Bevor Sie in Rente gehen II: Die tatsächlichen Rentenabschläge fallen höher aus

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Wer vor dem gesetzlich vorgesehenen Renteneintrittsalter in Rente geht, muss lebenslang Rentenabschläge von bis zu 18 Prozent in Kauf nehmen. Doch der wahre Einkommensverlust kann noch höher liegen.

Wenn Sie Rentenansprüche von 1.000 Euro erworben haben, fällt ihre Rente in diesem Fall um monatlich genau 180 Euro niedriger aus. Beziehen Sie diese Rente 20 Jahre lang, müssen Sie – bezogen auf das heutige Rentenniveau – mit Renteneinbußen von insgesamt 43.200 Euro rechnen. Denn die Abschläge gelten lebenslang – und nicht nur bis zum Erreichen der regulären Altersgrenze.

Das tatsächliche Minus, das sie bei einem vorzeitigen Renteneintritt hinnehmen müssen, fällt allerdings im Regelfall noch weit happiger aus. Denn Sie müssen bei einem vorzeitigen Renteneintritt nicht nur Einbußen hinnehmen, sondern es fehlen ihnen gleichzeitig auch entscheidende Rentenjahre.

Beispiel
Nehmen wir an, Sie sind 60 Jahre alt und haben bisher Rentenansprüche in Höhe von 1.000 Euro erworben. Wenn Sie mit 60 Jahren in Rente gehen, müssen Sie nun unter Umständen damit rechnen, nur 820 Euro Rente zu beziehen. Wenn Sie stattdessen bis 65 weiterarbeiten, würden Sie als Durchschnittsverdiener zusätzliche Rentenansprüche von rund 130 Euro (dieser Wert gilt für die alten Bundesländer) erwerben. Ihre monatliche Rente würde damit mit 65 Jahren rund 1.130 Euro betragen (ohne Berücksichtigung von Rentenanpassungen). Gegenüber einem Renteneintritt mit 65 Jahren müssten sie bei einem vorzeitigen Rentenbezug ab 60 eine effektive Rentenkürzung von 27,4 Prozent in Kauf nehmen.

Wenn Sie zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr andere Sozialleistungen in Anspruch nehmen – etwa Arbeitslosengeld I, Krankengeld oder auch Arbeitslosengeld II – sieht die Rechnung ein wenig anders aus. Denn die Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld oder Krankengeld zählen bei der Rentenberechnung mit. Sie sind für die spätere Rente allerdings weniger Wert als Zeiten der Erwerbstätigkeit.

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