Denn sie wissen, was sie (nicht) tun: Sparen ist nicht nur Frage des Geldes

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Altersvorsorge für wichtig zu halten, ist das eine. Tatsächlich vorzusorgen, das andere: Die Einstellungen der Deutschen zur Altersvorsorge, ihr Wissen und ihr tatsächliches Verhalten unterscheiden sich gravierend.

Der Direktversicherer CosmosDirekt und die Universität St. Gallen verdeutlichen diese Diskrepanz anhand von Vorsorgetypen. Sie geben Tipps, wie Vorsorgemuffel einer möglichen Vorsorgelücke im Alter entgegenwirken.

Vorsorge fürs Alter ist wichtig, darin sind sich die Deutschen einig. Aber lange nicht jeder sorgt wirklich ausreichend vor. Offensichtliche Fakten wie der eigene Kontostand hindern am Sparen.

Doch Altersvorsorge hat auch viel mit Gefühl zu tun, wie der Vorsorgereport zeigt. Viele Menschen gehen Altersvorsorge nicht rational an, erklärt Prof. Dr. Peter Maas vom Institut für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen. Sie wissen zwar, dass sie vorsorgen müssen, tun es aber nicht. Emotionale Faktoren und Einstellungen spielen eine wichtige Rolle.

Vernunft vs. Gefühl

So wirkt sich beispielsweise das Gefühl, das Thema Vorsorge nicht zu verstehen, negativ auf das Sparverhalten aus. Wichtig ist auch der Faktor Unkontrolliertheit. Wer dazu neigt, sein Geld spontan auszugeben, denkt in finanziellen Fragen weniger langfristig und sorgt weniger vor, sagt Prof. Dr. Peter Maas.

Zudem haben Familie, Freunde und Bekannte entscheidenden Einfluss auf die Einstellung zum Thema Vorsorge. Je wichtiger sie das Sparen für die Rente empfinden, desto wichtiger schätzt man es auch selbst ein. Und wer Vorsorge viel Bedeutung beimisst, sorgt auch eher vor.

Typologie der Vorsorger: Aktiver oder Zweifler?

Der Aktive, der Optimist, der Aufgeschlossene, der Ängstliche und der Zweifler: Diese fünf im Vorsorgereport identifizierten Vorsorgetypen denken und agieren ganz unterschiedlich. Am drastischsten ist der Gegensatz zwischen dem Aktiven und dem Zweifler, so der Experte. Der Aktive ist ein gebildeter Vorzeigevorsorger, der weiß, dass die gesetzliche Rente allein im Alter nicht reicht. Er verhält sich rational und sorgt privat vor. Der Zweifler hat kein Vertrauen in das gesetzliche Rentensystem und ist zudem skeptisch gegenüber privater Vorsorge. Nicht mehr ganz jung und mit mittlerem Einkommen glaubt er, ohnehin nichts mehr ausrichten zu können und resigniert.

Beide Typen glauben nicht, dass die gesetzliche Rente ihr Alter absichert. Und beide haben die finanziellen Mittel, um zu sparen. Doch sie ziehen ganz unterschiedliche Konsequenzen, erklärt Prof. Dr. Peter Maas. Während der Aktive es richtig macht und auf einen Mix verschiedener Vorsorgeprodukte setzt, reagiert der Zweifler frustriert und gelähmt. So äußerte eine Zweiflerin, eine 45-jährige, alleinerziehende Reiseverkehrskauffrau, im Rahmen eines Interviews: Ich bin ein frustrierter Vorsorger und frustrierter Steuerzahler. Ein 41-jähriger, verheirateter Landschaftsgärtner berichtete: Altersvorsorge ist für mich ganz weit weg. Ich habe da eine Aversion. Beide sorgen nicht privat fürs Alter vor.

Tipp für den Zweifler: Auch kleine Beträge lohnen sich

Privat gar nichts für das Auskommen im Alter zu tun, könne keine Lösung sein, sagt Silke Barth, Vorsorgeexpertin von CosmosDirekt, und rät: Es gibt sehr viele unterschiedliche Sparformen und Angebote."

Der Zweifler sollte seine Lethargie überwinden und sich aktiv informieren, welches Produkt zu ihm und seiner finanziellen Situation passt. Er kann sich beispielsweise Verbündete im Freundes- und Bekanntenkreis oder der Familie suchen, die bereits vorsorgen und das Thema gemeinsam mit ihm angehen.

Auch kleinere Beträge zu sparen, lohnt sich. Bei der staatlich geförderten Riester-Rente beispielsweise kann der Beitrag an das Einkommen angepasst werden.

Quelle: http://www.cosmosdirekt.de/versicherungstipp-vorsorgereport

Der "Vorsorgereport" von CosmosDirekt und dem Institut für Versicherungswirtschaft der Schweizer Universität St. Gallen basiert auf einer quantitativen Umfrage unter 3.870 Menschen in Deutschland (2010). Die Studie analysiert erstmals ausführlich das Vorsorgeverhalten und die Einstellungen der Deutschen zu Vorsorge. Das Denken und Handeln der fünf im Report identifizierten Vorsorgetypen wurde in 20 qualitativen Interviews näher beleuchtet (2011).

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