegeld niedriger aus.

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